Schöftland

Der Schein trügt

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 05.05.2010
Jahr: 2010
Stil: Indie Rock/Pop

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Schöftland
Der Schein trügt, Chop Records, 2010
Floh von GrünigenVocals, Guitar & Harmonium
Sascha MathysGuitar & Vocals
Kaspar von GrünigenBass & Vocals
Stefan RolliSaxophone & Synthesizer
Patrick ZossoDrums
Gäste:
Nils KoppruchVocals (on Liebesbrief)
Gisbert zu KnyphausenVocals (on Kleinstadt)
Produziert von: Schöftland Länge: 39 Min 08 Sek Medium: CD
01. Der Sturm06. Dass ich schlief
02. Blaulicht07. Das Biest
03. Der Schein trügt08. Wir könnten fliegen
04. Liebesbrief09. Niemandsland
05. Komet10. Kleinstadt

Seit 2005 ist der schweizerische Fünfer unter dem Namen SCHÖFTLAND unterwegs. Für ihren ersten Longplayer “Der Schein trügt“ haben sie sich Zeit gelassen, um ihre nachdenklichen, tiefgründigen Texte mit feingliedrigen musikalischen Arrangements zu verbinden. Neben den traditionellen Rockinstrumenten bilden auch Harmonium und Saxophon das Gerüst für die Texte von Floh von Grünigen, die oftmals recht abstrakt gehalten sind. Aber man frönt auch dem Wortspiel (“Wir wissen alles, nur nicht weiter“) und ist manchmal gar nicht so melancholisch, wie man zuerst vermutet hätte.

Mal mit weit ausholender Geste, fast schon hymnisch wirkend (Liebesbrief), dann wieder lustvoll krachig (Blaulicht, Das Biest) oder als jazzig angehauchter Indiepop (Der Schein trügt, Wir könnten fliegen) bemüht man sich um Vielfalt, während der Gesang doch etwas zurückgenommen wirkt. Die immer wieder aufkommenden Vergleiche mit der “Hamburger Schule“ oder ELEMENT OF CRIME sind sicherlich nicht ganz verkehrt, aber eigentlich sollte das Selbstbewusstsein der Schweizer ausreichend genug entwickelt sein, um sich nicht immer hinter Namen des großen Nachbarn verstecken zu müssen. Wobei – ganz schuldlos sind SCHÖFTLAND auch nicht daran, haben sie mit Nils Koppruch (FINK) und Gisbert zu Knyphausen (auf Kleinstadt) doch prominente Gastvokalisten aus deutschen Landen miteinbezogen.

So wie schon beim Bandnamen der Schein trügt (Schöftland ist eine Gemeinde im Kanton Aargau, während SCHÖFTLAND aus Bern kommen), verhält es sich mit diesem Album. Wenn man meint, dass dies die etwas ruhigere, provinziellere Variante deutschsprachigen Indierocks ist, liegt man zwar auf den ersten Blick nicht völlig daneben, aber eben auch nicht so ganz richtig. Wie lautet doch das Motto der Band dazu: „“Auch die Schweiz hat schöne Leider.“ Man muss sich nicht kleiner machen, sondern weiter den eingeschlagenen, eigenen Weg gehen.

Ralf Stierlen, 05.05.2010

 

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