Savoy Brown

Goin' To The Delta

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 30.01.2014
Jahr: 2014
Stil: Blues & Boogie Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Savoy Brown
Goin' To The Delta, Ruf Records, 2014
Kim SimmondsGuitar, Vocals
Pat DeSalvoBass
Garnet GrimmDrums
Produziert von: Kim Simmonds Länge: 60 Min 20 Sek Medium: CD
01. Laura Lee07. Goin' To Te Delta
02. Sad News08. Just A Dream
03. Nuthin' Like The Blues09. Turn Your Lamp On
04. When You've Gat A Good Thing10. I Miss Your Love
05. Cobra11. Sleeping Rough
06. Backstreet Woman12. Going Back

Und plötzlich ist es … 1968. Oder 1970 meinetwegen. Jedenfalls ein Jahr, in dem der Blues Rock so richtig angesagt war und abgeräumt hat. Und mittendrin waren schon damals SAVOY BROWN. Und heute? Läuft das mit dem Blues nicht so schlecht, auch wenn nicht gerade Zehntausende zu Konzerten dieses Genres pilgern, und immer noch mittendrin: SAVOY BROWN. In der so-und-so-vielten Reinkarnation, aber letztlich hängt ja alles an Mastermind Kim Simmonds. Deswegen firmiert das eigentlich auch unter KIM SIMMONDS AND SAVOY BROWN, aber wir wissen, was gemeint ist.
Und gemeint ist natürlich in erster Linie Blues und Boogie, wie das seit dem Beginn der Band, Mitte der 60er, war. "Die Stimme" an sich, hat es bei SAVOY BROWN eigentlich nie so gegeben, denn den Posten des Leadsängers haben über die Jahre so viele Vokalisten eingenommen, aber die Gitarre war immer in besten Händen bei Simmonds. Dass er seit Jahren den Gesang selbst übernimmt, kommt seinem Blues Rock Trio natürlich entgegen, auch wenn er nicht mehr mit der Brünstigkeit eines jungen Stieres singt.

Live kann so eine Dreierbesetzung schon etwas eingeschränkt sein, aber im Studio ist ja problemlos eine weitere Gitarre aufs Tape gebannt und so kommt Laura Lee mit druckvollem Rhythmus und scharfen Lead-Licks gleich gut rüber. Der Boogie steckt den Mannen tief in Blut und Knochen und so ist der Hörer gleich animiert, locker bis engagiert mitzuwippen. Stilistisch, wie oben gesagt, passt das perfekt in die Spätsechziger. Zwar mit besserem Sound, aber ansonsten würde der Song auch in den Händen von, sagen wir, CANNED HEAT nicht deplatziert wirken. Überhaupt fühle ich mich öfter an die Westküsten-Boogie-Fanatiker erinnert im Laufe dieses Albums.
Simmonds spielt mit einem transparenten und gleichzeitig wundervoll angerauten Sound, der seine unaufgeregten aber routiniert und treffsicher gespielten Solo-Einwürfe bestens rüberkommen lassen.
Sad News ist die etwas langsamere Variante des Blues, aber der Boogie bleibt erhalten, während Nuthin' Like The Blues straighter kommt, mehr an Texas Blues erinnert und nicht von ungefähr kommt mir hier Johnny Winter in den Sinn.
Simmonds sind keine Spielarten des Blues fremd und so variiert er locker bei der Stilauswahl. Mehr locker-groovig und leicht funkig in When You Got A Good Thing, Texas Blues um mit Bart (aber nicht angestaubt!) in Cobra, Chicago/Jump-Blues (also nicht nur Delta!) in Backstreet Woman und Going Back, und immer wieder herrlicher Boogie, wie im Titelsong.

Das mag sich alles beim ersten Hören etwas sachte anhören, weil hier nicht mit der großen Kelle gewunken wird, aber wenn man die Stereoanlage mal etwas kitzelt und sich auf die Scheibe einlässt, dann bekommt man hier gar nicht so viele Verschnaufpausen.
Am ehesten vielleicht beim Big-City-Slow-Blues Just A Dream mit seinem jazzigen Flair. Da macht es aber umso mehr Spaß, den blitzsauberen Gitarrenlinien zu folgen.
Einzig Turn Your Lamp On haut mich nicht so vom Hocker, was der anschließende Slide-Blues I Miss Your Love jedoch wieder ausgleicht.
Das Album kommt völlig ohne Coverversionen aus und unterhält dabei trotzdem aufs Beste. Vielleicht sollte Simmonds für die Live-Auftritte doch einen zweiten Gitarristen erwägen, dann stünde einem herrlichen Boogie-Abend nichts im Wege. Auf eine Stunde reduziert, erhält man diesen auf jeden Fall mit dieser Scheibe.

Epi Schmidt, 29.01.2014

 

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