Richie Kotzen

Peace Sign


CD-Review

Reviewdatum: 06.05.2010
Jahr: 2010
Stil: Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Richie Kotzen
Peace Sign, Headroom Inc, 2010
Richie KotzenGesang, Gitarre, Bass & Schlagzeug
Dan PotruchSchlagzeug (Long Way From Home, Best Of Times, Paying Dues und Peace Sign)
Produziert von: Richie Kotzen Länge: 49 Min 41 Sek Medium: CD
01. My Messiah07. You Got Me
02. Long Way From Home08. Your Entertainer
03. Paying Dues09. Catch Up To Me
04. Peace Sign10. Lie To Me
05. Best Of Times11. Larger Than Life
06. We're All Famous12. Holding On

Wir sollten es direkt hinter uns bringen: „Ja“, der Name klingt wirklich unschön im Deutschen und „Nein“, er hat nix aber auch gar nix mit den musikalischen Qualitäten des Herren zu tun. Ok, wars das mit dem Namen? Danke - und nun weiter im Text.

Richie Kotzen ist ein Künstler, ein wahrer Magier an den sechs Saiten, der mit seiner Telecaster wunderbare Sound-Landschaften in der Schnittmenge zwischen Rock, Jazz, Funk, Soul und Blues zaubert. Seine Karriere begann er als Protegé von Mike Varney, der die ersten rein instrumentellen Frickel-Orgien auf seinem Label Shrapnel Records verlegte. Damals stand Kotzen noch in einer Reihe mit anderen hoffnungsvollen Gitarreros wie Marty Friedman (Ex-MEGADETH, Ex-CACOPHONY), Jason Becker (Ex-David Lee Roth, Ex-CACOPHONY) oder Tony MacAlpine (unter anderem PLANET X). Alle konnten extrem schnell spielen, so auch Kotzen. Aber er hatte in seinem Spiel auch immer schon diese Einflüsse, die weit über den einfachen Hard Rock oder Heavy Metal hinauswiesen.

Seinen Stil und sein Können konnte Kotzen im Laufe seiner Karriere bei so unterschiedlichen Bands wie POISON (auf deren musikalisch anspruchsvollsten Album “Native Tongue“) und bei MR. BIG (auf “Get Over It“ und “Actual Size“) weiter verfeinern und entwickeln. Parallel dazu nahm er aber auch schon immer beeindruckende Solo-Alben auf. Diese wechseln zwischen Jazz (“Inner Galactic Fusion Experience“), Blues (“BiPolar Blues“), Rock (“Return Of The Mother Head's Family Reunion“) oder allem zusammen wie bei “Peace Sign”.

Dabei handelt es sich bereits um das sage und schreibe zwanzigste Solo-Album seiner Karriere. Und wieder ist es eines zum „mit der Zunge schnalzen“ geworden. Sein Spiel ist wundervoll flüssig und voller Melodie, die Zeiten des Shredders Richie Kotzen gehören schon längst der Vergangenheit an. Vielmehr spielt er ständig extrem Song-dienlich und meist kurze, präzise Soli. Sein Sound erinnert dabei immer wieder an Jimi Hendrix.

Aber Kotzen macht auch an den anderen Instrumenten eine mehr als nur gute Figur, denn bis auf wenige Ausnahmen stammt alles vom Meister selber. Bestes Beispiel ist der Funk-Rocker Paying Dues und die kleinen Soli auf Bass und Schlagzeug, die auch von Kotzen stammen. Generell ist “Peace Sign“ auch das souligste Album seiner bisherigen Diskographie.

Dabei sollte man Soul nicht nur im Sinne von Marvin Gaye und Kollegen verstehen, denn auch die Alben von Jimi Hendrix besaßen eine Menge Soul und genau in diese Richtung geht das neue Kotzen-Werk. Das passt natürlich zur extrem souligen Stimme von Kotzen, die im Gegensatz zu Barden wie Xavier Naidoo aber auch über die nötigen Eier verfügt. Über die Jahre ist Kotzen als Sänger immer weiter gereift und kann mittlerweile mit seinen unglaublichen technischen Fähigkeiten mithalten.

Denn das Prunkstück einer jeden CD von Richie ist sein Gitarrenspiel. Diese Kombination von unglaublicher Leichtigkeit, mit der er auch schwierigste Läufe meistert, kombiniert mit seinem Gespür für griffige Melodien. Für mich ist Richie Kotzen momentan einer der besten Gitarristen und Musiker im Bereich Rock und Soul und “Peace Sign“ beweist das mit jedem Durchlauf. Egal, ob Rock wie bei My Messiah, Funk in We Are All Famous und Paying Dues, herzzerreißender Blues bei Long Way From Home, Soul-Rock Peace Sign (Jimi ware stolz auf diesen Song) oder ganz ruhig und akkustisch bei Catch Up To Me und Larger Than Life. Kotzen kann einfach alles schreiben, spielen und singen. Und somit hat er auf “Peace Sign“ auch für jeden Musikgeschmack etwas zu bieten.

Marc Langels, 05.05.2010

 

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