Robert Randolph

Unclassified

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.01.2004
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Robert Randolph & The Family Band
Unclassified, WEA, 2003
Robert Randolph Pedal Steel Guitar, Electric Guitar, Acoustic Guitar, Vocals
Danyel Morgan Bass, Guitar, Vocals
Marcus Randolph Drums
John Ginty B-3 Organ, Piano
Lenesha Randolph, Candice Anderson, Ricky Fowler & Neal Casal Vocals
Leon Mobley Percussion
Produziert von: Robert Randolph & The Family Band with Jim Scott Länge: 47 Min 47 Sek Medium: CD
1. Going in the right direction7. Good times (3 strokes)
2. I need more love8. Why should I feel lonely
3. Nobody9. Calypso
4. Soul refreshing10. Problems
5. Squeeze11. Run for your life
6. Smile

Irgendwann saß ich abends gelangweilt vor der Glotze und zappte mich durch das mediale Grauen. Plötzlich blieb ich ausgerechnet bei Onyx TV hängen: Moment mal, da spielt ja einer Pedal Steel. Wann hat man das zuletzt in einem Musikvideo gesehen? Und dann noch kein Countrysound, sondern ein Song, der abgeht wie Schmidts Katze und Erinnerungen weckt an eine Zeit, als (kommerzielle) schwarze Musik nicht nur aus weichgespültem RnB oder prolligem Macho-Rap bestanden hat. Der Song hieß I need more love und die Band ROBERT RANDOLPH & THE FAMILY BAND.
Nun haben die Mädels und Jungs um den Tausendsassa aus New Jersey ihr Studiodebüt namens "Unclassified" vorgelegt, und sowohl Band als auch CD tragen ihre Namen nicht umsonst. Denn zum einen wirken außer Robert Randolph auch noch sein Bruder Marcus und Schwester Lenesha mit und zum anderen läßt sich die Musik wirklich nicht so ohne weiteres in eine Schublade packen. Da gibt es treibenden Rock'n'Roll (Going in the right direction; Good times (3 strokes); Run for your life), 70er Jahre Funkiges (I need more love; Nobody; Squeeze; Calypso), Bluesbetontes (Why I should feel lonely; Problems) aber auch Musik mit der Wärme des Soul (Soul refreshing) und Gospelementen.

Der nunmehr 25-jährige Robert Randolph entdeckte bereits als Jugendlicher die Pedal Steel für sich und setzte sie in der Musik ein, mit der er aufwuchs, also eben in den vorbenannten Musikstilen. Richtiggehend entdeckt wurde er dann durch den Jazzer John Medeski, der ihn zu seinen Word Sessions einlud. Bald gründete Robert Randolph seine eigene Band und legte als erstes ein Live-Album "Live at the Wetlands" vor.
Der explosive Stilmix aus schwarzen Groovegöttern wie SLY & THE FAMILY STONE, TEMPTATIONS oder Ben Harper mit einer Prise Virtuosität im Stile von Stevie Ray Vaughan rief bald namhafte Label auf den Plan, so dass sich Warner Brothers die Dienste von Randolph für dessen Studiodebüt "Unclassified" sicherte. Dem extrovertierten Frontmann, der gerne als Jimi Hendrix der Pedal Steel bezeichnet wird, stehen dabei kongeniale Mitstreiter zur Seite: Co-Leadvocalist Danyel Morgan sorgt für ein pumpendes Bassfundament, Drummer Marcus Randolph setzt einen rockigen Beat und John Ginty wärmt mit seiner Hammondorgel den Sound angenehm retromäßig an.
Live wird diese großartige Musik sicherlich noch explosiver wirken (an seltenen Stellen ist die Produktion ein wenig glattgebügelt, so bei dem Schleicher Smile) und für kochende Konzertsäle und ein tanzendes Publikum sorgen.

Diese Band ist ein großartiges Versprechen für die Zukunft alternativer schwarzer Rockmusik.

Ralf Stierlen, 12.01.2004

 

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