Santana

Guitar Heaven: The Greatest Guitar Classics Of All Time

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 22.09.2010
Jahr: 2010
Stil: Latin Classic Rock

Links:

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Santana
Guitar Heaven: The Greatest Guitar Classics Of All Time, Sony Music, 2010
SantanaLead Guitar
Tommy AnthonyRhythm Guitar
Benny RietveldBass
Dennis ChambersDrums
Karl PerazzoPercussion
Freddie RavelKeyboards
Paul RekowCongas
Guests:
Tim PierceAdditional Rhythm Guitars
Joel ShearerAdditional Rhythm Guitars
Chris CornellLead Vocals on Whole Lotta Love
Scott WeilandLead Vocals on Can't You Hear Me Knocking
Rob ThomasLead Vocals on Sunshine Of Your Love
India.ArieLead Vocals on While My Guitar Gently Weeps
Yo-Yo MaCello on While My Guitar Gently Weeps
Chris DaughtryLead Vocals on Photograph
NasLead Vocals on Back In Black
Chester BenningtonLead Vocals on Riders On The Storm
Ray ManzarekOrgan on Riders On The Storm
Jacoby ShaddixLead Vocals on Smoke On The Water
Pat ManohanLead Vocals on Dance The Night Away
Gavin RossdaleLead Vocals on Bang A Gong
Joe CockerLead Vocals on Little Wing
Jonny LangLead Vocals on I Ain't Superstitiuos
Scott StappLead Vocals on Fortunate Son
Andy VargasLead Vocals on Under The Bridge
Produziert von: Howard Benson Länge: (CD) 64 Min 02 Sek Medium: CD & DVD
01. Whole Lotta Love08. Smoke On The Water
02. Can't You Hear Me Knocking09. Dance The Night Away
03. Sunshine Of Your Love10. Bang A Gong
04. While My Guitar Gently Weeps11. Little Wing
05. Photograph12. I Ain't Superstitious
06. Back In Black13. Fortunate Son
07. Roders On The Storm14. Under The Bridge

Wenn nichts mehr geht, dann geht immer noch ein Album mit aufgewärmten Klassikern. Oder? Sonderlich reizvoll erscheint mir das auf Anhieb jedenfalls nicht, wenn Carlos Santana erneut einen Haufen sattsam bekannter Sängern um sich schart, um dann auch noch Songs aufzunehmen, die einem größtenteils schon aus dem Hals hängen. Wer, um Alles in der Welt, braucht eine weitere Version von Smoke On The Water? Oder von Sunshine Of Your Love? Da schüttelt's einen bereits bei dem Gedanken. Nicht?
Dazu noch der reichlich vermessene Titel: "The Greatest Guitar Classics Of All Time". Also, ich mag Dance The Night Away von VAN HALEN total, aber wenn das zum größten Geniestreich Eddie Van Halens gehören soll, dann weiß ich nicht. Oder Fortunate Son von CCR? Also bitte!
Ok, wenn im Endeffekt die von Carlos gegründete Kinderhilfsorganisation "Milagro Foundation" davon profitiert, wollen wir nochmal Gnade vor Recht walten lassen.
Interessant scheint es ja zumindest, wenn solche Hochkaräter zusammentreffen. Das Teil erscheint mit beiliegender DVD auf der ein "Making Of" und diverse Interviews zu verfolgen sind. Ist nicht sonderlich lang, aber ganz nett anzusehen.

Es verblüfft mich etwas, warum man neben Carlos' eigener Band und den Gastsängern noch einen Schwung an weiteren Musikern und weiteren Sängern braucht. So ist, zum Beispiel, der von mir hoch geschätzte, frühere Rick Springfield-Gitarrist, Tim Pierce fast durchgängig für zusätzliche Rhythmusgitarrenarbeit zuständig. Daneben noch ein weiterer Gitarrist und noch weitere Musiker. Ob für die Songs immer so ein Aufwand nötig wäre?.
Den Reigen eröffnet LED ZEPPELINs und - der wird richtigerweise in den Credits genannt - Willie Dixons Whole Lotta Love. Die Shouter-Arbeit übernimmt mit SOUNDGARDENS Chris Cornell ein absolut kompetenter Mann. Da kommt schon ordentlich Druck rüber und schnell gewöhnt man sich, angesichts des zeitgemäßen Sounds, an diese Fassung. Gut, der Lead-Break ist nicht wie bei den ZEPs, aber was hätte das auch gesollt? Nach SANTANA klingt das hier aber auch nicht. Viel zu hingerotzt! Mir gefällt's.
Can't You Hear Me Knocking bei den All-Time Guitar Classics? Mir soll's recht sein, den Einstiegsriff ist schon geil und so kommen die STONES eben auch zu Ehren. Scott Weilands Gesang wird der Nummer auch durchaus gerecht und er füllt sich hörbar wohl. So gut hab ich den Scott selten gehört. Klasse! Der wachsweiche Backgroundgesang und die überfrachtete Produktion machen allerdings viel kaputt. Wenn es dann zum groovigen Percussion-Teil, gegen Ende, geht, kommen Stil und Qualitäten zum Tragen. Das reißt es dann noch ein bisschen raus, aber das hätte auch zu fast jedem anderen Song gepasst. Ziel etwas verfehlt.

Für CREAMs Sunshine Of Your Love kehrt ein Altbekannter in SANTANAs Umfeld zurück: Rob Thomas. Der hatte uns ja schon den Smash-Hit Smooth kredenzt. Na ja, die Nummer ist reichlich abgedroschen und da muss man sagen, dass die Band hier schon eine gute Leistung vollbringt und das Dingens, mittels guter Percussion und kreischender Wah-Wah-Gitarre, recht ansprechend gestaltet. Doch, auch da muss man nicht davonlaufen. Das fetzt ganz gut.
Dann wird’s mir allerdings zu lahm. George Harrisons While My Guitar Gently Weeps hat schon einige schöne Neuauflagen erleben dürfen - wir erinnern uns gerne an Jeff Healyes mitreißende Version - aber wenn auch der Gesang von India.Arie gewohnt großartig soulig kommt und der Star-Cellist Yo-Yo Ma herrlich vor sich hinstreicht und Carlos - ebenfalls wie gewohnt - darüber dudelt, mir ist das zu lahmarschig.
Was kann man an DEF LEPPARD verbessern oder perfektionieren oder verändern? Das war ja schon von jeher so punktgenau konstruiert. Entsprechend bietet Photograph wenig Möglichkeiten da was Neues einzubringen. Auch Chris Daughtry kann da kaum was anderes machen, als Joe Elliott täuschend echt zu imitieren. Schön, aber wer braucht das?
Die Blasphemie folgt natürlich mit der nächsten Nummer: Back In Black von Rapper Nas als, tja, eben, Rap! Ist ja teilweise ganz lustig, so wie diese Godzilla/Kashmir-Nummer damals, aber auf die Dauer geht’s mir doch auf die Nerven. Aus 'nem AC/DC-Song macht man keinen Rap. Wär's ein Song vom guten alten Bon, der käme aber so was von aus der Gruft!

Bedrohliche Donner kündigen, ja, was an? Der Voodoo-Groove erinnert eher an Sympathy For The Devil, aber ist natürlich doch unverkennbar Riders On The Storm. Da sitzt Ray Manzarek persönlich an den Tasten und sorgt für das richtige Flair. Den Gesang übernimmt Chester Bennington. Der hatte inzwischen bei LINKIN PARK ja auch schon 10-Jähriges. Gefällt mir ganz gut, was die Jungs hier bieten. Carlos ist halt immer am besten, wenn man ihm so einen herrlich-gemächlich schwebenden Groove-Teppich ausrollt.
DEEP PURPLEs Smoke On The Water. Da muss man auch ganz schön Frechheit mitbringen um eine so in- und auswendig bekannte Nummer zu covern. Lässt man ein paar der Erinnerungen beiseite, kommt das aber gar nicht so schlecht. Besonders der Gesang von PAPA ROACH Sänger Jacoby Shaddix gefällt mir gut. Schön dirty ohne sich zu weit von der Vorlage zu entfernen. Also wenn Gillan mal wirklich nicht mehr kann …
Wie bereits gesagt, halte ich VAN HALENs Dance The Night Away für eine absolut tolle Partynummer. Im Original. Hier kommt der Anfang zwar noch recht gut und der Gesang von Pat Monahan kann sich durchaus mit dem von Herrn Roth messen - ist ja eigentlich auch nicht so schwer - aber dann plätschert mir das, samt überflüssiger Keyboards, doch zu beliebig dahin. Nee, auch hier wäre mehr drin gewesen. Wer nicht so genau hinhört, für den bleibt es aber eine gute Autofahrnummer.
Einen puren Boogie-Rocker wie Bang A Gong - mir als Get It On geläufiger - von T. REX, kann ein Brite wie Gavin Rossdale zwar passabel singen und all der Latin-Groove und Carlos' Solo-Lärm wirbeln auch Staub auf, aber - ach - da häng ich doch zu sehr an Bolans Vorlage. Das hatte doch mehr Drive.

Ja, da schau her, wo kommt denn der Joe Cocker plötzlich her? Hat jemand die Studiotür aufgelassen? Wie man gute Songs noch besser interpretiert, damit hat Joe seine Erfahrungen und auch hier muss ich ihm zugestehen, dass er aus Little Wing einiges herausholt. Auch wenn die Stimme nicht mehr zu solch Gipfelstürmen wie zu seinen besten Zeiten fähig ist. Geht schon.
Einem Blues-Bürscherl, wie Jonny Lang, muss man natürlich einen Blues-Klassiker offerieren und da geht’s tatsächlich auch gut ab. So jung ist Jonny Lang auch nicht mehr, wie zu Zeiten der Jeans-Werbe-Songs, aber seine Stimme ist nach wie vor richtig geil. Kommt echt gut.
Fortunate Son hab ich nicht in der ungestüm drauflos preschenden Fassung erwartet, wie sie CCR auf Platte gebannt haben, trotzdem irgendwie fetzig, aber der eher rhythmisch federnde Groove hier ist im Endeffekt vielleicht das Sinnvollste, was man machen konnte. Mit CREED-Sänger Scott Stapp steht auch ein recht passender Interpret am Mikro, der mir allerdings etwas zu sehr im Hintergrund agiert. Na ja, ist halt ne Gitarren-Platte.
Was macht man mit Under The Bridge? Andy Vargas orientiert sich gesangsmäßig jedenfalls hart an der Vorlage, während die SANTANA-Band ihren speziellen Groove nicht sonderlich verändern muss, um den PEPPERS-Song einzugliedern.
So verklingt das Album allerdings etwas unspektakulär. Gut die Hälfte weiß zu gefallen und ein paar weitere Songs sind auch ganz inspiriert gespielt - Ausfälle gibt’s fast nicht - aber als den "Gitarrenhimmel" würde ich es jetzt nicht bezeichnen. Da hängen doch noch ein paar andere Geigen, äähm, Gitarren herum. Nicht richtig Fleisch, kein Fisch, aber manchmal hat man ja Bock auf beides.

Epi Schmidt, 19.09.2010

 

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