Rosqo

Taikonaut

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 13.05.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Rosqo
Taikonaut, Gentlemen Records, 2005
Grégoire Bass
Guillaume Vocals, Guitar
Sandro Guitar, Vocals
Jeremy Drums
Produziert von : Julien Grandjean Länge: 51 Min 05 Sek Medium: CD
1. Livret 37. Taikonaut
2. Sunday8. Tunnel
3. About Blank9. Budapest
4. Rococorock10. Microscope
5. A Thousand Leaves11. Weisshorn
6. Peur Du Vide

Mit "Taikonaut" legt die Band ROSQO aus Lausanne, die Heimat der auch hierzulande nicht unbekannten FAVEZ, ihr Debütalbum vor. Die Westschweizer bevorzugen dabei eine vollkommen unaufgeregte, aber dennoch hochkonzentrierte Herangehensweise an ihren mit gelegentlichen Elektronikspielereien durchsetzten Indierock. Schon der Opener Livret 3 weist die Richtung : ein reines Instrumentalstück, das ruhig und verhalten startet um sich mehr und mehr zu steigern, bis die Schrammelgitarren regelrecht abheben. Sunday ist ein kleiner, ungeschliffener Alternativerocker, während About Blank ruhig, geradezu schwerelos vorantreibt. Ein Song, wie geschaffen für eine Fahrt auf den Weiten eines amerikanischen Highways vor der endlosen Kulisse einer kakteendurchzogenen Wüstenebene.

Mit Rococorock wird das Tempo etwas angezogen, es wirkt fast etwas rappelig und unstet und schüttelt den Hörer ein wenig durch. Dann setzt das atmosphärisch dichte A Thousand Leaves wieder auf unterschwellige Spannung, durchsetzt von einem schönen Gitarrenarpeggio. Peur Du Vide schichtet tief gestimmte Gitarren übereinander und zelebriert feinsten Post-Rock.

Das Titelstück Taikonaut, was übrigens das chinesische Pendant zu einem Astronauten ist, kommt entsprechend herrlich luftig und verträumt daher, bis es gegen Ende hin noch recht druckvoll wird. Ein kleiner Schwachpunkt ist hier noch der Gesang, der allerdings über die gesamte Dauer des Albums von den faszinierenden Instrumentalparts wettgemacht wird.

Nach dem lebendigen Indierocker Tunnel wird es bei Budapest ein bisschen trashig, während Microscope und Weisshorn einen stimmigen, nachgerade feierlichen Ausklang mit singenden und sägenden Gitarren bereiten um sich auf ruhigen Schwingen in den Weltraum zu erheben.

Der Titel des Albums ist mit Bedacht gewählt, verbinden ROSQO doch in ihrer Musik eine regelrecht spacige Schwerelosigkeit mit der Bedächtigkeit, Langmut und Klugheit eines chinesischen Philosophen. In den reich gesäten starken Momenten verströmt diese Musik eine Zauber, dem man sich nicht entziehen kann, wenn sich die Klänge leicht, luftig und geradezu traumwandlerisch im Raum bewegen, gelegentlich dann von noisigen Akzenten der Gitarren gebrochen werden.

Man fühlt sich mitunter erinnert an MOGWAI, TORTOISE, GODSPEED YOU BLACK EMPEROR oder auch SIGUR ROS. Eine wirklich sehr schöne und gelungene Scheibe der Westschweizer, die sich für ihre Songs viel Zeit lassen und dennoch nie langatmig werden, die entspannt und dabei hoch spannend klingen.

Ralf Stierlen, 13.05.2005

 

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