Sam Baker

Horses And Stars


CD-Review

Reviewdatum: 16.07.2019
Jahr: 2019
Stil: Folk / Americana
Spiellänge: 43:41
Produzent: Tracy Plass

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Promotion: G Promo PR


Redakteur(e):

Holger Müller

Titel
01. Boxes
02. Thursday
03. Angel Hair
04. Iron
05. Same Kind Of Blue
06. Migrants
 
07. Mennonite
08. Snow
09. Waves
10. Odessa
11. Broken Fingers
12. Pretty World
Musiker Instrument
Sam Baker Vocals, Guitar

Wen das Leben so gebeutelt hat, dem nimmt man die Geschichten vom harten Dasein am Rande der Gesellschaft sofort ab. 1986 wurde Sam Baker in Peru Opfer eines Terroranschlags in einem Zug – und überlebte nur knapp und mit vielen Narben. Die meint man auch zu hören, wenn er mit seiner brüchigen Stimme und seinem kargen, fast kathartischen Gitarrenspiel – auch Spätfolge seiner Verletzungen - auf einer Bühne steht und von Soldaten im Schlamm oder Migranten singt.

Allein, man muss schon ein Freund von Minimalismus sein, um diese Live-Aufnahmen aus einem Club in Buffalo wirklich genießen zu können. So ganz allein, ohne Band, die die Facetten seiner Erzählungen erst richtig hervorheben könnte, wirkt „Horses And Stars“ weniger wie ein Konzert, denn wie ein Strom von Songfragmenten, Akkorden, Melodieskizzen und gelegentlichem Applaus. Einzig Odessa ragt ein wenig heraus, weil Sam Baker hier einige Zeilen und die Melodie des alten Folksongs Hard Times, Come Again No More integriert. Der Rest ist ein staubtrockenes Feld mit brüchigem Boden.     

Dafür trumpft der Künstler auch auf diesem Album mit seinen Gemälden auf, die das Cover und die Innenseiten der CD zieren. Kaum zu glauben, dass ausgerechnet ein nur Eingeweihten bekannter Songwriter, der seine Alben im Eigenvertrieb unters Volk bringen muss, sich ein so schönes Booklet leistet. Möge das viele andere Musiker inspirieren, die ihre Existenz nicht nur Streaming-Diensten verdanken wollen.

 

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