Rush

Vapor Trails

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.06.2004
Jahr: 2002

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Rush
Vapor Trails, Atlantic Records, 2002
Alex Lifeson Electric & Acoustic Guitars, Mandola
Geddy Lee Bass & Vocals
Neil Peart Drums & Cymbals
Produziert von: Rush & Paul Northfield Länge: 67 Min 20 Sek Medium: CD
1. One Little Victory8. Secret Touch
2. Ceiling Unlimited9. Earthshine
3. Ghost Rider10. Sweet Miracle
4. Peacable Kingdom11. Nocturne
5. The Stars Look Down12. Freeze (Part IV of "Fear")
6. How It Is13. Out Of The Cradle
7. Vapor Trail

Ein Blick in die Gästeliste ließ mich neulich auf einen Eintrag betr. RUSH stoßen. Von wegen im Hooked On Music gäbe es keine Rubrik über die legendären Kanadier. Stimmt!!!! Das soll sich hiermit ändern, denn zu sagen gibt es über das Trio reichlich. Das aktuelle Livealbum zeigt eindrucksvoll, dass es hoffentlich lange noch kein "after all is said and done ..." geben wird.

Im Hinblick auf die anstehende Tour (Besuch ist Pflicht!!) sei an dieser Stelle noch einmal an das bisher letzte Studioalbum der Progrock-Götter erinnert. Den einen oder anderen Track wird die Band wohl auch in ihrer Setlist haben, und das völlig zurecht. "Vapor Trails" hat mittlerweile zwei Jahre auf'm Buckel, ist allerdings ein ebenso zeitloses Werk wie eigentlich sämtliche Veröffentlichungen der Herren Lee, Lifeson & Peart.

Sechs Jahre nach "Test For Echo" erscheint "Vapor Trails" wie ein Hammer. Mächtig donnernde Drums leiten das Album mit One Little Victory ein und lassen den zuletzt doch andere Töne gewohnten RUSH-Süchtigen staunen. Die Band zeigt ungewohnte Härte, und mit zunehmender Spieldauer stellt man sich die Frage nach den Keyboards. Noch mal im Booklet unter Geddy Lee nachgeschaut und festgestellt, dass dort nur noch Bass Guitar & Vocals aufgeführt sind. Dafür bei Alex Lifeson auch eine Mandoline, welche für einige sehr schöne Passagen auf "Vapor Trails" sorgt.
Das Album mag anfangs sperrig und ungewohnt klingen, aber waren RUSH jemals "eingängig" oder "für gewöhnlich..."? Die lange Pause, bedingt auch durch familiäre Schicksalsschläge, hat den Jungs gut getan. Herausgekommen ist das vielleicht härteste und rockigste Album in der Bandhistory (ich weiß, da gibt's hundertpro contra), man höre sich nur mal Peaceable Kingdom an. Andererseits klang Geddy Lee's Gesang selten melodischer. Paradebeispiel für diese Kombination ist Earthshine, was nicht umsonst auch auf "Rush In Rio" ein weiteres Mal verewigt wurde. Oder Ceiling Unlimited, welches in etwa die gleiche Richtung einschlägt und dich erstaunen lässt, mit welcher scheinbaren Leichtigkeit die Kanadier solche Songperlen veröffentlichen.
Ghost Rider und Sweet Miracle werden jeden erfreuen, der Nobody's Hero vom 93er-Output "Counterparts" mochte. Nur, und das macht RUSH eben so einzigartig, es handelt sich um keine bloßen Kopien, sondern hier gibt es weitere Mosaiksteinchen in ihrem Schaffen zu bestaunen.

"Vapor Trails" ist auf Anhieb kein spektakuläres Album, dafür fehlen bis auf das bereits erwähnte Earthshine vielleicht die Gassenhauer. Nur, haben RUSH denn jemals solche geschrieben? Ist es nicht so, dass die Songs wachsen, man mit jedem Hördurchgang neue Feinheiten entdeckt und die Songs regelrecht in sich aufsaugt? In sofern ist "Vapor Trails" wieder typisch RUSH, soweit man eben von "typisch RUSH" sprechen kann. Ich gebe zu, anfangs sehr beeindruckt gewesen zu sein, dann aber anderen Alben und Acts den Weg in den CD-Schacht überlassen zu haben. Irgendwann wieder auf "Vapor Trails" gestoßen und festgestellt, welch ein überragendes Album da wieder am Start war/ist.
Bei möglichst objektiver Betrachtung komme ich zu der Feststellung, die Alben in den 90ern waren nicht vollständig überzeugend, vielleicht hat man auch deswegen nach nur einem Studioalbum ein weiteres Livewerk nachgeschoben. Nur, hört Euch einen Song wie How It Is an, und Ihr werdet vielleicht verstehen, was ich meine. Es klingt irgendwie so, als hätten sich RUSH wieder neu erfunden (und eben nicht nur "back to the roots"...), und wahrscheinlich darum auch "Rush In Rio" als Beleg dafür.

"Vapor Trails" zeigt mehr als deutlich, dass die Band noch lange nicht am Ende ist. Lee, Lifeson & Peart zeigen hier wieder ein Maß an Kreativität und Eigenständigkeit, dass es einem die Tränen in die Augen treibt (Tempos her!!), wenn man die letzten zwölf tourneelosen Jahre in Deutschland bedenkt. Jede(r) die/der wo (frei nach einem gewissen Herrn Klinsmann...) die "vergangene" Tour miterleben durfte weiß wovon ich rede. Und wenn mit Out Of The Cradle der letzte Songs der CD vorüber ist setzt der Gang zur Anlage ein, um erneut auf "Play" zu drücken.

Wie schon bemerkt, "Vapor Trails" ist nicht taufrisch, aber eben zeitlos und deshalb auch zwei Jahre später durchaus diese Zeilen wert.
Wer auf RUSH zu Zeiten von "Permanent Waves" und "Moving Pictures" schwört liegt hier voll im Ziel, lediglich der Sound ist halt moderner und "no keyboards".
Ein absolutes Sahneteil!!!

Jürgen Ruland, 10.06.2004

 

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