Rob Zombie

Hellbilly Deluxe 2

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.01.2010
Jahr: 2010
Stil: Industrial Metal/Hard Rock

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Rob Zombie
Hellbilly Deluxe 2, Roadrunner Records, 2010
Rob ZombieVocals
John 5Guitars
Piggy DBass
Tommy ClufetosDrums
Produziert von: Rob Zombie Länge: 46 Min 40 Sek Medium: CD
01. Jesus Frankenstein07. Death And Destiny Inside The Dream Factory
02. Sick Bubblegum08. Burn
03. What?09. Cease To Exist
04. Mars Needs Women10. Werewolf Women Of The SS
05. Werewolf, Baby!11. The Man Who Laughs
06. Virgin Witch

Schau an, fühlt sich der gute Robert Bartleh Cummings, allgemein bekannter unter dem Namen ROB ZOMBIE, doch wieder einmal berufen, Musik zu machen, nachdem er sich zuletzt nur noch dem Zelluloid widmete und neben Splatter (“The Devil’s Rejects“) und Horror-Remakes (“Halloween“ und “Halloween 2“) sogar eine Folge für “CSI Miami“ abgedreht hat. Bei “Hellbilly Deluxe 2“ war ich erst ein bisschen skeptisch, nach dem ziemlich lahmen und reichlich zahnlosen Vorgänger "Educated Horses". Aber ebenso wie der Rezensent dürfen alle alten Fans schon nach wenigen Takten beruhigt sein: “Hellbilly Deluxe 2“ knüpft entsprechend seinem Titel wirklich an die guten, alten ZOMBIE-Zeiten an.

Schon der Opener Jesus Frankenstein wirkt schön krank, vor dem geistigen Auge entsteht ein schwarz-weißer Horrorfilm, der Refrain bietet sich mit seinem Stampf-Rhythmus für bedrohliche Massenszenen an. Bei Sick Bubblegum bewegt man sich deutlich auf den Spuren von WHITE ZOMBIE, mit kernigem Industrial-Groove. Am Ende darf Gitarrist JOHN 5 dann auch noch die Finger fliegen lassen und beweisen, dass er einer von der schnellen Sorte ist. Wie überhaupt der ansonsten bei MARILYN MANSON tätige Saitenvirtuose der Scheibe deutlich gut tut.

Der Sicko-Rock-N-Roll What? wird abgelöst von dem Wolf im Schafspelz Mars Needs Women, der zunächst sanftes Countryfeeling vorgaukelt, um dann zum schrillen, rotglühenden Stampfer zu mutieren. A propos “Wolf“ – das Thema Werwolf hat es dem Meister diesmal besonders angetan. Mit Werewolf, Baby! folgt der erste Heuler dazu. Ein eigentlich relativ konservativer Rocksong, der durch die ZOMBIEschen Reißzähne erst seinen Reiz erhält. Bei Virgin Witch gibt es die nächste klassische Zutat für den Horror-Soundtrack: Kirchenglocken und ein angemessen doomiges Riff, das ein wenig nach BLACK SABBATH, aber dann auch in den typischen ZOMBIE-Groove hinübergeleitet wird. Death And Destiny Inside The Dream Factory inszeniert den Grauen in der Filmmetropole Hollywood mittels eines kurzen, schnellen, fast schon punkigen Rockers. Wenn da mal die Realität in dem berühmten Stadtteil von L.A. nicht gruseliger ist…

Die heimliche Hitsingle in diesem Album ist das treibende Burn, das ziemlich nahe an den alten WHITE ZOMBIE-Smasher More Human Than Human herankommt. Dagegen ist Cease To Exist ein langsam schleichender Riff-Rocker zum Durchpusten. Wer das Grindhouse-Doublefeature mit “Planet Terror“ von Robert Rodriguez und „“ von Quentin Tarantino gesehen hat, wird sich ein Grinsen nicht verkneifen können, war Werewolf Women Of The SS, das zweite Stück zum Thema “Vorsicht bei Vollmond“, doch einer der herrlich trashigen Fake-Trailer. Wer es nicht kennt, sollte sich das von ZOMBIE gedrehte Filmchen unbedingt auf YouTube reinziehen. Der Song passt dazu wie die Faust aufs Auge mit seinem überdrehten Schwung und dem Spaghetti-Western-Zwischenspiel von John 5.

Lediglich zum Abschluss bilden sich bei diesem Album ein paar Fragezeichen auf der Stirn, gewährt ROB ZOMBIE doch einen Blick in das geheime Handbuch des modernen Rockmusikers, Kapitel 17: Wie verlängere ich die Spieldauer eines Albums. Denn das ansonsten (trotz Orchesterklängen) solide The Man Who Laughs, enthält doch tatsächlich ein nicht gerade kurzes Drumsolo. Nichts gegen Tommy Clufetos, aber gegen Ende einer CD dient dies nicht einmal dem von Live-Konzerten bekannten Zweck, unmittelbare Bedürfnisse befriedigen zu können (Bier holen oder dasselbe wieder loswerden). Schlichtweg überflüssig, das Geklöppel. Ansonsten aber ist “Hellbilly Deluxe 2“ sehr unterhaltsam, da es zwar (nur) more of the same vom altbekannten ZOMBIE-Sound bietet, aber da man den so lange vermissen musste, läuft das richtig gut rein.

Ralf Stierlen, 22.01.2010

 

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