Rolling Stones

Live Licks

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.11.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Rolling Stones
Live Licks, EMI Music, 2004
Mick Jagger Vocals, Keyboards, Harp
Keith Richards Guitar, Vocals
Ronnie Wood Guitars
Charlie Watts Drums
Darryl Jones Bass
Chuck Leavell Keyboards
Bernard Fowler, Lisa Fisher, Blondie Chaplin Backing Vocals
Bobby Keys Tenor Saxophone
Tim Ries Saxophone, Keyboards
Michael Davie Trombone
Kent Smith Trumpet
Gäste:
Sheryl Crow Vocals (Honky Tonk Women)
Solomon Burke Vocals (Everybody Needs Somebody To Love)
Produziert von: The Glimmer Twins & Don Was Länge: 109 Min 23 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Brown Sugar7. Angie
2. Street Fighting Man8. Honky Tonk Woman
3. Paint It, Black9. Happy
4. You Can't Always Get What You Want10. Gimme Shelter
5. Start Me Up11. (I Can't Get No) Satisfaction
6. It's Only Rock'n'Roll
CD 2:
1. Neighbours7. Beast Of Burdon
2. Monkey Man8. When The Whip Comes Down
3. Rocks Off9. Rock Me, Baby
4. Can't You Hear Me Knocking10. You Don't Have To Mean It
5. That's How Strong My Love Is11. Worried About You
6. The Nearness Of You12. Everybody Needs Somebody To Love

Einen Moment dachten wir, diesmal kämen wir davon. Ungeschoren. Unausgequetscht. Aber noch sicherer als das Amen in der Kirche folgt auf eine STONES-Tour ein Live Album. Und fast mit derselben Regelmäßigkeit setzen sie das Ding in den Sand. Oder in den Schnee; schließlich geht's auf Weihnachten zu. Mal im Ernst: Wer hört sich denn eine Live-Scheibe der ROLLING STONES aus den letzten 25 Jahren noch an? Ist da denn "Still Life" in deren Musik? Erleuchtet uns der "Flashpoint", oder "Stripped" es die Band einfach dermaßen, dass sie uns "No Security" ankündigen müssen, ob "Live Licks" nicht ein Satz mit...

Tatsächlich war "Stripped" schon ein außergewöhnliches und auch gutes Livealbum. Ansonsten lege ich mir lieber "Get Yer Ya Ya's Out" in den Player, oder auch "Love You Live".
Aber hören wir mal, was uns die Herren dieses Jahr auftischen.
Konzipiert wurde die "Live Licks" als "Zwei-Versionen-Album". Sprich: Als Einzel-CD mit ausschließlich Hits, sowie als Doppel-CD, deren Sozius die Raritäten "für die Fans" enthält.
Da geht's schon los: Wer, außer einem Fan, soll sich das Ding denn kaufen? Häh?!
Nur die ergebenen Stones-Abhängigen wie ich, legen sich die was-weiß-ich-wievielte Live-Version von Brown Sugar zu. Mick Jaggers Stimme klingt verdächtig weit vorne im Mix, als wäre sie später darüber geklebt. Was eher unwahrscheinlich ist, denn dafür klingt sie dann doch zu schwach. Es tut fast etwas weh, aber das Alter ist dem Mick mittlerweile deutlich anzuhören.
So können auch die ganzen Hits auf der ersten CD nicht wirklich mitreißen. Keith und Ronnie dreschen ihre Gitarren immer noch mit gewohnter Lässigkeit und hier und da blitzen geniale Momente auf, trotzdem fragt man sich, ob es ohne die unterstützenden Keyboards von Chuck Leavell, der bald jeden Akkord und jede Melodie mitspielt, noch funktionieren würde. Vielleicht sogar besser? Sicherlich nicht so massenkompatibel.
So wird halt am Schluss von You Can't Always Get What You Want das Gaspedal etwas durchgetreten, aber richtig Power entwickelt sich nicht - jedenfalls nicht ohne die entsprechenden Bilder dazu.
Brrr... die ganze Zusammenstellung regt mich schon auf: Start Me Up nach You Can't Always..., It's Only Rock'n'Roll (das einfach "alt" klingt) vor Angie... das macht doch alles keinen Sinn!
Immerhin Charlie "is good tonight". Der lässt sich durch seine Kollegen nicht aus der Ruhe bringen und hält beispielsweise Honky Tonk Women eindrucksvoll zusammen. Bei letzterem Song, hat man als Gast Sheryl Crow dabei. Das ist in deren Solo-Strophe nicht von großem Nutzen und im Refrain bringt das eher zusätzliche Verunsicherung. Was für ein Gejodel! Da erschrickt man wirklich zum Teil.

Happy. Als Keith-Jünger mag ich fast nix dazu sagen. Wenn man die göttliche Slide von Mick Taylor im Ohr hat, ist Ronnies Beitrag, na ja... nervig. Keith singt wie immer. Also eher nicht.
Jetzt aber: Gimme Shelter. Da wird's abgehen. Denkste. Chucks Klavier perlt oft lauter als die Gitarren und wahrscheinlich nicht mal grundlos.
Satisfaction? Das läuft auch so ab: Das charakteristische Grundriff wird noch betont und dann steigt die Bühnenindustrie ein und walzt den Song schön breit. Dem Durchschnittshörer wird es trotzdem zu holprig sein und der Stones-Fan von früher mag keine 10-spurigen Autobahnen.

Was gibt's also für unsereinen auf der zweiten CD? Micks Stimme wie gehabt nicht mehr so aggressiv, aber immerhin rockt Neighbours doch ganz passabel. Auch mit Monkey Man kann man leben. So eine Midtempo-Groove-Nummer kommt den Stones entgegen - rhythmusfest waren sie schon immer und filigran brauchten sie nie zu sein.
Ähnliches gilt für Rocks Off, welches man doch immer wieder gern hört und speziell von Darryl Jones' Bass gut voran getrieben wird. Auch wenn es die Band am Schluss nur mit Mühe über die Ziellinie schafft.
Can't You Hear Me Knocking leidet wieder unter Jaggers schwächelnder Stimme und That's How Strong My Love Is geht es nicht viel besser. Anfangs noch ganz nett, ist man doch froh wenn's dann endlich rum ist.
Braucht's eine von Keith' Soul-Balladen auf einem Live-Album? Na ja, The Nearness Of You lässt mich zwischen Achtung vor dem Mut und grinsendem Kopfschütteln pendeln.
Beast Of Burdon kommt befriedigend, ohne große Schwächen. When The Whip Comes Down legt zumindest recht furios los und macht auch einigermaßen Spaß. Hier sind die Gitarristen in ihrem Element und können ihren berühmten "Teppich" schrammeln.
Bei Rock Me, Baby handelt es sich natürlich um die B.B. King Blues-Nummer, die überwiegend gut gespielt und flott rüberkommt. Dieses übertrieben lärmende Solo hat der Song allerdings nicht verdient. Wirklich nicht.
Im Intro von You Don't Have To Mean It wird kurz Crackin' Up vom Live-Album "Love You Live" zitiert. Ansonsten, was soll ich sagen: Ich mag diese Nummer! Ihren Reggae-Rhythmus und Keiths brüchigen Sprech-Gesang, der sich so wundervoll mit dem Chor vermischt.

Welcher Teufel hat sie nur geritten, Worried About You mit auf dieses Album zu nehmen? Ich meine: Ich mag den Song, wie ich das ganze "Tattoo You"-Album liebe, aber sich heute noch mal an diesem Falsettgesang zu versuchen? Allerdings zieht sich Sir Jagger doch ganz beachtlich aus der Affäre. Etwas Power fehlt hier und da, aber es kommt nicht peinlich und die Band macht ebenfalls einen guten Job.
Hätten die Stones nicht über ihre ganze Karriere hinweg immer wieder ihre Vorbilder mit auf die Bühne gezerrt, könnte man hinter der Beteiligung von Solomon Burke eine erhoffte "Vitaminspritze", ob dessen Popularität in den letzten Jahren, vermuten. Tatsächlich bringt der in diese recht BLUES BROTHERS beeinflusste Version von Everybody Needs Somebody To Love ganz schön Feuer rein. Ob man die Nummer aber hier gebraucht hätte? Eher nicht. "The true kings of Rock'n'Roll" nennt Solomon Burke die Band und hat damit auch Recht. Verdient haben sie das allerdings mit ihrer Leistung der letzten 40 Jahre und nicht mit dem was sie heute noch so veröffentlichen.

Am meisten ärgert mich aber, dass die ROLLING STONES es wieder nicht fertig brachten, einfach mal ein komplettes Konzert als Live-Scheibe zu veröffentlichen (muss ja nicht nur von einer Show sein). Wenn man schon endlich mal eine Doppel-Live-CD rausbringt, wäre auch Platz dafür gewesen. Stattdessen so einen Zwitter den eigentlich niemand braucht.
Positiv? Es gibt mit Gimme Shelter nur eine Überschneidung mit dem letzten Live-Album und glücklicherweise wurde auf das unsägliche Don't Stop verzichtet.

Epi Schmidt, 21.11.2004

 

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