Rolling Stones

Rolled Gold

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.12.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Rolled Gold +, ABCKO Music and Records, 2007
Mick Jagger Lead Vocals
Keith Richards Guitar
Brian Jones Guitar
Mick Taylor Guitar
Bill Wyman Bass
Charlie Watts Drums
Ian Stewart Piano
Produziert von: Andrew Loog Oldham, Eric Easton, The Rolling Stones, Jimmy Miller Länge: 147 Min 3 Sek Medium: CD
CD 1
1. Come On13. Get Off My Cloud
2. I Wanna Be Your Man14. I'm Free
3. Not Fade Away15. As Tears Go By
4. Carol16. Lady Jane
5. Tell Me17. Paint It Black
6. It's All Over Now18. Mothers Little Helper
7. Little Red Rooster19. 19th Nervous Breakdown
8. Heart Of Stone20. Under My Thumb
9. Time Is On My Side21. Out Of Time
10. The Last Time22. Yesterday's Papers
11. Play With Fire23. Let's Spend The Night Together
12. (I Can't Get No) Satisfaction24. Have You Seen Your Mother, Baby, Standing In The Shadow
CD 2
1. Ruby Tuesday9. No Expectations
2. Dandelion10. Let It Bleed
3. She's A Rainbow11. Midnight Rambler
4. We Love You12. Gimme Shelter
5. 2000 Light Years From Home13. You Can't Get Always What You Want
6. Jumpin' Jack Flash14. Brown Sugar
7. Street Fighting Man15. Honky Tonk Women
8. Sympathy For The Devil16. Wild Horses

Best Of, Greatest Hits ... über die unendliche Menge von Compilations im (Rock-)Musikgeschäft dürften vielerorts geteilte Meinungen verbreitet sein. Als Fakt sollte inzwischen jedoch gelten, das es unter diesen Zusammenstellungen einige Veröffentlichungen gibt, welche mittlerweile den Status eines "Klassikers" innehaben. Das "rote" und das "blaue" Album der BEATLES sollen an dieser Stelle als Beispiele aufgeführt werden.

Im Vergleich zu den Fab Four schlägt dem Käufer in Sachen ROLLING STONES eine Flut von diversen Compilations entgegen. Fans werden gewiß mehrere davon im Regal stehen haben, aber ob der finanziell geplagte "Normalo" unter der immer geringer werdenden Käuferschar von Tonträgern diese auch haben muß sei dahin gestellt. Mir selbst hat bis dato immer "Jump Back" genügt, eine Zusammenstellung aus dem Jahre 1993 mit Highlights des Zeitraums von 1971 bis 1989. Fehlt da nicht eine ganz wichtige, die wahrscheinlich wohl bedeutendste Phase der rollenden Steine? Korrekt, die Engländer veröffentlichten ihre erste Single (Come On) bereits 1963. Mitte der Siebziger erstand ich das Doppel-Album "Rolled Gold - The Very Best Of The Rolling Stones". Sicherlich eines der meistgespielten Alben in meinen vier Wänden. Ab Ende der Achtziger im Besitz eines CD-Players, begann die lange Suche nach der CD-Ausgabe des Samplers. Jetzt endlich stellte sich die Erlösung ein ...

"Rolled Gold" ist das Album, welches Mitte der Siebziger einer völlig neuen Generation von Musikern und Plattenkäufern das bis dato existierende Schaffen der ROLLING STONES näherbrachte. Erstmals im November 1975 veröffentlicht, erhielt die Doppel-LP enthusiastische Kritiken und wurde als die "definitive Stones-Kollektion" betrachtet. "Rolled Gold" kletterte sofort auf den siebten Platz der britischen Album-Charts und verbrachte nahezu ein Jahr in den Bestseller-Listen. Lediglich die legendäre erste Langspielplatte der rollenden Steine verzeichnete noch bessere Notierungen. Obwohl "Rolled Gold" über einen Zeitraum von 25 Jahren nicht mehr erhältlich war, blieb es mit einem Zeitraum von 50 Wochen in den UK-Album-Charts das am längsten auf der Insel notierte Stones-Album.

"Rolled Gold +" ist rechtzeitig zum erwarteten Weihnachtsgeschäft auf den Markt gekommen. Das "+" dürfte sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf die zwölf Bonus-Tracks beziehen. Im Vergleich zum Vinyl bekommt man dank der größeren Kapazitäten einer CD sage und schreibe vierzig (!) Stones-Klassiker geboten. Der abgedeckte Zeitraum wurde entgegen dem 75er-Original noch mit den Songs Brown Sugar und Wild Horses (vom Album "Sticky Fingers") um zwei Jahre bis 1971 erweitert. Die ROLLING STONES nahmen als erste britische Band für längere Zeit (Mitte '64 bis Ende '66) ausschließlich in den USA auf. Das coole Heart Of Stone (vom dritten Album "Out Of Our Heads", 1964) kletterte wohl auch aufgrund dessen in die US Top 20. Weitere bemerkenswerte Bonus-Songs sind u.a. die B-Seite (Play With Fire) von The Last Time, der ersten selbstkomponierten Stones-Single oder Let It Bleed (Blaupause für viele Songs des Redaktions-Liebling Dan Baird), No Expectations und You Can't Always Get What You Want.

Die düstere Ausstrahlung des Covers vom '75er-Sampler, auf welchem nur die Köpfe der Bandmitglieder aus einem schwarzen Hintergrund hervorstachen, geht leider bei der CD-Version verloren. Positiv allerdings das überarbeitete Booklet, welches besonders für Neueinsteiger jede Menge an Informationen zu bieten hat. Von Vorteil ist die Beibehaltung der chronologischen Reihenfolge des Songmaterials, welches man unter Begleitung des Booklets sehr schön in seinen einzelnen Phasen durchleben kann. Von den frühen Rhythm'n'Blues-Tagen (Come On, Carol, It's All Over Now, Little Red Rooster) über die großen riffbetonten Singles (The Last Time, Satisfaction, Get Off My Cloud) bis hin zu dem wieder härteren Endsechziger-Material (Jumpin' Jack Flash, Street Fighting Man, Sympathy For The Devil, Midnight Rambler nach einer psydelischen Phase um 1967 herum (das an die KINKS erinnernde Dandelion, die Aufarbeitung der eigenen Erfahrungen mit der englischen Justiz in We Love You oder das abgefahrene Bonus-Stück 2000 Light Years From Home) wird dem Hörer die beeindruckende Palette der damals neben den BEATLES sicherlich bedeutendsten und einflussreichsten Gruppe dargeboten.

Ob es ohne die ROLLING STONES keine AC/DC, AEROSMITH oder die BLACK CROWES gegeben hätte (wie im Booklet erwähnt wird) mag dahingestellt sein. Auch wenn die Band um die Gebrüder Young 2003 im Vorprogramm der rollenden Steine spielte, so betont Angus doch ebenfalls stets, ein großer Fan von Chuck Berry zu sein. Die AEROSMITH-Bio "Walk This Way" weiß von der Vorliebe Steven Tylers und Joe Perrys für die Sechziger-Heroen THE YARDBIRDS zu berichten, deren Train Kept A Rollin' bis heute zum Repertoire der US-Supergruppe gehört. Die Bezeichnung "amerikanische Stones" dürfte trotz der vergleichbaren, überdimensionalen Lippengröße Mick Jaggers und Steven Tylers umstritten bleiben. Die Gründe, warum "Live At The Greek" eine Zusammenarbeit der BLACK CROWES mit Jimmy Page (LED ZEPPELIN) statt mit Keith Richards wurde sind letztlich uninteressant, wenn man sich das auf "Rolled Gold +" verewigte Material anhört. Diskussionswürdiger sicherlich fällt die Rolle des 1969 verstorbenen Ur-Stone Brian Jones aus, ohne den es Klassiker wie Paint It Black oder Mothers Little Helper im bekannten Arrangement wohl nie gegeben haben dürfte. Sein Ersatz Mick Taylor, der die Steine nach dem Longplayer "It's Only Rock'n'Roll" wieder verließ, verhalf der vermeintlich "größten Rock'n'Roll-Band" zu neuem Elan und weiteren beachtlichen Alben. Der Rezensent fragt sich vielleicht nicht alleine, warum "Rolled Gold +" diese Phase nicht ebenfalls beinhaltet und besser als 3-CD-Box herausgebracht worden wäre.

Egal wie man zu den Stones stehen mag, egal wie man die Entwicklung nach dem Ausstieg Mick Taylors betrachtet, egal wie man das Image der rollenden Steine finden mag ... "Rolled Gold +" ist einer der bedeutendsten Sampler der Rock-Historie und beansprucht einen Ehrenplatz im Regal einer jeden Tonträger-Sammlung.

Jürgen Ruland, 08.12.2007

 

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