Roger Chapman

Rockpalast

Live At Rockpalast Hamburg Markthalle 1979 & Live At Rockpalast Essen Grugahalle 1981

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 11.04.2014
Jahr: 2014
Stil: Pop

Links:

Roger Chapman Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Roger Chapman
Live At Rockpalast Hamburg Markthalle 1979 & Live At Rockpalast Essen Grugahalle 1981, Repertoire Records, 2014
Roger ChapmanGesang & Percussion
Tim HinkleyPiano, Keyboards & Gesang
Geoff WhitehornGitarre & Gesang
Nick PentelowSaxophon
StretchSchlagzeug
Jerome RimsonBass & Gesang (Hamburg)
Helen HardyGesang (Hamburg)
Kathi O'DonoghueGesang (Hamburg)
Steve SimpsonGitarre, Violine, Akkordeon, Mandoline & Gesang (Essen)
Poli PalmerSynthesizer & Vibraphon (Essen)
Boz BurrellBass (Essen)
Produziert von: Christian Wagner Länge: 219 Min 30 Sek Medium: CD & DVD
Live At Rockpalast Hamburg Markthalle 1979 (Dauer: 97:30 Minuten)
DVD & CD 01DVD & CD 02
01. Moth To A Flame01. Burlesque
02. Keep Forgettin'02. Can't Get In/Bo Diddley/Hoochie Coochie Man
03. Face Of Stone03. Always Gotta Pay In The End
04. Midnite Child04. Let's Spend The Night Together
05. Who Pulled The Nite Down/Talkin' About You05. Hang On To A Dream
06. Shape Of Things06. Can't Turn You Loose
07. Short List
Live At Rockpalast Essen Grugahalle 1981 (Dauer: 122:00 Minuten)
DVD & CD 01
01. Who Pulled The Nite Down07. He Was, She Was
02. Keep Forgettin'08. Hang On To A Dream
03. Unknown Soldier09. Prisoner
04. Ducking Down10. Short List
05. I Just Want To Make Love To You11. Hyenas Only Laugh For Fun
06. Killing Time
DVD & CD 02
01. Common Touch08. Jesus And The Devil
02. Making The Same Mistake09. Can't Get In
03. Midnite Child10. Hey, Bo Diddley
04. Stone Free11. Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band
05. Goodbye Reprise12. Help Me
06. Blood And Sand13. Prisoner (Reprise)
07. Let's Spend The Night Together

Als Roger 'Chappo' Chapman mit 36 Jahren seine Solo-Karriere begann, da hatte der Mann mit der markanten Röhre bereits mit den Bands FAMILY und den STREETWALKERS schon einige Erfolge vorzuweisen. Wie auch schon mit seinen früheren Gruppen war auch in seiner Zeit als Solo-Künstler die Live-Show einer der Grundpfeiler seines bis heute anhaltenden Erfolges. Wie zum Beweis wurden nun zwei Auftritte aus der Anfangsphase von Chapmans Solo-Zeit - zusammen mit seiner Backing-Band THE SHORTLIST - aus der sehr erfolgreichen und renommierten Reihe "Live At Rockpalast" veröffentlicht.

Die erste Veröffentlichung zeigt Chapman und Band im Jahre 1979 in der Hamburger Markthalle. Zu diesem Zeitpunkt hatte Chapman lediglich sein Debüt “Chappo“ veröffentlicht, so dass neben Songs dieses Albums natürlich auch viele Stücke von FAMILY und den STREETWALKERS zum Einsatz. Die Band spielt sich sichtlich voller Spaß durch den Set. Dabei sorgt der Saxophonist Nick Pentelow für einen Schuss Funk-Feeling, die Gitarre für den Rock-Anteil, die Background-Sängerinnen für einen Schuss Soul und die Rhythmus-Sektion für mächtig Groove.

Diese musikalische Spielwiese nutzt Chapman dann weidlich aus, um seine Fähigkeiten als Sänger zu demonstrieren. Und bei Songs wie Moth To A Flame, Keep Forgettin’, Who Pulled The Nite Down oder Burlesque sowie eine Klassiker vom Format eines Let’s Spend The Night Together hat er dazu auch genügend Gelegenheit. Natürlich singt Chapman diese Songs auch im Studio wirklich toll, aber auf der Bühne bringt er sie fast noch besser, weil ursprünglicher – oder wenn man so will animalischer –, rüber. Man achte nur auf das ständig präsente Tremolo direkt im Opener Moth To A Flame.

Die Bild-Qualität auf der DVD ist im Gegensatz zu der Audio-Spur eher als ausreichend zu bezeichnen. Neben den nicht immer idealen Kamera-Positionen liegt das vor allen Dingen an der Ausleuchtung und vermutlich der Aufbewahrung des Materials über all die Jahre. Und trotzdem macht es eben auch Spaß, dieser inspirierten Band nicht nur zuzuhören, sondern auch dabei zuzusehen. Suboptimale Bild-Qualität hin oder her. Ein feines Frühwerk aus der Solo-Karriere von 'Chappo'.

Die zweite "Rockpalast"-Veröffentlichung stammt aus der Essener Grugahalle und wurde 1981 aufgenommen. In der Zwischenzeit waren die beiden Alben "Mail Order Magic" sowie “Hyenas Only Laugh For Fun“ erschienen. Und so ergibt sich lediglich eine Überschneidung von acht Stücken zwischen den beiden Konzerten. Die Band wurde in der Zwischenzeit etwas umgebaut. So gibt es statt der beiden Background-Sängerinnen nun einen zweiten Gitarristen sowie einen zweiten Keyboarder.

Bei dem Auftritt in Essen ist alles größer und professioneller. Davon profitieren insbesondere die Video-Aufnahmen, die hier das Niveau erreicht haben, das man von der Marke "Live At Rockpalast" auch aus den 1980er Jahren kennt und gewohnt ist. Und auch der Ton ist besser, weil ausgewogener. Hinzu kommen die starken Songs, die Chapman und seine Band in der Zwischenzeit komponiert hatten, die ebenfalls eine deutliche Weiterentwicklung aufzeigen.

Man merkt auch der Band die Umbesetzungen und die Zahl der inzwischen gespielten Konzerte an. Die Musiker spielen sehr sauber und auf den Punkt. Und auch Chapman ist als Frontmann und Sänger weiter gereift. Das bedeutet aber, dass der Enthusiasmus, der das Hamburger Konzert ausgezeichnet hatte, hier nicht mehr so überdeutlich spürbar ist. Allerdings heißt das nicht, dass die Band lediglich Dienst nach Vorschrift machen würde, aber das letzte Quäntchen Leidenschaft fehlt, das den Auftritt in der Markthalle zu etwas besonderem gemacht hatte.

Trotzdem - oder vielleicht auch gerade deswegen - ist "Live At Rockpalast - Essen Grugahalle 1981" die ideale Ergänzung zu "Live At Rockpalast - Hamburg Markthalle 1979". Beide Konzerte zeigen die Entwicklung von Roger Chapman und seiner Band SHORTLIST sehr schön auf. Aus den Clubs auf die damals deutlich größeren Bühnen der Multifunktionshallen. Beide Auftritte haben ihre ganz unterschiedlichen Reize und machen aus unterschiedlichen Gründen nahezu gleich viel Spaß.

Beide Varianten kommen als edle Doppel-CD plus DVD-Editionen, so dass man sich zwischen der reinen Audio-Version und der Video-Variante entscheiden kann. Die Qualität der Aufnahmen ist in beiden Fällen - gemessen an den damaligen Möglichkeiten - hervorragend. Es macht Spaß, der Band zu lauschen und/oder ihr beim muszieren zuzusehen. Wie schon bei anderen Veröffentlichungen kann man hier als Musikfan nichts falsch machen. In beiden Fällen kann man nur zum Erwerb raten.

Marc Langels, 07.04.2014

 

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