Ronni Le Tekro

Extra Strong String


CD-Review

Reviewdatum: 16.10.2002
Jahr: 2002

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Ronni Le Tekro
Extra Strong String, Escape Music/Sony, 2002
Ronni Le TekroVocals, Guitars
Morty BlackBass
Frode LamoyDrums
Dag StokkeKeyboards
Ken IngwersenAdd. Guitars & Bass
Produziert von: Ken Ingwersen Länge: 49 Min 06 Sek Medium: CD
1. Shuffle of the buffalo7. Welcome to my nightmare
2. Dig it8. Spend the night
3. Half of the tune9. Nobody loves on
4. A song for while I'm away10. Love keeps calling
5. Tracks in the snow11. Publicity (Bonus Track)
6. I remember12. ???

Und? Was sagt euch der Name Ronni Le Tekro? Nichts? Teens und Twens sei das verziehen. Der Rest: Sechs! Setzen! Und Schämen!
(Quatsch! - Bärbel Scholz)

Himmel, wo wart ihr in den Achtzigern? Wer nur einmal seinen Fuß in eine Rockdisco gesetzt hat, der wurde nahezu zwangsläufig mit den norwegischen Heavies TNT und vor allem mit ihrem Stampfer Seven seas konfrontiert.
Die Alben "Knights of new thunder", vor allem "Tell no tales" und "Intuition" sollte man zumindest mal gehört haben, wenn diese Perlen melodischen Heavy Rocks nicht sogar Pflicht für jede gut sortierte Sammlung sind.

Nun, Ronni Le Tekro ist der Gitarrist von TNT und bewies schon damals mit wahnwitzigen Gitarreneinlagen, dass er nicht zu den schäbigsten seiner Zunft zählt.

Über TNT in den Neunzigern decken wir lieber verschämt den Mantel des Schweigens, und wenden uns dafür dem aktuellen Soloalbum von Ronni Le Tekro zu. Aktuell zumindest in unseren Breiten, denn in Japan erschien die Scheibe bereits vor satten drei Jahren.

Keine Angst, hier haben wir keine weitere unmotivierte Aneinanderreihung von Fingerübungen für Sechsaitenfetischisten und auch keinen neuen Ausflug in Jazz- und Fusiongefilde, wie man es vielleicht befürchten könnte.
Statt dessen hat Ronni Le Tekro sich wirklich die Mühe gemacht echte Songs zu komponieren, die allerdings nie auch nur ansatzweise an seine Stammband erinnern.

Das Ergebnis in Form von "Extra strong string" kann sich trotzdem streckenweise hören lassen.
Gut, bei ein paar Tralala-Liedchen, wie Half of the tune oder A song for while I'm away (THIN LIZZY-Cover) müssen wir zwar ganz kräftig beide Augen und Ohren zudrücken und bemerken, dass es nicht so wirklich überzeugend ist, wenn Ronni Le Tekro versucht, auf den Spuren eines poppigen David Bowie zu wandeln.

Auch die Balladen Nobody loves on oder Love keeps calling sind etwas arg flach geraten und würden sich eher für ein Carly Simon oder David Lee Roth-Album anbieten.

Doch er kann auch ganz anders. Bei Songs wie Dig it oder dem Opener Shuffle of the buffalo überrascht er mit einer mehr als gelungenen Kombination von Blues, Rock, einer Prise Funk und sogar etwas Elektro. Das hätte ich dem alten Schweden, äh Norweger wirklich nicht zugetraut.
Diese Stücke erinnern zwar etwas an POPPA CHUBBY oder auch an einige Passagen auf Lance Keltners "Last of the cowboy vampires", sind aber souverän und vor allem druckvoll umgesetzt. So lass ich mir Bluesrock auch 2002 noch gefallen.

Stark auch die Coverversion von Alice Coopers Welcome to my nightmare, wobei Le Tekro gerade die Bombastpassagen wesentlich deutlicher herausstellt und dem Stück damit noch mehr den typischen Flair einer James Bond-Melodie mitgibt.

Unter dem Strich ergibt das ein vielseitiges, abwechslungsreiches Rock-Album, bei dem sich Le Tekro stilistisch nie einengen lässt. Das führt allerdings auch fast zwangsläufig dazu, dass sich Licht und Schatten häufig auf "Extra strong string" abwechseln.
Also, kein wirkliches Meisterwerk vom TNT-Gitarristen, aber zumindest eine Sammlung von Songs mit drei, vier echten Highlights, die Lust auf mehr machen.

Martin Schneider , 16.10.2002

 

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