Roger Taylor

Outsider

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.10.2021
Jahr: 2021
Stil: Rock, Pop
Spiellänge: 47:09
Produzent: Roger Taylor & Joshua J Macrae

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Plattenfirma: Universal Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt

Titel
01. Tides
02. I Know I Know I Know
03. More Kicks
04. Absolutely Anything
05. Gangsters Are Running This World
06. We're All Just Trying To Get By
 
07. Gangsters Are Running This World - Purple Version
08, Isolation
09. The Clapping Song
10. Outsider
11. Foreign Sand
12. Journey's End
Musiker Instrument
Roger Taylor Vocals, Drums, Guitar, Bass, Keyboards
Joshua Macrae Keyboards, Percussion
Jason Falloon Guitar, Bass
Steve Hamilton Saxophone
Susie Webb, Sarina Taylor Background Vocals
KT Turnstall Vocals on 'We're All Just Trying To Get By'
Jim Cregan Acoustic Guitar on 'Foreign Sand'
Ben Edwards Trumpet
Mike Kearsey Trombone

Im QUEEN-Kosmos rockt es in diesem Jahr ganz schön: Im Juli erschien die Neuauflage ihres “Greatest Hits“-Albums, im August brachte Brian May sein aufgemotztes “Back To The Light“-Album wieder unter die Leute, außerdem ist eine erweiterte Ausgabe seines “Queen in 3-D“-Buches noch für dieses Jahr angekündigt, unlängst erschien ein Buch über die Münchner Jahre von Freddie Mercury, der in diesem Jahr 75 geworden wäre und natürlich jährt sich am 24. November auch sein Todestag zum 30. Mal. Mindestens ein weiteres Buch über QUEEN und ihren Ausnahmesänger soll auch in diesem Jahr noch kommen.

 

Ja, und dann hätten wir noch das neueste Album von Roger Taylor.John Deacon scheint ja tatsächlich mit dem Thema durch zu sein. Und wie sehr ich auch Rogers Beitrag zu QUEEN zu schätzen weiß – ohne sein Schlagzeugspiel und seinen Gesang wäre das eine andere Band gewesen - , hat mir doch sein 2013er Album “Fun On Earth“ nicht so sehr viel Spaß bereitet. Schauen wir mal, was es mit dem Nachfolger, seinem insgesamt sechsten Soloalbum, auf sich hat. Nach wie vor arbeitet er hierfür mit Joshua Macrae zusammen, dereinst der Drummer von Rogers Nach-QUEEN-Band THE CROSS.

 

Hier sitzt natürlich Roger selbst am Schlagzeug. Joshua kümmert sich um den Rest, spielt irgendwas, kocht Tee, oder was weiß ich.... Spaß beiseite: Natürlich waren auch QUEEN in der Pandemie außerplanmäßig auf Eis gelegt (bekanntlich schon man das Live-Album “Live Around The World“ ein) und Roger hatte Zeit sich viele Gedanken und letztlich dieses Album zu machen. So richtig fröhlich scheint er nicht gewesen zu sein, als den Gezeiten vor seinem Haus am Meer zugesehen hat. “All the things that live someday must die“ zu leicht sphärischer Musik, da hat einen schnell die Winter-Depri im Griff. “My only friend now is the tide“..., da kriegt man ja fast Angst um den Mann. Schön gemacht ist das, aber, ja, für den Einstieg schon etwas belastend.

 

Auch I Know I Know I Know schleppt sich relativ schwermütig dahin. Entsprechend ist das auch mehr ein Sprechgesang, den Taylor beisteuert. Hat für mich ein bisschen was von PINK FLOYD, ist aber laut Roger “die bluesige Entschuldigung für einen sehr menschlichen Fehltritt“. Gerade als ich mich auf ruhige Stimmung des Albums einlassen will, geht’s dann doch mal richtig kernig zur Sache. Richtig heavy Riffs dröhnen in More Kicks und Ol' Rogers Gesang empfiehlt ihn direkt als Lead-Sänger bei NAZARETH. Ein Saxofon dudelt etwas jazzig dazwischen, aber nach gut der Hälfte wird die Handbremse gelockert und das Teil rockt in doppeltem Tempo ab. Da kann man sich etwas an Rogers treibendem Drum-Spiel freuen, dass so viele QUEEN-Hits befeuert hat.

 

Absolutely Anything gab's schonmal als Teil eines Soundtracks, aber Roger meinte wohl, der muss neu arrangiert nochmal hier drauf. Nun, netter Titel, aber spektakulärer wird er hier auch nicht. Da gefällt mir Gangsters Are Running This World deutlich besser. Ist auch “nur“ eine Pop-Ballade, geht schön ins Ohr und das Thema ist natürlich auch nicht schlecht. Ob er den Song in gewissen Ländern auf der Bühne spielen würde? Am besten in der “Purple Version“, die hier auch enthalten ist und die deutlich härter kommt. Hat bisschen was von QUEEN zu “Flash“-Zeiten.

 

Dazwischen ist KT Turnstall in We're All Trying To Get By zu Gast. Die schottische Sängerin hilft mit den folkigen Song irgendwo zwischen ELO und QUEEN einzupendeln, aber letztlich klingt dann doch mehr nach SMOKIE. Ganz nett. Hinter einem Songtitel wie Isolation erwartet man schon gleich keinen Partysong. Da wird man nochmal in die dunkelsten Zeiten des Lockdowns versetzt, aber zum Glück ist die Musik doch einigermaßen aufbauend angelegt. Wie in The Clapping Sound, das erstmals 1965 in den US-Charts ein Erfolg war. Ehrlich gesagt, reißt mich Shirley Ellis' Original noch Rogers Bearbeitung sonderlich vom Hocker. Aber immerhin macht diese “Hip Hop“-Fassung leidlich Laune.

 

Im Titelsong geht es um Mobbing, sich als “Outsider“ zu fühlen und so klingt es auch recht aufbauend - “My friends it's time to win“. Trotzdem etwas arg beliebig. Mit der Akustikballade Foreign Sand hatte Roger Taylor 1994 einen Top-30-Hit, meinte aber, es bräuchte eine mehr stripped-down Fassung des Titels und so gibt’s den hier, mit dem einstigen Rod Stewart-Gitarristen Jim Cregan an der Akustischen nochmal. Ja, sehr schön, getragen, nett. Vielleicht nimmt ihn ja Roddy auch mal auf. Würde zu ihm heutzutage passen. Auch eine kurze Reise findet ein Journey's End, das hier gleich sieben Minuten dauert. Nun, das geht ähnlich zu, wie am Anfang dieser Scheibe. Für mich wieder Richtung PINK FLOYD, spacig, sphärisch, verträumt.

 

Gedanken hat er sich also einige gemacht und ich will ihm auch nicht unrecht tun, aber wenn es heißt, das Album habe eine “herbstliche Stimmung“, dann kommt das schon hin. Hin und wieder muss man ja auch mal innehalten. Dafür hat man hier den perfekten Soundtrack.

 

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