Rory Gallagher

Wheels Within Wheels


CD-Review

Reviewdatum: 12.04.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Rory Gallagher
Wheels Within Wheels, Strange Music Ltd., 2003
Produziert von: Rory Gallagher, Dónal Gallagher & Terry Arnold Länge: 52 Min 10 Sek Medium: CD
1. Wheels Within Wheels8. The Cuckoo
2. Flight To Paradise9. Amazing Grace
3. As The Crow Flies10. Walkin' Blues
4. Lonesome Highway11. Blue Moon Of Kentucky
5. Bratacha Dubha12. Deep Elm Blues
6. She Moved Thro' The Fair/Ann Cran Ull13. Goin' To My Hometown
7. Barley & Grape Rag14. Lonesome Highway Refraining

Der Dank der Woche geht an die BMG in München, die mir versicherte, nichts von einer Veröffentlichung dieser CD zu wissen, obwohl bereits Vorankündigungen in den Medien zu finden waren. Beispielweise im "Good Times"- Magazin.
Der Dank des Jahres geht an den Schwachkopf, der das Cover dieser CD verbrochen hat. Also, etwas geschmackloseres hab ich selten gesehen. Es gibt doch sicher Millionen von Rory-Bildern, braucht man da so eine, ich kann's nicht anders sagen, Totenmaske? Mit leeren Augen, unvollständig und mit einer Art Leucht-Orange hinterlegt?
Naja, weg mit dem Cover (vielleicht bastelt man sich am besten selber was...) und rein in den Player mit der CD. Dem lange angekündigten "Akustik-Album".
Irgendwie verschafft es einem schon ein komisches Gefühl, nach Jahren etwas "Neues" von Rory zu hören...

Der erste Song, Wheels Within Wheels, war tatsächlich mal für ein Album geplant und mehrfach aufgenommen worden - so um 1977 herum. Lou Martin's Piano diktiert ihn größtenteils während sich Rory auf Gesang und Akkorde beschränkt. Der Song viel dann als zu melancholisch unter den Tisch. Wohl zurecht.
Da macht Flight To Paradise, obwohl instrumental, schon mehr Spaß. Zusammen mit dem Gitarristen Juan Martin kann der Flamenco-Fan Gallagher sich hier mal "spanisch" austoben.
As The Crow Flies kennt man natürlich. Diese Version ist erst letztes Jahr aufgetaucht und präsentiert Rory in gewohnter, sehr unterhaltsamer, Form an der Mundharmonika und der "National"-Gitarre.
Lonesome Highway ist wieder was Neues. Eingespielt mit Lou Martin, Rod De'Ath und Gerry McAvoy würde der Song auch gut auf "Blueprint" oder "Tattoo" zu den Midtempo-Nummern dieser Alben passen. Die E-Gitarre passt sich dem akustischen Rahmen an.

Richtig traditionell wird's bei Bratacha Dubha (gaelisch: "Black Flag"). Die Melodien kommen einem vertraut vor und wahrscheinlich hat man sie in ähnlicher Form auch schon gehört. Aufgenommen mit Martin Carthy (Gitarre), Chris Newman (Gitarre) und Máire Ni Chathasaigh (Harfe). Und noch ein Instrumental: She Moved Thro' The Fair/Ann Cran Ull wurde von Rory zusammen mit Bert Jansch aufgenommen.

Ich glaube jetzt nicht, dass es daran liegt, dass der Barley & Grape Rag bekannter ist, nein, das ist einfach ein toller Song, während viele der vorherigen Sachen halt "unfertig" sind. Zu diesem Lied passen natürlich Ronnie Drew & The Dubliners wie die Faust aufs Auge. Zusammen mit diesen "Jungs" kommt etwas mehr Irish-Western-Folk in diesen "Drinkin' Song" und alle hatten wohl ihren Spaß bei der Aufnahme. Angeblich haben es ein paar der Dubliners nicht mehr zum abendlichen Gig geschafft...

Zusammen mit Roland Van Campenhout wurde eine wirklich tolle Version von The Cuckoo aufgenommen, ebenso wie - während eines Jams auf einem Festival in Ghent - der Deep Elm Blues. Vorher gibt's aber noch vom 94er Montreux Festival ein paar Songs.
Eigentlich wurde Bob Dylan auf der Bühne erwartet um zusammen mit Rory I Could've Had Religion zu spielen. Wie halt "his Bobness" so ist, erschien er nicht und stattdessen betrat Bela Fleck mit ihrem Banjo die Bühne. Kein Problem: Als erstes wird das bekannte Amazing Grace gespielt. Mark Feltham steigt in den Walkin' Blues mit ein. Klingt echt unterhaltsam was die drei mit Gitarre, Banjo und Mundharmonika fabrizieren. Das dachte wohl auch Rory Gallagher, denn dem lässt er das, von ihm sonst nicht bekannte, Blue Moon Of Kentucky folgen. Da wird's schon etwas schwieriger und der Mittelteil wird einfach weggelassen. Was soll's, die beiden stacheln sich immer mehr gegenseitig an und man meint, sie fast auf der Bühne stehen zu sehen. Breit grinsend wahrscheinlich.

Für das allseits bekannte und beliebte Goin' To My Hometown kommt diesmal gesangliche und rhythmische (Gitarre) Unterstützung von der Skiffle-Legende Lonnie Donegan. Ja, das kommt wirklich gut.
Aufgenommen Anfang der 80er Jahre.
Nochmals Lonesome Highway Refraining, also quasi das Lied von vorhin, diesmal instrumental mit klagender Mundharmonika. Gefällt mir fast besser, als die Band-Version.

Okay, was soll man sagen? Haben muss man die Scheibe wohl. Aus unterschiedlichsten Gründen. Dafür, dass man jahrelang einen Wirbel um "das Akustikalbum" gemacht hat, fällt es etwas schwach aus. Ich persönlich würde die Akustiksets, die in den 70ern seine Rockpalast-Shows eröffneten vorziehen.
Haben muss man "Wheels Within Wheels", wie gesagt, aber doch. Keine Frage.

Epi Schmidt, 12.04.2003

 

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