Robert Plant

Robert Plant - Ein Leben

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 21.12.2015
Jahr: 2015
Stil: Blues-, Prog-, Ethno-Rock
Verlag: Edel

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Robert Plant
Robert Plant - Ein Leben, Edel, 2015
von: Paul Rees
ISBN: 978-3-8419-0373-0
Umfang: 368 Seiten
Preis: 22,95 € zzgl. Versandkosten

Wer erwartet, dass er Robert Anthony Plant am Ende von “Robert Plant – Ein Leben“ besser kennt, der erhofft sich womöglich zu viel. Zu viel vom Autor Paul Rees und erst recht vom einstigen LED ZEPPELIN-Sänger. Das drückt sich vielleicht am deutlichsten in dem Satz aus, mit dem er dieses Buch beschließt – und der eine Antwort auf des Autors Frage ist, ob er Lust hätte, sein Leben einmal aus seiner Sicht zu erzählen: “Vielen Dank für das Interesse, aber ich glaube, dafür ist es zu früh – es wartet noch so viel auf mich“.
Was wiederum verdeutlicht, dass es sich hier um keine richtige Biografie, schon gar keine Autobiografie, handelt. Dazu fehlt es an der ausgiebigen Mitarbeit Plants, sodass sich Paul Rees oft an geführten Interviews und Berichten aus zweiter Hand entlang hangeln muss. Denn dass man zu tief in seinem Leben und seinem Innersten schürft, das verhindert der Hauptdarsteller schon höchstpersönlich und blockt jeden Versuch dahingehend ab.

Trotzdem erfährt man eine Menge und Erkenntnisse gewinnt man auch: Robert Plant ist zeitlebens ein Hippie geblieben, der sich zwar immer intensiv, aber nie sehr lange mit etwas beschäftigt und fast ständig den Wandel sucht.
Das drückt sich neben seinen diversen musikalischen Aktivitäten auch in seinen Beziehungen aus. Ein Weiberheld ist er, flirtsüchtig und seine Möglichkeiten schonungslos ausnutzend. Dabei ist er eine Art “Jekyll & Hyde“, denn zu Hause gibt der im “Black Country“ (das ist so die Kante nordwestlich von Birmingham) geborene Plant den verantwortungsvollen und liebevollen Vater und bodenständigen Verwalter seines Landgutes, der am liebsten in der Scheune mit seinen Kumpels Musik macht und sich im örtlichen Pub ein paar Pints genehmigt, während auf Tour mit LED ZEPPELIN die Sau rausgelassen wurde. Da war der Sänger zwar nach eigenem Bekunden immer in der zweiten Reihe und mehr Beobachter als Akteur, aber, wie gesagt, wenn es um Privates geht, ist er ja nicht so auskunftsselig.
Überhaupt wird der Leser, der dem Voyeurismus fröhnt ziemlich enttäuscht sein, denn die tatsächlichen oder vermeintlichen Ausuferungen der Zeppelin-Tourmaschine werden nur angedeutet und bleiben vage.
Zum oft schizophren anmutenden Charakter des Sänger gehört auch einerseits geizig bis zum geht nicht mehr zu sein, und andererseits spontan eine Runde in der Kneipe zu schmeißen, oder John Bonhams altes Ludwig-Drumkit einem seiner späteren Schlagzeuger zu schenken.

Was erfährt man noch? Manager Peter Grant kommt verhältnismäßig gut weg (wollte ja doch nichts anderes, als seine Jungs beschützen und eine Art Colonel Parker für Jimmy Page sein), während Tourmanager Richard Cole ein richtiger Widerling und Brutalo war, der sich im Verbund mit einem John Bonham auf Alkohol (und was sonst noch so…) regelrecht asozial gebärdete.
Page ist einst genial in den 60er Jahren gestartet, hat aber ab der Mitte der 70er nichts wirklich Beeindruckendes hingekriegt. Und wenn, dann wenn sich Robert Plant noch einmal mit ihm zusammengetan hat, was allerdings nie lange gut ging.
Wer sich mit Plant noch nicht eingehender beschäftigt hat, wird erstaunt sein, wie viele – und vor allem vielschichtige – Soloalben dieser veröffentlicht hat (da sollte man unter anderem einen Blick und zwei Ohren auf dieses hier werfen.
Mit am bekanntesten ist natürlich seine Arbeit mit der Country- und Bluegrass-Sängerin Alison Krauss. Auch das wieder bezeichnend, denn obwohl die Beiden mit “Raising Sand“ 2009 einen Grammy für das “Album des Jahres“ einheimsten, wurde eine weitere Zusammenarbeit zwar angedacht, aber recht bald ad acta gelegt.
So ist er. Der Robert. Immer absolut fokussiert auf sein Ziel, was es seinen Mitmusikern und Angestellten (und Frauen) oft nicht einfach macht, aber auch immer auf der Suche. Nach neuer Musik, neuen Beziehungen, neuen Erfahrungen. Irgendwie ein Hippie. Ist ja auch nicht das Schlechteste.

Epi Schmidt, 20.12.2015

 

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