Scala & Kolacny Brothers

Solstice

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.07.2016
Jahr: 2016
Stil: Chormusik, Sakraler Pop

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Scala & Kolacny Brothers Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Scala & Kolacny Brothers
Solstice, Atco, 2016
Produziert von: Kolacny Brothers Länge: 75 Min 13 Sek Medium: CD
01. Boys Don't Cry11. The One I Love
02. Sweet Dreams (Are Made Of This)12. Piggy
03. All Of Me13. Strong Enough
04. Crash Into Me14. Wake Me Up When September Ends
05. Cloudbusting15. Womanizer
06. Fat Bottomed Girls16. Follow You, Follow Me
07. Heroes17. In The Air Tonight
08. Hungry Heart18. Barbie Girl
09. Survival19. I Don't Like Mondays
10. Dirty Diana20. Black Hole Sun

Chormusik ist nun wirklich nicht jedermanns Sache. Man denkt an den örtlichen Männergesangsverein von Jagdhausen, an den Frauenchor der katholischen Gemeinde Keuschdorf oder an die gregorianischen Gesänge der Zisterzienser-Mönche. Mönche stürmen die Pop-Charts. Ja, hat's alles schon gegeben.

Den belgischen SCALA Chor der beiden Gründerväter Steven und Stijn Kolacny gibt es inzwischen auch schon seit zwanzig Jahren. Ein bunter Haufen junger Frauen, die sich mit Hingabe in ihren Gesang stürzen, um betagte und jüngere Songs der Pop-Historie mit sakralem Weihrauchduft zu benetzen. Das stößt bei bestimmten Zielgruppen weltweit auf offene Ohren. Manche Gazetten beschreiben SCALA sogar als "himmlischen Chor des Rock". Einige ihrer Interpretationen dienen als Begleitmusik für beliebte Fernsehserien wie 'Downton Abbey', 'Sons Of Anarchy' und 'Homeland'.

Tatsächlich schwingt bisweilen etwas Anrührendes in dieser meist balladesken, aber leider recht dynamikarmen Chormusik mit. Einige der Cover-Nummern wie beispielsweise THE CUREs Boys Don't Cry wecken anfängliches Interesse und Respekt. In der Folge wird dieser Aha-Effekt jedoch durch allzu gleichförmiges und daher ins Triste abdriftende Singen zu einer relativ nüchternen Angelegenheit, die zumindest auf CD-Konserve nicht für Gänsehautstimmung sorgt. Im Konzert mögen da andere Schwingungen ihre Wirkung erzielen.

David Bowies Heroes zeigt ein markantes Profil, wogegen Fat Bottomed Girls von QUEEN eher wie der ambitionierte Primanerchor der Gemeinde Kehlhausen klingt. Spannungsarm.

So halten sich auf "Solstice" Licht und Schatten die Waage. Auf unbestimmte Weise vermitteln die Sängerinnen und ihre männlichen Geistesväter am Klavier den Eindruck, der Event-Charakter ihres außergewöhnlichen Chores könne womöglich anziehend genug sein, um Konzertsäle zu füllen und CDs zu verkaufen. Für einige Zehntausende mag dies in diesem Falle sogar stimmen.

Frank Ipach, 30.06.2016

 

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