Scorpions

Unbreakable

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 03.08.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Scorpions
Unbreakable, BMG Ariola, 2004
Klaus Meine Lead & Backing Vocals
Rudolf Schenker Rhythm & Solo Guitars, Acoustic Guitars, Backing Vocals
Matthias Jabs Lead & Rhythm Guitars, Slide Guitar, Acoustic Guitars, Voicebox
Pawel Maciwoda Bass
James Kottak Drums, Backing Vocals
Produziert von: Erwin Musper & Scorpions Länge: 56 Min 34 Sek Medium: CD
1. New Generation (Schenker/Meine)8. My City My Town (Meine)
2. Love 'Em Or Leave 'Em (Schenker/Kottak/Meine)9. Through My Eyes (Schenker/Meine)
3. Deep And Dark (Jabs/Meine)10. Can You Feel It (Kottak/Meine)
4. Borderline (Schenker/Meine)11. This Time (Jabs)
5. Blood Too Hot (Schenker/Meine)12. She Said (Meine/Kolonovits)
6. Maybe I Maybe You (van Rohani/Meine)13. Remember The Good Times (Schenker/Bazilian/Meine)
7. Someday Is Now (Schenker/Kottak)

Neulich kam mir ein Kollege mit Strahlemanngesicht entgegen und drückte mir eine CD in die Hand. "Hier, die is für Dich. Du hörst doch so wat. Mir isset zu heftich". Nun, meinereiner ist der Mitarbeiter als überzeugter Anhänger des deutschen Schlagergutes bekannt, so was wollte er mir denn als Geschenk überreichen? Genau... die SCORPIONS (natürlich nicht in persona, is klar...) und ihr neues Werk "Unbreakable".
Artig bedankt, ist ebenfalls klar, mit nach Hause genommen und ins Regal gestellt. Nun, irgendwann habe ich dann doch mal reingehört, in das Geschenk. Und mich bemüht, meine vielen Vorurteile außen vor zu lassen. Einem geschenkten Gaul schaut man schließlich nicht auf's Maul.

Was ist nicht alles geschrieben worden von wegen "wir werden wieder härter" und ähnlichem Geseiere. Auch wenn's heute ja bekanntlich nicht viel aussagt, aber "Unbreakable" fand ich neulich auf Platz 4 der Media Control Charts wieder. Das muss jetzt auch nicht viel bedeuten, aber immerhin macht es vielleicht doch ein wenig neugierig. Mich jedenfalls schon, und so habe ich mich ohne Bier (kein Schönsaufen!) bei gesteigerter Lautstärke in mein Kämmerlein verzogen und das Ding mal laufen lassen. Und was mir da zu Ohren kam, nun ja, schlecht isses nicht, richtig gut ebenfalls nicht, aber geflunkert haben die Brüder auch nicht.

Ein dramatisches Intro, und aus den Tiefen der Boxen kommt das schleppende New Generation hervorgekrochen. Und macht sich dann auch heftig mit herunter gestimmten Gitarren bemerkbar. Keine Panik, kein Nu Metal, die bandtypischen Klampfen bleiben bestehen. Bekommen wir etwa eine neue Generation Scorpschen Liedgutes präsentiert?
Der Opener macht jedenfalls Appetit auf mehr und lässt den Daumen nach oben zeigen. Dieser Zustand wird abrupt beendet durch das folgende Love 'Em Or Leave 'Em. Krampfhaft wird versucht einen melodischen Rocker zu initiieren was kräftig in die Hose geht. Gelang das auf "Crazy World" (1990) mit Don't Believe Her noch prächtig, so misslingt es hier völlig. Ein Refrain zum Davonlaufen mit Klaus Meine in Tiefstform. Song # 3 sprich Deep And Dark reißt das Album wieder nach oben, netter kleiner melodischer Rocksong. Nur, muss man den Titel eigentlich so oft wiederholen? Kaum wurd's besser kommt die nächste Bruchlandung, denn Borderline ist ein dermaßen krampfig auf Mitsingen getrimmter was auch immer Song, da wird's dir übel. Wen soll das ansprechen? Und über die Anzahlung der Wiederholungen noch zu reden... einfach mal mitzählen.
Blood Too Hot rockt sofort anständig los, und so lange Klaus Meine keine Vocalakrobatik betreibt geht's sogar noch. Aber auch hier, der Refrain wird erneut bis zur Erbrechensgrenze strapaziert. "Stand up and rock with me?" Öh, ja, vor mehr als 20 Jahren, annodazumal hätte das evtl. funktioniert, aber Euer heutiges Publikum? Sorry, seid nicht traurig wenn's nur zum Mitklatschen auffe Ränge reicht.

Is klar, der nächste Song muss turnusgemäß wieder inne Buchse... tut er auch, Maybe I Maybe You... huhu, wie sentimental, ich heule gleich, dieses melancholische Piano .... dann setzt die Abteilung "Plugged" doch noch ein, der Titel wird noch x-mal strapaziert, und dann ist plötzlich Ende. Gut so!!
Someday Is Now beginnt vielversprechend rockig, der Refrain ist hier auch mal angenehm groovig mit einer schönen Melodie und ich atme auf. Hätte stilistisch auf "Love At First Sting" (1984) gepasst. My City My Town haut in die gleiche Kerbe. So sind die Scorps wie ich sie mal mochte, eine reine Hard'n'Heavy Kapelle waren sie ohnehin nie. Das klingt wie eine geölte Rockmaschine, warum nicht viel öfter so. Dann verzeiht man sogar das etwas häufige Strapazieren des Refrains (...jaja, ich weiß, hatten wir schon. Durchzieht das Album wie ein roter Faden ...).

Ich mag das Intro zu METAL CHURCHs Waiting For A Savior. Na und, was hat das denn jetzt hier zu suchen? Weil Through My Eyes diesem ein wenig ähnelt, aber das war's dann auch. Klaus Meine nervt hier wieder mehr als er singt, die angepeilte Dramaturgie geht erneut... schon klar, siehe oben.
Das mittelschnelle Can You Feel It besitzt einen fetten Chorus, Abteilung "Krampf" hat erneut einen Auftritt, und nur das tolle Solo (Voicebox) rettet den Track vor der totalen Belanglosigkeit.
This Time startet heftig rockend ... ich freu mich ... dann wird gesungen, der Refrain kommt ... ich freu mich gar nicht mehr. Füllmaterial, kein weiterer Kommentar.

Jetzt wird es wieder romantisch, She Said hat die balladeske Schlagseite wie sie die Hannoveraner immer mal gerne bringen. Brachten sie allerdings schon überzeugender. Über den Text verlieren wir besser kein Wort. Wer's mag ... man muss ja auch nicht immer von Drachen und ähnlichem Gedönse singen. Aber ich bin doch froh, dass gleich Schluss ist. Diese Wiederholungen, schlimmer als alle Fernsehkanäle im Hochsommer zusammen.
Jetzt wird es catchy. Remember The Good Times im Retro Garage Mix, was immer das auch sein soll. Statt bei den Scorps mitzuwerkeln, sollte Eric Bazilian lieber mit seinen HOOTERS was aufnehmen. Eine Reise in die 60er Jahre, Texte und Gesang auf Schulchorniveau (bitte nicht böse sein, liebe Schüler, ich glaube, viele von Euch können's besser). Naja, wie gesagt, abends nach 10 Flaschen Bier wird so manch einer melancholisch und redet über die vermeintlich guten alten Zeiten. Lasst den Song dann meinetwegen laufen, die Melodie ist so was von simpel, die erreicht dich auch noch nach weiteren 10 Buddeln. Über den Sinn von Bonustracks grübel ich schon länger, in diesem Fall ganz besonders intensiv.

Die SCORPIONS sehen auf den Fotos im Booklet aus wie 'ne Rockband. Manchmal rocken sie auch richtig ab. Aber eben nur manchmal. Und das ist mir zu wenig. Das ist kein Fisch und kein Fleisch. Es ist ein Album, wo ich mich frage wer das kaufen, hören, mögen soll. Eine akzeptable EP oder Minialbum hätte es werden können, doch mit "Unbreakable" als Ganzes kann ich bestimmt nicht nur als Einziger wenig anfangen. Mögen sie live auch wieder stärker geworden sein, ihr neues Album lässt lediglich gute Ansätze erkennen. Von einer richtigen Weiterentwicklung wie beispielsweise bei den Geschwistern Wilson & Co. (HEART) keine Spur, und wo man sich bei den einen richtig mit dem Album beschäftigen muss um ja alles mitzubekommen sind die Scorps erschreckend übersichtlich gestrickt.

Jürgen Ruland, 03.08.2004

 

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