Ron Sexsmith

Retriever

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.05.2004
Jahr: 2004

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Ron Sexsmith Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Ron Sexsmith
Retriever, V2 Music, 2004
Ron Sexsmith Guitar, Piano, Vocals
Claes Bjorklund Synthesizer, Banjo, Bass, Piano, Electric Guitar
Martin Terefe Acoustic Guitar, Bass, Piano, Electric Guitar, Background Vocals, Toy Organ
Andreas Olsson Bass, Electric Guitar
Ed Harcourt Piano, Harmony Vocals, Fender Rhodes
Christer Jansson Drums
Neil Primrose Drums
Michael Clarke Harmony Vocals
Love Sponge Strings Violins, Cellos
Produziert von: Martin Terefe Länge: 40 Min 02 Sek Medium: CD
1. Hard Bargain (3:12)7. Wishing Wells (4:07)
2. Imaginary Friends (3:42)8. Whatever It Takes (3:20)
3. Not About to Lose (3:00)9. Dandelion Wine (3:29)
4. Tomorrow in Her Eyes (2:28)10. Happiness (2:32)
5. From Now On (4:38)11. How on Earth (4:09)
6. For the Driver (2:46)12. I Know It Well (2:39)

Jetzt hat unser Ron aber endlich die Kurve gekriegt. Vom musikalisch hervorragenden, aber emotional noch holprigen "Cobblestone Runway", welches in einer doch recht dunklen Phase seines Lebens komponiert wurde, steuert Sexsmith schnurstracks auf die Zielgerade eines gefestigten und mit sich im Reinen befindlichen Mannes ein.

Er findet Halt in Gott und seiner neuen Lebensgefährtin: "How's a guy supposed to fail with someone like you around" (Hard Bargain). Er verleiht dem frisch gewonnenen Selbstvertrauen mehr als einmal neuen Ausdruck. Seiner Vergangenheit zum Trotz singt er heute: "If I were to listen to my doubts - I'd think my time was running out - I'm old enough to do it - and young enough to do it again - I'm not about to lose this feeling that I´ve found" (Not about to lose).
Von leiser Hoffnung sang Ron auch schon auf seinem letzten Album. Doch nun scheint er wirklich sicher zu sein. Ist nicht mehr nur zuversichtlich sondern absolut überzeugt, die Lösung gefunden zu haben (Whatever it takes).

Soviel zum Seelenleben dieses kanadischen Ausnahmekünstlers, der auf seinem immerhin schon siebten Album, sein kompositorisches Geschick, seine ganz eigene Note, quasi seine Unnachahmlichkeit wiederholt zur Geltung bringt. Ich hoffe und ich wünsche ihm mit seiner neuen Plattenfirma das nötige Glück und die werbetechnische Power die es braucht, einen solchen wundervollen Songwriter endlich einmal über den verfluchten Insiderstatus hinaus, bekannt zu machen. In jedem Plattenregal sollte zumindest eine, wenn nicht mehr, von Rons Veröffentlichungen stehen!

Mit dem vorliegenden Album hat der Meister der himmlischen Melodien jedenfalls seinen vorläufigen Zenit erreicht und sollte am Ende des Jahres die Bestenlisten eines jeden Musikfreundes bereichern.
Wurde er in der Vergangenheit häufig als bittersüßer Melancholiker geschätzt, versprüht er seinen derzeitigen Optimismus nun auf adäquate Art und Weise, indem er überproportional viele Up-Tempo-Songs präsentiert, die mit einfachen, aber absolut wirkungsvollen Hooklines jenseits sämtlicher Klischees operieren. Das macht ihm so schnell niemand nach.

Die neuerliche Zusammenarbeit mit dem schwedischen Produzenten Martin Terefe und seinem Team eröffnet ungewohnte Perspektiven. Die zarten Electronica-Anwandlungen des letzten Werkes sind zugunsten einer viel straighteren Ausrichtung mit E-Gitarren und Piano-Dominanz (u.a. Ed Harcourt) gewichen. Wärme und Herzlichkeit, Ehrlicheit und Tiefe, erdverbundende Direktheit, sind die Schlagwörter für seine Musik und seine Texte. Kurzum, Homogenität in Vollendung.

Die gelegentlich aufkreuzenden Streicherarrangements der LOVE SPONGE STRINGS sind niemals nur Selbstzweck, sondern immer vortrefflich dosiertes Gegengift für die einstmals stressgeplagte Seele.
Der Soul-Pop-Tribut Whatever it takes an einen seiner Helden, Bill Withers, die mitreissende Aufbruchstimmung eines From now on und die gospelumspülte Euphorie eines Songs wie Happiness sprechen eine mehr als deutliche Sprache. Denn wenn Ron-Boy sagt, er wisse nun endlich wie man einen vernünftigen Refrain schreibt, ist dies mehr als Understatement.

Zwölf Songs, zwölf zeitlose Melodien, zwölf Volltreffer, geht da noch was? Unbedingt empfehlenswert für alle Fans gehobener Singer-Songwriter-Popmusik.

Frank Ipach, 10.05.2004

 

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