R.E.M.

REMTV

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 01.12.2014
Jahr: 2014
Stil: Alternative-Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


R.E.M.
REMTV, Warner Music, 2014
Michael StipeVocals
Peter BuckGuitar, Mandolin
Mike MillsBass, Piano, Keyboards, Guitar
Bill BerryDrums, Percussion
Additional Musicians:
Scott McCaugheyGuitar, Keyboards, Vocals
Bill Rieflin, Joey WaronkerDrums
Ken Stringfellow, Peter HolsappleGuitars, Keyboards, Vocals
Produziert von: B. Downs, B. Flanagan, S. Sigworth, A. Young Länge: 891 Min 00 Sek Medium: DVD

Angesichts dieser groß angelegten Konzertretrospektive merkt man, dass R.E.M. fehlen.

Man vermisst die Einzigartigkeit einer Band, die über die Jahre ihr solides, unverwechselbares Profil entwickelt hat. Eine Rock-Truppe, die ihre eigene Stimme in Sachen Sound und Ästhetik, Verkaufsstrategie und Außendarstellung ganz zielbewusst und kompromisslos zur Schau gestellt hat. R.E.M. aus Athens, Georgia.

Mit dem aktuellen, sage und schreibe sechs DVDs und satte vierzehn Stunden andauernden Rückblick erinnert das Quartett aus den amerikanischen Südstaaten einerseits an konzertante Großtaten, wirft einige Schlaglichter auf ehrenvolle Preisverleihungen (Video Music Awards) und ihren verdienten Einzug in die 'Rock'n'Roll Hall Of Fame' im Jahre 2007 (samt Laudatio von Eddie Vedder) und erfreut Fans und Verehrer andererseits mit einer knapp zweistündigen Dokumentation, die die Geschichte der einstigen Studenten-Band hemmungslos aufrollt. Wirklich sehr interessant und absolut sehenswert. Das fehlte noch in R.E.M.s Portfolio.

Die fruchtbare Allianz zwischen R.E.M. und dem in den frühen Achtziger Jahren aufkeimenden und aufstrebenden Musiksender MTV sind untrennbar miteinander verknüpft und in seiner Wechselwirkung geradezu typisch für die jahrelange Omnipräsenz beider Partner.

Die nahezu historisch anmutende Rückschau beginnt tatsächlich im Jahre 1983 mit dem Auftritt des blutjungen Vierers im "Livewire"-Programm, einer erfolgreichen Kids-Talkshow und Talentplattform für aufstrebende Rockbands. Den Schlusspunkt setzt die im Laufe der Jahrzehnte zu Multimillionenseller und Megastars mutierte Combo mit ihrem Open-Air Gig in Athen/Griechenland am 5. Oktober 2008. Hier ein paar Dutzend Zuhörer in einem TV-Studio, dort zig Zehntausende in einem griechischen Stadion. Ein gehöriger und atemberaubender Wandel.

Auch wenn sich die Setlists der vielen Konzerte über die Jahre immer wieder ähnelten und die unerlässlichen Hits wie Losing My Religion, The One I Love, Fall On Me, Daysleeper, Imitation Of Life und Man On The Moon immer und immer wieder gespielt wurden (wen wundert's), treten kaum oder nur selten bemerkenswerte Abnutzungserscheinungen auf. Natürlich zeigt sich die Band nicht immer gleich gut in Form, offenbart auch Schwächen, wirkt gerade in den späteren Tagen manches Mal etwas zu routiniert und ohne den nötigen Feuereifer, der sie einst auszeichnete. Doch insgesamt beweist sich, dass R.E.M. eine Unmenge großartiger Songs geschaffen haben. Lieder die überdauern werden. Sie vertrauen uneingeschränkt auf ihr typisches Amalgam aus Rock, Punk, Pop und Country-Elementen, das sie - insbesondere auch wegen Michael Stipes charismatischer Stimme - so unverwechselbar und sympathisch machte.

"REMTV" wird sich wohl als aufwändig gestaltete, lohnenswerte DVD-Box, die ein wichtiges Kapitel Musikgeschichte abfeiert, auf so mancher Weihnachtswunschliste wiederfinden. Das schmucke Box-Set kommt sicherlich nicht billig daher, bietet aber mit immerhin 14 Stunden Musik und Information einen wirklich adäquaten Gegenwert. Empfehlung.

Frank Ipach, 29.11.2014

 

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