R.E.M.

Live

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 14.10.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Frank Ipach


R.E.M., Warner Music Group, 2007
Michael Stipe Vocals, Harmonica
Peter Buck Guitars
Mike Mills Bass, Vocals
Gäste:
Scott McCaughey Guitars, Keyboards
Ken Stringfellow Keyboards, Guitars
Bill Rieflin Drums
Produziert von: Emer Patten Länge: 102 Min 51 Sek Medium: CD
CD 1:
1. I Took Your Name10. Leaving New York
2. So Fast, So Numb11. Orange Crush
3. Boy In The Well12. I Wanted To Be Wrong
4. Cuyahoga13. Final Straw
5. Everybody Hurts14. Imitation Of Life
6. Electron Blue15. The One I Love
7. Bad Day16. Walk Unafraid
8. The Ascent Of Man17. Losing My Religion
9. The Great Beyond
CD 2:
1. What's The Frequency, Kenneth?4. I'm Gonna DJ
2. Drive5. Man On The Moon
3. (Don't Go Back To) Rockville

Wenn alle unsere so genannten Superstars solch liebevoll konzipierten Lückenfüller herausbrächten wie R.E.M., um ihren Fans die Wartezeit bis zum nächsten Studioalbum (voraussichtlich Frühling 2008) zu versüssen, gäbe es sicherlich keinen Grund zum Meckern. Die Herren aus Athens/Georgia rafften sich nun endlich auf, um ihre allererste Live-CD unters Volk zu bringen. Ein herrlich gestaltetes Digi-Pack, welches zudem noch mit einem nicht weniger glanzvollen Bonus in Form einer Konzert-DVD (im NTSC-Format) aufgewertet wird. Hier darf der geneigte R.E.M.-Verehrer seine Lieblinge sogleich im Anschluss des reinen Hörgenusses noch in Ton und Bild konsumieren.

Wie kaum anders zu erwarten, handelt es sich bei "Live" um einen 'Best-Of-Querschnitt' der langen Bandkarriere, der sich aber, verglichen mit dem letzten DVD-Live-Dokument, "Perfect Square", glücklicherweise um einige Titel anders darstellt, sodass sich die Song-Überschneidungen im Rahmen halten, was letztlich einen Kauf dieses CD/DVD-Pakets absolut rechtfertigt.

Aufgezeichnet wurde das komplette Happening am 26. und 27. Februar 2005 im Dubliner 'Point Theatre' und zeigt die Band plus üblicher Verstärkung (Scott McCaughey, Ken Stringfellow, Bill Rieflin) in bestechender Verfassung. Die Titelauswahl wird es, angesichts des immensen Fundus der seit 1980 aktiven Band, kaum jemandem wirklich Recht machen können, doch man fühlt sich bei wahrhaften Evergreens wie Cuyahoga, Everybody hurts, Orange Crush, The one I love, Walk unafraid, Losing my religion, Man on the moon und dem diesmal vom liebenswerten Bassisten Mike Mills gesungenen (Don't go back to) Rockville ganz schnell heimisch und gut aufgehoben, und gerät, wenn man die Karriere der Band über die Jahre ein wenig intensiver verfolgt hat, unweigerlich ins Schwärmen. R.E.M. sind, natürlich nicht nur wegen des einzigartigen, charismatischen Sängers Michael Stipe, eine Band, die ihren eigenen, unverwechselbaren Ton gefunden hat. Das sind Songs, die einem im Laufe der Jahre zu guten Freunden geworden sind.

Die 22 Lieder des Albums werden aus Platzgründen auf 2 CDs aufgeteilt. Die DVD zeigt natürlich das gesamte Konzert in einem Rutsch.
Der Regisseur, Blue Leach, den man unter Umständen von seiner Zusammenarbeit mit DEPECHE MODE kennt, drehte keinen konventionellen Konzertfilm, sondern belebt den visuellen Genuss mit allerlei irrwitzigen Schnitttechniken, Farbveränderungen, unterschiedlichen Körnungen und manchmal nur unterschwellig wahrzunehmenden Finessen, die der Extravaganz dieser Band und ihrem Suchen nach neuen Ausdrucksformen letztlich gerecht wird. Michael Stipe, der manchmal etwas unnahbar wirkende Selbstdarsteller, zeigt sich beizeiten auch mal als freundlich grienender Kumpel, der sein Publikum mit wenigen Gesten zu willfährigen R.E.M.-Jüngern macht. Der Regisseur verlässt sich manchmal ein wenig zu häufig auf Stipes Magie, wobei die profunde Musikalität der Band-Kumpels zwangsläufig in den Hintergrund gerückt wird. Beim unbebilderten Hörgenuss der CD bleibt dieses Moment allerdings ohne Bedeutung, insofern haben es die Macher geschickt und klug eingefädelt, dieses Live-Paket mit DVD und CD auszustatten.

Der R.E.M.-Fan wird, ob dieses Angebots, mit der Zunge schnalzen. Der Teilzeit-Fan mag durch den Kauf dieses Pakets in den Genuss einer komfortablen 'Best-Of-Compilation' kommen, die das umfangreiche Werk R.E.M.s halbwegs vernünftig auffächert. R.E.M. jedenfalls haben nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Eine gute Band, die aufkommende Stagnation stets zu vermeiden weiß.

Frank Ipach, 14.10.2007

 

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