Shakey Graves

Roll The Bones X (10 Year Anniversary)

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.04.2021
Jahr: 2021
Stil: Gothic-Country, Folk
Spiellänge: 83:31
Produzent: Alejandro Rose-Garcia

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Plattenfirma: Dualtone Records

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Holger Müller


s. weitere Künstler zum Review:

Bruce Springsteen

Titel
01. Unlucky Skin
02. Built To Roam
03. Roll The Bones
04. I’m On Fire
05. Georgia Moon
06. Business Lunch
07. City In A Bottle (Live@2023)
08. Proper Fence
09. The Seal Hunter
10. To Cure What Ails
11. Years Ago (Interlude)
12. Chinatown
13. Oh The Reign
 
14. The Night (Interlude)
15. Dusty Lion
16. Word Of Mouth (Early Version)
17. The Haunted Guitar (Interlude)
18. Late July (Early Version)
19. The Daily All
20. Pansy Waltz (Demo)
21. Lonely Hill (Alt-Version)
22. The Teacher (Interlude)
23. Saving Face
24. Bully’s Lament
25. The Sheperd (Interlude)
Musiker Instrument
Alejandro Rose-Garcia Vocals, Guitars

Alejandro Rose-Garcia ist ganz offensichtlich ein musikalischer Held Austins. Immerhin hat der Bürgermeister der texanischen Hauptstadt vor knapp zehn Jahren beschlossen, den 9. Februar zum „Shakey Graves Day“ zu machen – um damit eine Platte und einen Künstler zu ehren, der auf Bandcamp Geschichte schrieb. Unter dem Künstlernamen Shakey Graves veröffentlichte Rose-Garcia dort ein Album („Roll The Bones“), von dem im Lauf der Jahre mehr als 100.000 Exemplare verkauft wurden – ohne Bewerbung, ohne Plattenfirma und obwohl es auch als „free download“ verfügbar ist. Und jetzt kommt das Ganze nochmal auf den Markt, dieses Mal als Doppel-LP mit insgesamt 15 Extra-Songs – Liegengebliebenes, Outtakes und Demos.

Ein bewährtes Rezept, um Fans zu beglücken. Nur – mit was, eigentlich? Auch zehn Jahre später ist „Roll The Bones“ bestenfalls ein gutes Beispiel, wie man mit wenig Geld und etwas Einfallsreichtum ein Album aufnehmen kann, das den holzschnittartigen Charme von Heimproduktion, Idealismus und ein bisschen Traditionspflege verströmt. Aber selbst die besten der zehn Original-Songs hören sich entweder an wie abgekupfert oder wie direkt aus dem Proberaum.

Der Titelsong zum Beispiel könnte als kleine Gothic-Country-Hymne durchgehen – wenn zu dieser Zeit David Eugene Edwards und seine Band SIXTEEN HORSEPOWER nicht schon längst viel intensivere und besser produzierte Heuler dieser Art veröffentlicht hätten. Proper Fence hat den Rhythmus der Musik aus dem Hinterland und das Kratzen alter Platten aus den 50er-Jahren, aber es fehlt das Original-Patina. Und Bruce Springsteens I’m On Fire mit einer kräftigen Basslinie einzuleiten, mag ja noch eine pfiffige Idee sein, aber was Rose-Garcia dann geritten hat, aus dem Song ein monotones Jaulen zu machen, weiß er wohl nur selbst.

Und leider bieten auch die 15 „Extra“-Songs die „Roll The Bones“ jetzt ergänzen, keinen wirklichen Mehrwert. Man kann Rose-Garcia dabei zuhören, wie er sich als Tenorstimme im Hintergrund ausprobiert (Chinatown), Songs vor sich hin schrammelt (Late July), leise vor sich hin leidet (Oh The Reign) und ganz viel redet. Diese „Songs“ heißen dann alle im Zusatz Interlude – und es passt zu diesem merkwürdigen Erfolgsalbum, dass die 25-Song-Sammlung just mit einer solchen „Zwischenspiel“ endet…         

 

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