Rolling Stones

Let It Bleed - Die Rolling Stones Altamont und das Ende der Sixties

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 04.10.2010
Jahr: 2010
Stil: It′s only Rock′n′Roll

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Rolling Stones
Let It Bleed - Die Rolling Stones, Altamont und das Ende der Sixties, Edel Rockbuch, 2010
von: Ethan A. Russell
ISBN: 978-3-941376-22-9
Umfang: 244 Seiten
Preis: 29,95 € zzgl. Versandkosten

Über die ROLLING STONES ist ja wahrlich schon genug geschrieben worden und Bücher über die Band gibt es wie Sand am Meer. Und, wie das in solchen Fällen auch meistens ist, viel Schrott ist auch darunter. Lieblos zusammengeschustert und mäßig bis schlecht recherchiert.
All das trifft auf die vorliegende Veröffentlichung nicht zu. Natürlich wird auch hier nichts bahnbrechend Neues auf den Markt geworfen, denn wenn es um die STONES geht, dann ist nun mal die interessanteste Zeit die, der späten 60er und frühen 70er. Ethan A. Russell war auf der 69er "Let It Bleed" Tour als Fotograf mit dabei und schöpft somit aus allererster und eigener Quelle. Entstanden ist dabei ein wirklich schönes, großformatiges Buch und ein toller Bildband. Von Beginn an taucht man in dieses Werk ein und fühlt sich fast in jene Zeit versetzt, auch wenn man nicht selbst an diesen Orten und/oder damals gelebt habt. Man bekommt mit, wie Ethan Russell mehr oder weniger aus Zufall zum Rockfotograf wurde, der nicht nur die ROLLING STONES, sonder auch Stars wie John Lennon fotografierte.
Und der eben jene Tour 1969 durch die Staaten mit der Band machte.
Aber vorher gibt es noch die Geschichte, wie Russell Brian Jones auf dessen Landsitz besucht und dort Bilder von ihm schießt. Ich habe wirklich schon reichlich Bücher über die Band und ihre Musiker zu Hause, aber diese Bilder kannte ich noch nicht. Und das setzt sicht fast komplett durch dieses Album fort.
Oft genug werden Bücher und Berichte mit den immer gleichen Fotos illustriert aber hier ist nahezu jedes Bild bisher un- oder selten veröffentlicht. Die Geschichten zu der Tour hat man sicher zum Teil in ähnlicher Form gelesen, aber die Bilder hier sind allein Rechtfertigung für dieses Buch.

Ob die STONES im Oriole House, ihrem "Wohnsitz" in L.A., vor Beginn der Tour, oder in Stephen Stills' Keller beim Proben oder in den Studios der Warner Bros. (Bill Wyman: "Wir hatten ein paar Proben. Nicht gerade viele. Wie die Stones halt so sind. Es war vor allem Party angesagt"), Ethan Russell war vor Ort und hat die Kamera drauf gehalten. So erlebt man die Tour vom Beginn bis zu ihrem unrühmlichen Ende mit. Fliegt mit Sam Cutler im Flugzeug, telefoniert mit Jo Bergman, besucht das "Circus Casino" in Las Vegas mit der Band, streitet sich mit dem Promoter Bill Graham (Tourmanager Ronnie Schneider zu Graham, der sich mit seinen Veranstaltungen brüstet: "Alles ganz toll, Bill, aber hast du schon mal was richtig Großes gemacht?"), "knockt" mit Securityguard Tony Funches zwei "Hells Angels" um und lernt - neben ein paar Mädchen - auch ein paar äußerst zwielichtige Gestalten kennen.
Und das eben auch in großformatigen, meist schwarz-weiß, Bildern. Mit zu meinen absoluten Favoriten gehört das Bild von Keith Richards, der sein Idol Chuck Berry trifft. Man kennt Keith, hier wie in anderen Büchern, praktisch nur als den Obercoolen, der seine typische Miene zieht und selten mal lächelt oder gar lacht. Aber auf diesem Bild steht er da und grinst wie ein Schulbub, der eine Tafel Schokolade bekommen hat. Köstlich!
Wie gesagt, ist einem die Story im Großen und Ganzen geläufig, aber man erfährt doch immer wieder kleine, feine Details. Und natürlich läuft am Schluss alles auf jenes Konzert in Altamont hinaus. Die komplette Erklärung, warum das so schief lief, gibt’s auch hier nicht, aber ein paar Puzzlestücke mehr ergeben sich doch. Es waren einfach zu viele ungünstige Konstellationen, die hier zusammen kamen. Auch hier ist die "Schuld" nicht an einer Person oder Organisation fest zu machen.
Ebenso, wie Manche das Ende der 60er - und der damit verbundenen Hoffnungen - an diesem Datum fest machen. Oder es pragmatischer sehen, wie Mick Taylor. Ob es das Ende der 60er war? Natürlich, es war Dezember 1969!
Mit diesem Buch sitzt man buchstäblich in der ersten Reihe und kann sich sein - ebenso buchstäblich - eigenes Bild davon machen. Rundherum empfehlenswert!

Epi Schmidt, 03.10.2010

 

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