Ronnie Spector

The Very Best Of

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.01.2016
Jahr: 2015
Stil: R&B, Pop, Rock

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Ronnie Spector Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Ronnie Spector
The Very Best Of, Sony Music, 2015
Ronnie SpectorVocals
The RonettesVocals
Keith Richards, Southside Johnny And The Asbury Jukes, Bruce Springsteen, E Street Band, Joey Ramone, and more ...
Produziert von: Phil Spector, Steve Van Zandt, Desmond Child Länge: 67 Min 55 Sek Medium: CD
01. Do I Love You11. Lover, Lover
02. So Young12. You Mean So Much To Me (Live)
03. You Baby13. Baby, Please Don't Go
04. Baby, I Love You14. Say Goodbye To Hollywood
05. Walking In The Rain15. Love On A Rooftop
06. (The Best Part Of) Breakin' Up16. Something's Gonna Happen
07. Be My Baby17. You Can't Put Your Arms Around A Memory
08. I Can Hear Music18. All I Want
09. Paradise19. Farewell To A Sex Symbol
10. Try Some, Buy Some

Die RONETTES waren wahrscheinlich die Blaupause für alle nachfolgenden Girl-Bands und wirken als solche im Prinzip bis zum heutigen Tag nach. Kurz war die Karriere, noch kürzer die Röcke, aber Aushängeschild und Star der Band war Ronnie, die seit ihrer Hochzeit mit dem Produzenten und Exzentriker Phil Spector dessen Nachnamen trägt und deren Lebenswerk hier gewürdigt wird.
Mit Phil Spector steh‘ ich an und für sich auf Kriegsfuß, weil er für mich das 1975er “Rock’n’Roll“-Album von John Lennon so fürchterlich weichgespült hat. Aber, was willste machen? Der Mann hat schon wegen seiner “Wall of Sound“ einen Platz in der Musikgeschichte und zwischen Genie und Wahnsinn passt ja oft kaum ein Blatt Papier.
Als kann man sagen, er schuf, oder vielleicht besser: veredelte, diese Girl-Band und die frühen 60er sind untrennbar mit dem Sound von Hits wie Baby, I Love You oder Be My Baby verwoben. Diese Stimme und dieses Gesicht – man braucht bloß einen Blick auf das Cover dieser CD zu werfen – waren allein schon Garant für den Erfolg.
Der inflationäre Gebrauch des Wortes “Baby“ mag dem Zeitgeist geschuldet gewesen sein, heutzutage erscheint es mir etwas übertrieben, aber die beiden genannten Nummern gehen immer noch.

Mir ist, ehrlich gesagt, der Sound der frühen Songs etwas zu schwachbrüstig und auch irgendwie etwas “mulmig“. Reißt mich jetzt nicht so vom Hocker und erst mit dem von George Harrison geschriebenen und unter dessen Regie auf dem BEATLES-eigenen Label Apple veröffentlicht bringt soundmäßig mehr Licht rein. Auch wenn es jetzt nicht die energiereichste Nummer ist.
Da macht mir die neue RONETTES-Formation, mit der sie 1973 Lover, Lover einspielte, doch deutlich mehr Spaß. Das klingt natürlich stark nach ‘70er-Pop und das ist auch gut. Mehr Westcoast-Gitarrensound und locker-flockiger Rhythmus.
Noch besser wird’s, wenn Ronnie sich zu SOUTHSIDE JOHNNY AND THE ASBURY JUKES gesellt und das Duett You Mean So Much To Me, welches Bruce Springsteen extra für diesen Zweck umgeschrieben hat. Natürlich hört sich das auch an wie früher Springsteen und E STREET BAND.
Ja, und genau diese E STREET BAND steht hinter Ronnie für Baby Please Don’t Go (hat nix mit der alten Blues-Nummer zu tun, sondern ist eine wunderschöne, von Steve Van Zant geschriebene, Ballade) und bei Billy Joels Say Goodbye To Hollywood. Dem Vernehmen nach einst von Billy als “Tribute” an Ronnie Spector geschrieben. Mit gefällt die Power in Billys Version besser, aber das kommt hier auch gut, zumal das ja Clarence Clemmons am Saxofon sein muss.

Wollte man in den 80ern einen Hit – und Viele wollten das – war ein Weg vorprogrammiert: Der in die Arme von Desmond Child. Und den beschritt auch Ronnie für Love On A Rooftop. Stark an die frühen Hits des Mädels angelehnt, aber auch mit diesem Flair – und vor allem diesem “Whoa-Ooh-Ohh“-Gesang, der in fast jedem Child-Song vorkommt – und dem Powerballaden-Stil, wie ihn unter anderem Cher zu jener Zeit bevorzugte.
You Can’t Put Your Arms Around A Memory stammt aus der Feder des legendären Johnny Thunders ist und sozusagen Ronnies “Tribute” an diesen. Einigermaßen melancholisch, jedoch mit ordentlich Power und um diese Würdigung den Ritterschlag zu verpassen, singt im Backgroundchor Joey Ramone mit.
Wie man seiner Biografie, und sonstigen Quellen, entnehmen kann, war Keith Richards seit den 60er Jahren und gemeinsamer Touren mit den STONES mit Ronnie befreundet und so steuert “Keef“ seine übliche, spartanische Lead-Gitarre zu diesem Track bei. Nix Spektakuläres, aber Feeling macht es.
Mit dem “gewissen Feeling“ verabschiedet sich Ronnie aus diesem Album und vom Sex Symbol-Image. Das gerät recht dramatisch und theatralisch und erinnert an manch französischen Chanson.
Einen schönen Überblick über das musikalische Schaffen von Ronnie Spector bekommt man hier, aber der “rote Faden“ ist nicht da und so wirkt das Album letztlich etwas “unrund“.

Epi Schmidt, 16.01.2016

 

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