Reflection Club

Still Thick As A Brick

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 27.03.2021
Jahr: 2021
Stil: Prog Rock
Spiellänge: 47:42
Produzent: Lutz Meinert

Links:

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Plattenfirma: Madvedge Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Jethro Tull

Ian Anderson

Crystal Palace

Musiker Instrument
Nils Conrad Guitar
Paul Forrest Lead Vocals, Acoustic Guitar, Flute on 'Part 2: Time Out'
Ulla Harmuth Flute on all pieces, except 'Part 2: Time Out'
Lutz Meinert Drums and Percussion, Organ, Grand Piano, Harpsicord, Electric Bass, Double, Bass, Vibraphone, Chimes, Background Vocals

Um es gleich vorwegzunehmen: “Still Thick As A Brick“ ist weder eine Neuaufbereitung des legendären JETHRO TULL-Albums, noch eine Weiterführung der Geschichte um Gerald Bostock, die ja ohnehin durch Ian Anderson 2012 selbst mit “TAAB2“ vorgenommen wurde.

Dieses Album ist schlicht und einfach eine Hommage (man kann es auch Tribute nennen) an JETHRO TULL und natürlich vor allem an deren wohl progressivste Zeit.

 

Die “Band“, die dies hier angegangen ist, kann man – zumindest vorerst – wohl eher als “Projekt“ bezeichnen. Grundlage bildet die Band MARGIN, welche vor 10 Jahren vom Multiinstrumentalisten Lutz Meinert ins Leben gerufen wurde und da auch schon mehr ein Projekt, als eine Band war. Gleichwohl war schon damals Progressive Rock das Ziel und das 2014 erschienene Debütalbum “Psychedelic Teatime“ erntete auch sehr gute Kritiken.

 

Wer sich im progressiven Rock beheimatet fühlt, für den sind die frühe 70er Jahre mehr als fruchtbar und an JETHRO TULL kommt man da natürlich nicht vorbei. Schon gar nicht an besagtem Konzeptalbum. Nachdem Meinert mit Paul Forrest wahrscheinlich den bestmöglichen Sänger (den aktuellen Ian Anderson eingeschlossen) für dieses Projekt gewinnen konnte – Forrest hat sowohl in England als auch in Amerika in hochgelobten TULL-Tribute-Bands gesungen –, und mit dem CRYSTAL PALACE-Gitarristen Nils Conrad einen Saitenbändiger, dem man stilistische Verwandtschaft zu Martin Barre nachsagt, rekrutieren konnte, komplettiert die amerikanische Flötistin Ulla Harmuth das Quartett. Dazu kommen dann partiell noch Gäste, wie das Rellington Resort Orchestra, das Little Indian Restaurant Ensemble und 'The Bagpipe Club'.

 

Und ich denke, der Aufwand hat sich gelohnt. Nach dem eher klassischen Prelude beginnt das Album ähnlich ruhig und akustisch angelegt, wie seine Inspiration. Wenn Paul Forrest singt “I really don't mind if it's my turn to sit this one out“, muss man nicht unbedingt TULL-Insider sein, um die textliche Nähe zu erkennen.

Musikalisch ist man sowieso nah dran, ohne in irgendeiner Weise zu kopieren, auch wenn ich hier und da eine Flötenmelodie zu erkennen glaube. Life Is A Long Song kommt mir in Rellington Town einmal in den Sinn. In diesem Song wird mit der Zeile “Time has come for a psychedelic tea“ an oben genanntes MARGIN-Debütalbum erinnert.

 

Grob gesagt geht es in der Story um das Küstenstädtchen Rellington und seine Entwicklung, aber im Grunde ist es eine Beschreibung unserer Gesellschaft und eine Kritik, was aus ihr geworden ist. Es kann also gar nicht anders enden, als mit “But the game goes on with those wise men who still don't know it feels to be thick as a brick“.

Wer es nicht so mit den Texten hat, kann sich an ausufernden Instrumental-Parts, mit Jam-Charaker, erfreuen, wie in Years On The Fast Track, oder an der schon fast erschreckenden Ähnlichkeit von Paul Forrests Gesang zu Ian Andersons Stimme. Besonders in The Club Of Hopeful Pinions, welches über weite Strecken wohl ohnehin etliche JETHRO TULL-Fans aufs Glatteis führen könnte. Und trotzdem, wie bereits gesagt, wird hier nicht abgekupfert. Inspiration ja, Imitation nein.

 

Mir persönlich wäre eine etwas präsentere E-Gitarre zwar recht gewesen, aber Lutz Meinert hat sich so ausgiebig mit der Klanggestaltung für dieses Album – sowohl für die CD/DVD, als auch für das Vinyl-Album – beschäftigt, um einen “möglichst transparenten, natürlichen Klangcharakter“ entstehen zu lassen, dass man überzeugt sein kann, dass es dem Gesamtsound dienlich ist. Auf der DVD gibt’s das Album als dts Digital 5.1 surround sound und AC3 Dolby Digital 5.1 surround sound. Dazu wird die Musik durch eine Dia-Show illustriert. Auch die Texte kann man sich anzeigen lassen.

Das ganze Projekt ist so durchdacht, in jeder Hinsicht toll gemacht, dass es sowohl TULL-Fans, als auch grundsätzlich Prog Rock-Interessierten nahegelegt werden kann.

 

Andersons “TAAB2“ erschien damals ebenso 40 Jahre nach dem Ursprungswerk, wie das “40th Anniversary Set“ von “Thick As A Brick“. Ebenso wie letzteres kommt auch “Still Thick As A Brick“ im schönen Media-Book, welches neben CD und DVD auch ein 72-Seiten starkes Booklet mit Texten und Hintergrundartikeln beinhaltet und sich natürlich an die Zeitungs-Optik des Originals anlehnt. Und nächstes Jahr sind es ja dann auch schon 50 Jahre her und wir sind ziemlich sicher immer noch “thick as a brick“.

 

 

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