Scale The Summit

The Migration


CD-Review

Reviewdatum: 21.06.2013
Jahr: 2013
Stil: Progressive Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Scale The Summit
The Migration, Prosthetic Records, 2013
Chris LetchfordGitarre
Travis LevrierGitarre
Mark MichellBass
Pat SkeffingtonSchlagzeug
Produziert von: Scale The Summit & Jamie King Länge: 42 Min 05 Sek Medium: CD
01. Odyssey06. Evergreen
02. Atlas Novus07. The Dark Horse
03. The Olive Tree08. Willow
04. Narrow Salient09. Sabrosa
05. Oracle10. The Traveler

In der nicht gerade als Fachzeitung für Hard Rock und Heavy Metal bekannten Publikation “Die Welt” gab es vor kurzem einen bemerkenswerten Artikel, dessen Tenor sich kurz zusammenfassen lässt: Heavy Metal ist gar keine Musik für tumbe Gemüter und taube Ohren. Nicht, dass das der geneigte Fan nicht schon zuvor gewusst hätte, aber es ist eben durchaus angenehm, es auch einmal von “unvoreigenommener Seite” attestiert zu bekommen. Zudem beruft sich dieser Artikel auf einen Musikwissenschaftler, der dies anhand von Studien über Metal- und Hard Rock-Kompositionen und die Kunst, die dahinter steckt, belegt hat.

Wahrscheinlich oder möglicherweise hörte dieser Musikwissenschaftler bei seinen Untersuchungen eine junge Band aus den USA, die seine These auf das wunderbarste unterstreicht. Die Band nennt sich SCALE THE SUMMIT und frönt einer rein instrumentalen Form des Progressive Metal. Damit ist schon von vorneherein klar, dass sich diese CD zum einen vorrangig wohl an Fans von Bands wie etwa zum Beispiel DREAM THEATER richtet. Aber auf der anderen Seite könnte oder vielmehr müsste die gebotene Musik auch den Anhängern von Joe Satriani, Steve Vai, Tony MacAlpine etc. gefallen, denn trotz aller Komplexität legen SCALE THE SUMMIT immer auch großen Wert auf nachvollziehbare Melodien, die schnell ins Ohr gehen.

Den größten Fortschritt im Vergleich zu ihren früheren Werken haben SCALE THE SUMMIT wohl im Bereich Kompositionen gemacht. Denn wo man manchmal bei den Vorgängern das Gefühl hatte, den Stücken fehle der Gesang, um sie abzurunden, bleibt dieses Gefühl bei "The Migration" nun aus. Es ist der Band gelungen, die Lieder so aufzubauen, dass sie alles, was gesagt werden muss, auch rein instrumental ausdrücken können. Dabei decken sie das gesamte Spektrum von ganz zarten bis sehr harten Klängen ab und fühlen sich dabei merklich in allen Sparten pudelwohl.

"The Migration" ist vom Klangbild her noch einmal ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem beileibe nicht schlechten Vorgänger "The Collective". Demgegenüber wirkt das neue Werk räumlicher und zwischen den einzelnen Instrumenten ausgewogener. Die Gitarren von Chris Letchford und Travis Levrier bleiben aber weiterhin die dominierenden Instrumente. Dabei ist es wahrlich faszinierend zu hören, wie gerade diese Beiden miteinander harmonieren. Zudem legen Bassist Mark Michell und Schlagzeuger Pat Skeffington ein typisch progressiv-metallisches polythythmisches Fundament, über dem sich die Gitarristen denn auch hemmungslos austoben können.

"The Migration" ist ein Album, das sich nicht nur instrumentell auf höchsten Ebenen bewegt. Auch vom kompositorischen Anspruch her wissen die fünf Texaner zu überzeugen. Dabei dürften sie Glück haben, dass der Heavy Metal Fan es ja durchaus etwas komplexer und anspruchsvoller mag. Hier gibt es die Musik um das Gehirn zu beschäftigen während das Gefäß, in dem der Denkapparat schwimmt, sich derweil im Rhythmus der Musik auf und ab bewegt.

Marc Langels, 17.06.2013

 

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