Samantha Fish

Kill Or Be Kind

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 24.09.2019
Jahr: 2019
Stil: Blues, Rock, Soul
Spiellänge: 45:38
Produzent: Scott Billington

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Plattenfirma: Rounder Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Blues Caravan

Titel
01. Bulletproof (Tangle Eye Mix)
02. Kill Or Be Kind
03. Love Letters
04. Watch It Die
05. Try Not To Fall In Love With You
06. Fair-Weather
 
07. Love Your Lies
08. Dream Girl
09. She Don‘t Live Around Here
10. Dirty
11. You Got It Bad
Musiker Instrument
Samantha Fish Vocals, Guitar, Cigar Box Guitar
Austin Clements Bass
Rick Steff Rhodes, Hammond B3
Andru Yanovski Moog Synthsizer
Doug Belote Drums, Electric Bongos
Jim Spake Saxophone
Tom Clary Trumpet
Anjelika „Jelly´“Joseph, Kayla Jasmine Backing Vocals
Charles Hodges Wurlitzer, Hammond B3

Von all den Künstlern/innen, die uns durch den BLUES CARAVAN hierzulande bekannt wurden, erscheint mir Samantha Fish mit am beeindruckendsten. Unter anderem, weil sie so zielstrebig voran schreitet, sich permanent weiterentwickelt und sich durch nichts von ihrem Weg abbringen lässt. Da hatte ich in andere Interpreten weit höher eingeschätzt. Dani Wilde zum Beispiel, die damals mit Samantha die “Girls With Guitars“-Tour bestritt. Die dümpelt zur Zeit ein bisschen so unter ferner liefen, während Fräulein Fish…

Nun, das Potenzial von Samantha zeigte sich im Prinzip schon damals, als sie mit strähnigen, blonden Haaren barfuß auf der Bühne stand und ganz in ihrer Musik aufging. Da hat sich inzwischen nicht viel geändert. Schaut man aufs Cover ihrer neuesten CD, wird man zwar an 50‘s Pin-Up-Style erinnert – wozu ihre Marylin-Monroe-Gedächtnis-Frisur nicht wenig beiträgt - , aber musikalisch ist sie alles andere, als ein Pin-Up Girl. Gelandet ist sie mittlerweile renommierten ROUNDER Label, ihre Verbundenheit zu Blues tut dies natürlich keinen Abbruch. In dem rohen, ursprünglichen Bulletproof bringt sie ihre “Cigar Box Guitar“ zum Einsatz, mit fettem Slide-Anteil und heavy verzerrtem Sound. Blues Rock ohne Kompromisse.

Aber seit Jahren zeigt sie, dass nicht nur um Blues verhaftet ist. Im Titelsong ist eine Menge Soul und R&B dabei und erneut fällt auf, wie sich Samantha Fish auch gesanglich immer weiter entwickelt. Fast in jedem Song hier sind dezente Bläser dabei, was den Sound herrlich anreichert. Starke Nummer, die man in keinem ihrer Konzerte mehr missen möchte. Kleiner Seitenhieb auf die Gestalter des Booklets: Es ist eine Frechheit, mit welcher Schrift die Credits zu den Songs gedruckt sind. Als hätte jemand mit feinster Nadel das aufs Papier gekratzt. Man kann es im Prinzip nicht lesen.

Dafür kann die Künstlerin wohl nix, aber für den Ohrwurm Love Letters sehr wohl. Sparsam, spannend, sehr dynamisch aufgebaut, frisst sich die Nummer voller Leidenschaft ins Ohr und das verzerrt-komprimierte Gitarrensoli drückt es noch tiefer rein. Geile Nummer. Das treibende, pulsierende Watch It Die bringt Moderne im Rhythmus und Tradition, durch den Memphis-Sound, zusammen, während Trying Not To Fall In Love With You wundervollsten 60‘s Soul mit einem dirty Gitarren-Solo würzt. Und erneut fällt der gereifte Gesang auf.

Bei Fair-Weather kommen einem die BEATLES in ihrer Mittsechziger-Phase in den Sinn. Eine melancholische Ballade, der man sich schwerlich entziehen kann. Dagegen wird bei Love Your Lies (unzweideutig beschäftigt sie sich auf diesem Album viel mit Beziehungen…) aufs Gaspedal getreten und einen Schwung Nashville-Rockabilly, mit Bläsern versetzt, ins Rollen gebracht.

“Say I‘m your dream girl“, singt Samantha im gleichnamigen Song und diese Country-Ballade macht es einem durchaus leicht, sie entsprechend zu würdigen. Für die Gitarrenarbeit auf diesem Album, zeichnet sie komplett – soweit ich es überblicken kann – allein verantwortlich und auch das ist ein Pluspunkt, wie viele unterschiedliche Spielweisen und Klangfarben sie in ihrem Repertoire hat.

She Don‘t Live Around Here Anymore ist wieder von tiefstem Memphis-Soul durchtränkt und lässt den Zuhörer wohlig im Takt mitwippen. Und auch Dirty ist herrlichster Melancholic-Soul, der einen umgehend einnimmt und nicht mehr aus dieser Stimmung lässt. Dezente Hammond im Hintergrund und aufheulende Gitarre im Solo, dazu Samanthas Gesang durch ein paar gospelige Backgroundstimmen unterstützt – reine Magie.

Ja, dem beinharten Blues-Fan wird hier nicht durchgehend Material geboten, aber die Klasse der Interpreten und der Songs geht an keinem vorbei. Und am Schluss, mit You Got It Bad landet man dann ja doch wieder beim Blues, der kernigen Sorte. Also im Prinzip, so wie das Album begonnen hat, mit leicht schräger Slide und ‘nem dicken Schuss Soul.

Wer noch Zweifel hat: Das Album “wächst“ mit jedem Hördurchgang und reiht sich problemlos in die guten bis sehr guten Alben von Samantha Fish ein. Aus meiner Sicht, wird es jetzt Zeit, für ein ordentliches Live-Album.

 

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