Santana

Santana III

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 05.08.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Santana
Santana III, Sony/BMG, Columbia/Legacy, 2006 (1971)
Carlos Santana Guitar & Vocals
Gregg Rolie Piano, Organ, Vocals
David Brown Bass
Michael P.R. Carabello Conga, Vocals, Percussion, Tambourine
Jose Chepito Areas Timbales, Conga, Percussion, Vocals, Drums, Flugelhorn
Michael Shrieve Drums, Percussion, Vibes
Neal Schon Guitar
Produziert von: Santana (Original Album), Bob Erwin (Legacy Edition) Länge: 126 Min 06 Sek Medium: Do-CD
CD 1 - "Santana III":
1. Batuka8. Everything's Coming Our Way
2. No One To Depend On9. Para Los Rumberos
3. TabooBonus Tracks:
4. Toussaint L'Overture10. Gumbo (previously unissued studio recording)
5. Everybody's Everything11. Folsom Street - One (previously unissued studio recording)
6. Guajira12. Banbeye (previously unissued studio recording)
7. Jungle Strut13. No One To Depend On (Single Version)
CD 2 - Live At The Filmore West, July 4, 1971:
1. Batuka7. Incident At Neshabur
2. No One To Depend On8. In A Silent Way
3. Toussaint L'Overture9. Savor
4. Taboo10. Para Los Rumberos
5. Junglestrut11. Gumbo
6. Black Magic Woman / Gypsy Queen

Ja, ich weiß, das ist noch nicht sooo lange her, seit dieses Album wiederveröffentlicht wurde. Gut, es sind schon acht Jahre, aber so eine CD hält schon eine Weile und somit meinte man nach der 1998er Ausgabe doch bedient zu sein.
Denkste. Die Leute bei Legacy lassen halt 'no stone unturned' und graben immer wieder was neues aus. So kommt das Teil halt diesmal als luxuriöse Doppel-CD im schönen Digipack und mit 20seitigem Booklet.

"Santana III" war der Abschluss jener Trilogie zu der noch "Santana" und "Abraxas" gehörten und auch das letzte der Album der ursprünglichen SANTANA BLUESBAND. Ein Album später orientierte man sich zwar z.T. noch an den Ursprüngen, aber ein Teil der Gruppe war bereits ausgestiegen und eine Riege von Gastmusikern konnte das Feuer nicht so hoch lodern lassen wie eben auf den ersten drei Scheiben.
Das gelang hier allerdings noch gar prächtig und seinen Anteil daran hatte auch ein neues Mitglied von SANTANA: Der blutjunge (15!) Neal Schon, der später mit JOURNEY für weitere Furore sorgen sollte, wurde von Carlos in die Band geholt.
Vielleicht ist das Album etwas ausgereifter als noch das Debüt, aber einen in hypnotische Vibrations zu versetzen hatten sie immer noch perfekt drauf.
'Sympathien für den Teufel'?, denkt man sich noch beim Percussion- Intro zu Batuka, aber bald drehen sich Carlos, Neal Schon und Organist Gregg Rolie in einem hypnotischen Kreisel, angetrieben von einer der ausgezeichnetsten Rhythmusgruppen der Pop-Musik überhaupt. Schon jetzt driftet man eigentlich völlig ab, ohne irgendwelche förderlichen Substanzen.
Fast nahtlos geht's in das latin-jazzige No One To Depend On über, das genau den Stil transportiert, der die Band so berühmt und erfolgreich gemacht hat. Wie Carlos selbst, verzieht man, voll süßem Schmerz, das Gesicht, wenn die Gitarre mit typischen hohen Trillern einsetzt. Aber auch Neal Schon hat mehr als nur Rhythmusarbeit zu verrichten und oft genug spielen die beiden im Duett, oder im Duell.

Solche Hits wie das Vorgängeralbum kann "Santana III" nicht aufweisen, aber Songs wie der eben genannte oder Taboo sind trotzdem Klassiker und verzaubern genauso wie die Welthits Samba Pa Ti oder Black Magic Woman.
Toussaint L'Overture ist ein absolutes Groovemonster und hier trumpft Keyboarder Gregg Rolie wieder mal ganz gewaltig auf. Ein Wahnsinn, was der Mann an den Tasten drauf hat. Fast wie ein Perkussionist hämmern die Hände und Finger über die Tasten und dabei flicht er noch Melodie mit rein. Genial.
Eine etwas andere Richtung schlägt Everybody's Everything ein. Das geht Richtung R&B und erinnert ganz schön an Mitch Ryder in den 60ern und auch etwas an die SPENCER DAVIS GROUP mit zusätzlicher Rhythmusabteilung. Geht richtig geil ab!
Salsa und Jazz versprüht das coole Cuajira und unwillkürlich ist man versucht, irgendwelche spanischen Worte auszurufen. Olè, oder Cerveza, por favor, oder was einem sonst so einfällt. Schwarzhaarige, braune Schönheiten wiegen sich in anzüglicher Enge mit mir im Tanz und..., ähm, ich komme wohl vom Thema ab...
[Ein paar Zeilen weiter oben sprach der Herr Kollege von Substanzen... Red.]
Einen leichten Pop-Appeal, so a la Evil Ways, bringt Everthing's Coming Our Way ein. Das wechselt zwischen leicht melancholischer Stimmung und einem pulsierenden Grooveteil, der wieder stark von Gregg Rolie geprägt ist.
Das reguläre Album klang mit Para Los Rumberos keineswegs locker aus, sondern wurde noch mal so richtig gepusht. Doppelstimmige Gitarren wechseln sich mit schmetternden Trompeten ab, der sich ständig wiederholende Refrain hat etwas Voodoo-artiges und die Trommel treiben einen schier an den Rand des verkraftbaren. Hölle!
Als Bonus gibt's noch ein paar bisher unveröffentlichte Songs, so wie die Single-Version von No One To Depend On. Die restlichen drei Stücke sind wunderbare, überwiegend instrumentale Songs, die im Prinzip verzichtbar wären, aber trotzdem eine schöne Ergänzung sind. Wo man doch schon so am grooven ist.
"Santana III" hat sich nicht zufällig 5 Wochen an der Spitze der amerikanischen Charts gehalten und wer sich für die Band auch nur gering interessiert, braucht dieses Album.

Versüßt wird einem der Erwerb in dieser Form noch durch eine weitere CD. Der Promoter Bill Graham hatte sich ja von Beginn an um die Band gekümmert und verdient gemacht und so war es nur logisch, dass SANTANA den letzten Abend der Abschiedswoche des legendären Fillmore West beschließen sollten. Das war der 4. Juli 1971 und der komplette, bisher überwiegend unveröffentlichte Set SANTANAs ist hier enthalten.
Natürlich lies es sich der Impressario nicht nehmen die Band anzusagen: "What better way, than to close with the sounds from the streets, Santana!". Wie das Album, legt die Band auch hier mit Batuka schon gleich einen ansteckenden Rhythmusteppich aus, dem No One To Depend On gern hinterher rollt und dabei die Studiofassung locker aufsaugt. In absoluter Hochform präsentieren sich die Musiker und steigern sich von einem Höhepunkt zum nächsten. Und das bei hervorragendem Sound.
Es dauert eine Weile, bis sich Black Magic Woman / Gypsy Queen aus dem Intro herausschält, aber dann erleuchtet es den Zuhörer wie üblich. Vielleicht durch den Konterpart von Neal Schon sogar noch etwas mehr als sonst.
Beliebig wird das Tempo variiert und der Groove intensiviert oder zurückgenommen. Schön zu hören im jazzigen Savor, wenn sich die Musiker immer mehr hineinsteigern.

Es hat an diesem Abend wohl schon eine Band wie SANTANA gebraucht, um das Publikum noch mal richtig in Fahrt zu bringen. Schließlich waren die ganze Woche schon Konzerte gewesen und an diesem Tag waren u.a. bereits TOWER OF POWER und CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL aufgetreten. Angesichts dieser Aufnahme besteht kein Zweifel, dass es hier trotzdem noch mal richtig abging und sich alle zu dem Dschungelbeat von Gumbo in ein furioses Finale steigerten.
War die Band SANTANA später noch mal so gut wie hier? Vermag ich nicht zu beurteilen, aber es dürfte ihr schwer gefallen sein, das zu übertrumpfen.

Epi Schmidt, 05.08.2006

 

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