Schlagwerk

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CD-Review

Reviewdatum: 21.01.2012
Jahr: 2012
Stil: Neue Deutsche Härte

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Redakteur(e):

Marc Langels


Schlagwerk
Schlagwerk, Zyx Records, 2012
"Der Prediger" (Ralph Barthelmess)Gesang
"Das Kind" (Markus Dietz)Keyboards
"Der Vollstrecker" (Stefan Schönbrunn)Gitarre
"Der Wächter" (Michael Schmitz)Bass
Gastmusiker
Randy BlackSchlagzeug
Produziert von: Tommy Newton Länge: 40 Min 44 Sek Medium: CD
01. Kaltes Herz07. Nabel
02. Kopf Oder Zahl08. Schließ Die Augen
03. Tanz09. Fleisch Ist Sex
04. Wo Bist Du?10. Angst Ist Macht
05. Kinder Der Sterne11. Gott
06. Sei Was Du Bist

Sehr mysteriös kommen SCHLAGWERK daher: die Musiker werden im Internet nicht mit Namen genannt, sondern haben die Bezeichnungen „Der Prediger“ (Gesang), „Das Kind“ (Keyboards), „Der Wächter“ (Bass) und „Der Vollstrecker“ (Gitarren). Dahinter verbergen sich Sänger Ralph Barthelmess, Tastenmann Markus Dietz, Gitarrist Stefan Schönbrunn und Basser Michael Schmitz. Aber keine Sorge, auf Schlagzeug muss man nicht verzichten, das hat beim Debüt “Schlagwerk“ Randy Black (PRIMAL FEAR, ex-ANNIHILATOR) übernommen.

Musikalisch kann man SCHLAGWERK grob als Band der „Neuen Deutschen Härte“ eingruppieren, allerdings mit Einschränkungen. Denn im Gegensatz zu typischen NDH-Bands wie RAMMSTEIN, OOMPH oder auch MEGAHERZ sind die Einflüsse von SCHLAGWERK etwas breiter gestreut. Hier gibt es vermehrt auch Elemente aus den Bereichen klassischer Hard Rock, Nu Metal oder Industrial zu hören. Auch der Gesang ist emotionaler und nicht so technokratisch- unterkühlt wie bei vielen anderen NDH-Bands. „Der Prediger“ erinnert dabei eher an Bands wie IN EXTREMO oder SUBWAY TO SALLY.

Aber das wichtigste Alleinstellungsmerkmal für SCHLAGWERK ist das im Gegensatz zu anderen NDH-Bands deutlich variablere Songwriting. Wo die anderen Gruppen nach Schema F operieren, setzen SCHLAGWERK auf Abwechslung, neue Stimmungen, variable Riffs, andere Sounds. Das mag dazu führen, dass man der Band ein paar mehr Durchläufe geben muss, bevor die Lieder im Ohr hängen bleiben. Auf der anderen Seite bleibt das Album aber auch länger interessant, eben weil es abwechlsungsreicher istals bei vielen anderen NDH-Bands. Das ist ein Weg, den SCHLAGWERK aus meiner Sicht konsequent weiterverfolgen sollten, auch wenn er steiniger ist.

In der Konsequenz sind SCHLAGWERK genau die Band für die Anhänger der Neuen Deutschen Härte, denen die anderen Bands etwa zu vorhersehbar geworden sind, die sich nach Überraschungen sehnen und sich über Abwechslung freuen. Die Band bereichert die Szene mit frischem Wind und – viel wichtiger – guter Musik. Die Stücke sitzen nach dem ersten Hören. Das beste Beispiel ist Kinder Der Sterne, das künftig zu den gefragtesten Songs in den entsprechenden Tanztempeln gehören dürfte. Ein guter Anfang ist auf jeden Fall schon einmal gemacht.

Marc Langels, 13.01.2012

 

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