Rolling Stones

Martin Scorsese - Shine A Light

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.04.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Martin Scorsese - Shine A Light, Polydor, 2008
Mick JaggerVocals, Guitar, Harmonica
Keith RichardsGuitar, Vocals
Charlie WattsDrums
Ronnie WoodGuitar
Darryl JonesBass Guitar
Chuck LeavellKeyboards
Bobby KeysSaxophone
Bernard FowlerVocals
Lisa FisherVocals
Blondie ChaplinVocals
Tim RiesSaxophone, Keyboards
Kent SmithTrumpet
Michael DavisTrombone
Special Guests:
Buddy GuyGuitar, Vocals
Christina AguileraVocals
Jack White IIIGuitar, Vocals
Produziert von: The Glimmer Twins Länge: 101 Min 22 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Jumpin' Jack Flash08. Just My Imagination
02. Shattered09. Faraway Eyes
03. She Was Hot10. Champagne & Reefer
04. All Down The Line11. Tumbling Dice
05. Loving Cup (with Jack White III)12. Band Introductions
06. As Tears Go By13. You Got The Silver
07. Some Girls14. Connection
CD 2:
01. Martin Scorsese Intro06. (ICan't Get No) Satisfaction
02. Sympathy For The Devil07. Paint It, Black
03. Live With Me (with Christina Aguilera)08. Little T&A
04. Start Me Up09. I'm Free
05. Brown Sugar10. Shine A Light

Natürlich nutzen die ROLLING STONES nicht nur Tourneen, um gleich danach eine weitere Live-Scheibe auf den Markt zu werfen, sondern - selbstredend - auch ihren viel beachteten und umworbenen neuen Kinofilm. Der ja eigentlich auch nix anderes, als ein Konzertfilm ist, aufgemotzt mit Aufnahmen aus längst vergangenen Tagen. Ich hab ihn noch nicht gesehen, aber es heißt ja, er wäre wirklich gut und die Vorschau hat mir auch schon richtig Lust gemacht.
Vor etlichen Jahren legte ich die Route einer Urlaubsheimreise extra so, dass ich mir im Münchner technischen Museum "Rolling Stones Live At The Max" ansehen konnte. Damals gab es - wenn ich mich recht entsinne - in Europa nur fünf Kinos, die diesen Film, mit seiner damals spektakulären Aufnahmetechnik, zeigen konnten. War auch sehr beeindruckend.
Doch zurück ins Jahr 2008 und zum Soundtrack von "Shine A Light". Gleich ein Tipp vorweg: Legt die Scheibe ein, dreht die Anlage auf und werft erst mal keinen Blick auf Booklet oder Songliste. Es macht viel mehr Spaß, wenn man nicht weiß was kommt und wenn man etwas braucht, bis man es erkennt. Manchmal hab ich direkt den Eindruck, dem Mick Jagger erging es auf der Bühne ähnlich. Ich erkenne Some Girls jedenfalls erst, als Sir Mick mit dem Gesang einsetzt. Und das liegt zum Großteil an der sehr rohen Art mit der Keith und Ronnie in die Saiten dreschen. Stark nach vorne gemischt, scheinen einem die Saiten fast gegen die Nase scheppern.
Vielleicht können sie's auch nicht mehr besser oder es ist ihnen wurscht, aber mir gefällt diese gröbere Art. Dazu kommt eine wirklich tolle Setlist. Bis auf zwei, drei Songs würde eine von mir erstellte Best Of kaum anders aussehen. Okay, Jumpin' Jack Flash hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber nicht so gehechelt wie oftmals und recht kräftig geht's schon.
Gleich Shattered, vom "Some Girls" Album, hinterher, zeigt schon, dass man nicht auf der "bekannteste Hausfrauen-Hits"-Schiene fahren will. Aus der punkigsten Phase der Band stammend, kommt der Song in diesem Kontext richtig gut. Ein richtiger 'New York Song', passend zum Veranstaltungsort und das kann man auch über She Was Hot sagen. Einer meiner Lieblingssongs vom "Undercover" Album (ja, das Video war auch nett). Klasse, es rockt richtig gut, durchsetzt von Chuck Berry-Licks und absolut anmachend.

Die Stimmung halten oder sogar noch steigern? Mit All Down The Line und Loving Cup (2 x bester "Exile On Mainstreet" Stoff) kein Problem. Natürlich ist auch Bobby Keys fürs Gebläse mit an Bord. Von den STONES ist musikalisch heute nichts hochwertiger als vor Jahren, aber so kann immer noch nur Keith Richards die zugehörigen Akkorde dreschen. Was öfter auffällt: Mick Jaggers Stimme lässt langsam nach. Ausgerechnet von dem sportlichsten, gesündesten Mitglied der Band erwartet man das irgendwie nicht, aber irgendwann ereilt es halt auch so einen. Über weite Strecken kann er das bestens Kaschieren, aber manchmal merkt ihm die schwindende (Gesangs-) Power doch an. Ist nur allzu verständlich und die meisten haben schon Jahre früher damit zu kämpfen, aber soll doch erwähnt sein.
Für Loving Cup kommt WHITE STRIPES Sänger/Gitarrist Jack White III mit auf der Bühne und im Duett mit Jagger wird der Song sehr gut zelebriert. Da kommt schon etwas von der heißen Kelleratmosphäre aus der Ursprungszeit dieses Titels auf.
Spätestens seit "Stripped"-Zeiten greifen die STONES auch auf der Bühne gern mal zu Akustischen und für As Tears Go By lassen sie sich da nicht lange bitten. Die Keyboard-Streicher halten sich wohltuend im Hintergrund, was dem Song gut bekommt.
Der alte R&B/Soul-Klassiker Just My Imagination gehörte auch schon immer zu meinen Lieblingen. Eine hervorragende Groove-Nummer und wie geschaffen für die STONES, die sich hier so richtig 'reinknien' können. Und natürlich auch wie geschaffen für Jagger, der diesen Erzählstil ja sowieso mag. Das hat er ja, u. a., auch in der folgenden Country-Nummer Faraway Eyes zur Perfektion getrieben. Ein weiterer Favorit von mir! Thank you, Lord!
Die Tradition ihre Blues-Vorbilder auf die Bühne zu holen besteht glücklicherweise immer noch und dieses Mal ist es Buddy Guy. Der ist allerdings noch äußerst kräftig bei Stimme und seinen typischen Gitarrensound und -stil hat der 'Ice-Picker' auch noch kein bisschen reduziert, wie der Blues-Boogie Champagne & Reefer beweist.
Tumbling Dice - tausende Male gehört und trotzdem einer der Songs, der absolut zeitlos ist. Klar braucht's schon die geballte Backgroundstimmen-Unterstützung, aber hier stört das nicht. Eher das leicht übermotivierte Gitarrensolo (Wood?). Im Verbund mit den Kinobildern fällt das wahrscheinlich weniger auf.

Wie üblich darf Keith, nach der Bandvorstellung, ans Mikro und bringt ein sehr bluesiges I Got Silver. Längst hat man sich an seinen knurrigen Sprechgesang gewöhnt und so lauscht man grinsend mit leicht geschüttelten Kopf. Er gräbt noch was ganz Altes aus: Connection. Und erinnert sich sogar, dass er den Song zuletzt mit seiner Solo-Band "The X-Pensive Winos" im Beacon Theatre gespielt hat. Besser geholpert hat es da bestimmt auch nicht.
Sympathy For The Devil fehlt heutzutage vielleicht etwas das bedrohlich Gefährliche. Aber die Gitarren sind geil!
Live With Me hat sich seit Jahren als eine der mitreißendsten Live-Nummern etabliert. Warum der Mick Jagger dafür Christina Aguilera mit auf der Bühne braucht ..., na ja, er wird's schon wissen. Zumindest ohne Bilder, kommt das Saxofonsolo viel geiler.
Leicht 'angezögert' schlägt Keith das Riff zu Start Me Up aber Charlie Watts tritt ihm flugs in den Arsch und zieht die Nummer auf Tempo. Hier sind die Jungs wieder in ihrem absoluten Element und können schrubben und fiedeln, was das Zeug hält.
Da kommt auch das schon fast todgespielte Brown Sugar gerade recht, um die Party noch weiter zu treiben. Wahnsinn, was der Charlie am Schlagzeug für eine Power hat! Ich war nie ein großer Satisfaction Fan (bis auf die Version im Münchner Olympiastadion 1990, mit einem hypergeilen Richards-Solo!) und auch hier geht's zwar ganz gut ab, aber so recht will es mich nicht packen. Paint It, Black haben sie mir auch vor Jahren im Konzert vergält. War mir zu weichgespült damals. Ein bisschen können sie es hier gut machen. Der Song braucht aber irgendwie das Feuer, das in den 60ern in ihm brannte.
Mmh, das Intro zu Little T&A kam auch schon mal prägnanter. Das kann man über Keith' Gesang natürlich auch sagen und stellenweise eiert er hier ganz schön rum. Aber der Song ist einfach 'unkaputtbar'!
Gut gespielt und gemacht ist dann I'm Free, mit dem sie wieder ganz weit in die 60er-Kiste greifen. Gefällt mir, gerade mit Chuck Leavells Orgel-Einwürfen, sehr gut.
Das Titelgebende Shine A Light muss natürlich am Schluss stehen. Zweifellos einer der tollsten STONES-Songs. Dynamisch, dramatisch, mitreißend - in all seiner Gospel-Herrlichkeit grandios.
Wenn erst mal der Film richtig am Laufen ist, könnte auch der Soundtrack zu "Shine A Light" noch einen kleinen Höhenflug bekommen und so vielleicht in den Dunstkreis von "Stripped" gelangen. Jedenfalls: Allein für die erste CD dieses Doppel-Albums lohnt sich - für Fans - dessen Erwerb.

Epi Schmidt, 02.04.2008

 

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