Richmond Fontaine The High Country, Decor Rec, 2011 |
Willy Vlautin | Vocals, Guitar | |||
Dan Eccles | Guitar | |||
Dave Harding | Bass, Guitar, Vocals | |||
Sean Oldham | Percussion, Keyboards, Guitar, Vocals | |||
Deborah Kelly | Vocals | |||
Paul Brainard | Pedal Steel | |||
Ralph Huntley | Keyboards, Accordion | |||
Collin Oldham | Cello, Cellomobo | |||
John Askew | Keyboards, Vocals, Scenic Sounds | |||
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01. Inventory | 10. The Eagles Lodge | |||
02. The Girl On The Logging Road | 11. Driving Back To The Chainsaw Sea | |||
03. The Chainsaw Sea | 12. Lost In The Trees | |||
04. Let Me Dream Of The High Country | 13. On A Spree | |||
05. The Mechanic Falls In Love With The Girl | 14. Deciding To Run | |||
06. The Mechanic's Life | 15. I Can See A Room | |||
07. Angus King Tries To Leave The House | 16. The Escape | |||
08. The Meeting On The Logging Road | 17. Leaving | |||
09. Claude Murray's Breakdown | ||||
Willy Vlautin ist ein Geschichtenerzähler. Seinem Faible setzt er selbst Denkmäler und veröffentlichte, neben bislang neun Studioalben mit seiner 1994 gegründeten Band RICHMOND FONTAINE, seit 2006 drei Bücher – Solo sozusagen. Die hochgelobten Werke – sowohl musikalischer als auch literarischer Natur – brachten nun mutmaßlich den Anstoß beides noch enger zu verknüpfen als bisher. Das zehnte Studioalbum der Combo aus Portland, Oregon ist deswegen nicht einfach nur ein Konzeptalbum sondern ein Roman in Musikform.
"The High Country" schildert die unglückliche Liebesgeschichte von The Girl und The Mechanic – eine hochdramatische Romanze mit Trailer Park und allem Zipp und Zapp. Randfiguren, wie man sie sich etwas spätromantisch in US-amerikanischen Kleinstädten vorstellt, bilden eine illustre Kulisse und treiben die beiden Hauptpersonen durch ihre tragische, kurze gemeinsame Zeit. Solche Storys sind nicht weltbewegend, aber immer wieder spannend, wenn sie gut erzählt sind; das Leben eben.
Musikalisch spielt "The High Country" passender Weise zwischen Folkballade, schwebendem Instrumental und plötzlich hereinbrechendem Country-Rock mit zum Teil auffälliger Garagen Schräglage. Deborah Kelley von den DAMNATIONS mimt die weibliche Stimme der Geschichte meist sanft und melancholisch bis zur Resignation. Vlautin schlägt je nach Rolle in eine ähnliche oder aber auch komplett andere Kerbe, er poltert von ruppig bis ruhig.
Schon fühlt man sich versetzt in eine Welt aus Pick Ups, Trucks und staubigen Straßen, auf denen es dennoch immer regnet; amerikanische Musik zwischen Spoken Words, Folk und Americana – das passende Gerüst zur Geschichte.
RICHMOND FONTAINE gelingt es, den narrativen Faden musikalisch zusammenhalten, so extrem unterschiedlich die Songs auch sind. Nur gelegentlich verliert sich der Hörer etwas bei all den Verwirrungen um The Girl und The Mechanic, die nicht zusammen glücklich werden können, ähnlich wie die volkstümlich besungen zwei Königskinder. Bevor ein Gefühl wie beim Autoren-Kino zu sehr Platz beansprucht, holt die Band den Soundteppich glücklicherweise immer wieder rechtzeitig zurück auf den amerikanischen Garagenboden. Und auch wenn am Ende nicht alles gut ist, ist dennoch irgendwie alles gut, Happy End hin oder her.