Roy Rivers

Thank God I'm A Country Boy

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.01.2005
Jahr: 2004

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Roy Rivers Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach

Epi Schmidt


Roy Rivers
Thank God I'm A Country Boy, AGR Television Records, 2004
Roy Rivers Vocals, Guitar
Jim Horn Flute, Tenor Sax
Pete Huttlinger Guitar
Chris Nole & Paul Hollowell Piano
David Talbot Banjo
Jimmy Mattingly Mandolin, Fiddle
Mike Brignardello Bass
Chuck Tilley Drums, Percussion
Kent Wells Guitar, Background Vocals
Tony Smith Piano, Synthesizers, Background Vocals
David Slater Background Vocals
Dolly Parton Vocals (Thank God I'm A Country Boy)
Produziert von: Roy Rivers Länge: 47 Min 08 Sek Medium: CD
1. Rocky Mountain High7. True Love Is
2. What Our Love Is Not About8. Oh Railroad
3. Back Home Again9. My Sweet Lady
4. Thank God I'm A Country Boy (with Dolly Parton)10. All Caught Up
5. Sunshine On My Shoulders11. Dreaming My Way Home
6. Take Me Home Country Roads12. Hi Mom, It's Me

Wenn man als Countrymusiker schon eine deutschsprachige Webseite hat wird's bedenklich... Allzu leicht könnte man in der TRUCK STOP/Gabriel-Ecke landen. Nicht, daß die von Grund auf schlecht wären, aber irgendwann haben sie sich dem seichten Kommerz zugewandt und verdienen ihre Erwähnung eigentlich gar nicht mehr.
Bei Roy Rivers ist das so, daß er ein Typ vom Land ist, der irgendwann mal angefangen hat John Denver, bzw. Henry John Deutschendorf, zu sein. Wir waren ja alle in unserer Kindheit/Jugend mal Old Shatterhand oder Batman, oder so was, nur Roy hat sich halt gleich für was erreichbares entschieden und das behält er jetzt auch bei.
Und was ist jetzt schlecht daran?
Nichts!
Wer früh, mittags und abends John Denver gehört hat, kann ja gar nicht anders klingen als sein Vorbild. Der sieht sogar schon fast so aus! Und wenn er Songs schreibt, in welche Richtung sollen die schon laufen? Warum also nicht auch eine CD mit den entsprechenden Songs?

Sechs Lieder seines Idols covert Roy auf diesem Album und fügt denen sechs selbst verfaßte hinzu. Den Unterschied merken aber wohl bestenfalls Fans.
Hervorragend gespielt sind die Songs durchwegs und natürlich wird Roy den Teufel tun und viel an den Vorlagen seines Idols verändern. Rocky Mountain High oder Back Home Again klingen vielleicht etwas moderner, "satter", aber der Stil ist unverkennbar und die Stimme kann einen echt täuschen.
Kein Song charakterisiert Roy besser als Thank God I'm A Country Boy. Nichts anderes als ein Junge vom Land wollte er sein Leben lang sein und damit gehört dieser Titel natürlich hier her. Und ob bei John oder Roy - der macht halt einfach Laune! Das Original hab ich etwas schneller in Erinnerung, dafür drängt sich die Country-Ikone Dolly Parton mit ihrem unverwechselbaren Kennzeichen rein. Ihre Stimme (was dachtet Ihr denn?) klingt immer noch so jugendlich-piepsig wie eh und je und sie ergänzt sich prächtig mit Roy.
Kleiner Two-Step auf der Veranda gefällig? Die Fiddel bringt Euer Blut jedenfalls in Wallung.

Bei seinen eigenen Stücken bevorzugt Roy Rivers eher das Balladenhafte. Mal eher zufrieden, mal eher hoffnungsvoll, immer hat man das Gefühl, da ist einer mit sich und der Welt im reinen. Fast meint man Wälder rauschen zu hören, oder Bäche plätschern, mit einer Klarheit die es eigentlich gar nicht mehr gibt.
Er kann aber durchaus auch mal etwas Gas geben und wenn Oh Railroad nicht der perfekte "Reise-Song" ist... da kriegt man richtig Lust auf Zugfahren.
Take Me Home Country Roads - so wie der Titel hierzulande auf Country Roads verkürzt wird, so wurde der Song auch mit der Zeit gemeuchelt. Hingeschlampt von zahllosen Lagerfeuergitarristen und Betrunkenen, sowie viertklassigen Countrybands mag man den nüchtern gar nicht mehr ertragen. Allerdings darf man die Originalversion damit nicht gleichsetzten. Qualität hält sich und das trifft auch auf diesen Song zu. Immerhin verpaßte Roy ihm ein paar neue Aspekte, so wird das Intro vom Piano gespielt und insgesamt etwas "dramatischer" aufgezogen. Da spielten vielleicht auch etwas die Gedanken an den verstorbenen Songwriter mit.

Ich denke, der John sitzt irgendwo auf einer Wolke über den Rocky Mountains und freut sich über dieses Album und wer seine Songs mag, der liegt mit Roys Album mit Sicherheit richtig. Als Anlaß die alten LPs wieder hervor zu kramen, oder sich an den Songs in neuerem Gewand zu freuen.

Epi Schmidt, 29.01.2005

Wenn jemand in das allgemeingültige Klischee des "good old country-boy" paßt, dann sicherlich Roy Rivers. Allein der Name, der Assoziationen zum verblichenen Cowboy-Helden Roy Rogers evoziert, paßt ja trefflich ins Konzept.
Schaut man sich Roys Sozialisation an, wird einem einiges klar: "Roy Rivers ist ein Junge vom Land. Er hat Heu eingeholt, Baumwolle gepflückt und alle nur möglichen Arten von Nutzvieh aufgezogen. Er hat Wasser aus dem Brunnen geholt, auf einem Holzofen erwärmt und in einen alten Blechkübel gegossen, um zu baden. Er wuchs in ländlichen Kleinstädten, hauptsächlich in Arkansas auf und zog mit seiner Familie häufig um. Dadurch entwickelte er die wertvolle Gabe, schnell neue Freundschaften schließen zu können. Es war eine Kindheit in einfachen, aber ehrlichen Verhältnissen. Sie prägten Rivers' Weltanschauung, in der traditionelle Werte eine wichtige Rolle spielen, aber auch Idealismus und Romantik ihren Platz haben."
Da sich Roy Rivers zudem ganz freimütig als glühender John Denver-Fan outet, erscheint es nur um so folgerichtiger, daß er mit diesem seinem Debutalbum eine Hommage an seinen Übervater inszeniert, die sich neben sechs Original-Rivers-Titeln mit fünf Denver-Kompositionen und dem durch ihn zu Weltruhm gelangten Thank God I'm a country-boy (John Sommers) zu einer Blaupause der wohlbehüteten Country-Diktion des Herrn Denver ausweitet.

Der Sound, die Produktionsweise, die Titelauswahl und die hemmungslose Gefühligkeit dieses Roy Rivers Albums treten gänzlich unverblümt in die Jahrzehnte zuvor zementierten Fußstapfen seines Idols. Dies mag für zehntausende Denver-Fans einer willkommenen Reinkarnation des Verblichenen gleichkommen, läßt aber zwangsläufig jeglichen Funken von Originalität und Frische vermissen.
"Thank God I'm a country-boy" wird sich für viele Country-Fans auf seine ganz spezielle Weise auch gut anhören. Zweifellos. Alles ist aufs Beste produziert, jeder Ton sitzt am rechten Fleck, wagt sich aber leider kaum einmal mit der nötigen Portion Frechheit ans Tageslicht, um möglicherweise so auf sich aufmerksam zu machen: "Hey, ich bin's... Roy Rivers, der neue Star am schillernden Firmament der glitzernden Country-Szene. Hört, was ich euch Neues zu bieten habe".
Nein, soviel Mut besitzt Roy momentan noch nicht. Allein die Tatsache mit einem Fast-Cover-Album zu reüssieren, entlarvt ihn als nicht allzu risikofreudigen Künstler. Rivers Liebe zu John Denver sickert allzu offensichtlich durch sämtliche Poren dieses Werkes und läßt dem durchaus vorhandenen Talent des Protagonisten als Sänger und Komponist kaum Raum zur Entfaltung.
John Denver-Songs sind nun mal kuschelig, pathetisch, lieblich und immer sympathisch. Auf gewisse Weise schön, aber immer auch verdammt stromlinienförmig. Diese Art von Country-Musik mag für eine bestimmte Klientel ( da gibt's in Deutschland auch einige Zehntausend) sehr angenehm und erfreulich sein, weil es sich herrlich dabei entspannen, träumen und schwelgen läßt.
Aber die Country-Liebhaber auf der anderen Seite der Berge, die, die sich mit dem archaischen und wenig gelackten Sound von Banjo, Mandoline, Fiddle, Akkordeon und Dobro zu vergnügen wissen oder womöglich die, die sich mit den manchmal verqueren Soundbasteleien der sogenannten Alternative-Countryszene und deren rostigen Mistgabeln abgeben, werden diesem zuckrigen und allzu liebenswerten Country-Schmus wohl rein gar nichts abgewinnen können. Selbst das Mitwirken der 'grande dame' Dolly Parton beim Titelsong wird da niemanden umstimmen können.

So bleibt denn auch, wie bei der guten alten Rock-Musik, das Country-Lager weiterhin in mehrere Lager zerspalten. Wo sich die einzelnen Grüppchen auf der Veranda sammeln, um über die Vorzüge ihrer Helden zu schwadronieren. Denn, Schönheit ist und bleibt relativ...

Frank Ipach, 31.01.2005

 

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