Shemekia Copeland

Uncivil War

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 16.11.2020
Jahr: 2020
Stil: Blues, R&B, Country
Spiellänge: 46:26
Produzent: Will Kimbrough

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Plattenfirma: Alligator Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Jason Isbell

Webb Wilder

Rolling Stones

Marcia Ball

Dana Fuchs

Candye Kane

Titel
01. Clotilda's On Fire
02. Walk Until I Ride
03. Uncivil War
04. Money Makes You Ugly
05. Dirty Saint
06. Under My Thumb
 
07. Apple Pie And A.45
08. Give God The Blues
09. She Don't Wear Pink
10. No Heart At All
11. In The Dark
12. Love Song
Musiker Instrument
Shemekia Copeland Vocals
Will Kimbrough Guitar, Background Vocals
Jason Isbell Lead Guitar on 'Clotilda's On Fire'
Les Price Bass
Pete Abbott Drums
Jerry Douglas Lap Steel Guitar
Lisa Oliver-Gray, Janelle Means, The Orphan Brigade Background Vocals
Sam Bush Mandoline on 'Uncivil War'
Steve Conn Hammond B3 Organ
Christone 'Kingfish' Ingram Lead Guitar on 'Money Makes You Ugly'
Phil Madeira Organ
Webb Wilder Guitar on ' She Don't Wear Pink'
Duane Eddy Guitar on 'She Don't Wear Pink'
Steve Cropper Guitar on 'In The Dark'

Eine herausragende Sängerin zu sein, ist mehr als die halbe Miete, aber um ein Star zu sein, gehören noch ein paar weitere Elemente hinzu. Die richtige Wahl der Plattenfirma ist von Bedeutung, wobei man im Falle von Blues bei Alligator Records nicht richtiger liegen kann. Die Auswahl der Songs ist wichtig und auch da liegt Shemekia Copeland stets richtig. Hat sie auf “Outskirts Of Love“ (2015) Long As I Can See The Light und Jesus Just Left Chicago zu teils gänsehauterzeugendem neuen Glanz verholfen, brachte sie auf “America's Child“ (2018) John Prines Great Rain“ und der KINKS I'm Not Like Everybody Else die Blues-Töne in überzeugender Manier bei.

 

Und auf ihrem aktuellen Album hat sie sich Under My Thumb von den ROLLING STONES geschnappt und auch das kommt mit den Blue-Notes richtig gut. Was aber alles nicht heißen soll, dass sie nicht mit eigenem Material – bzw. dem, das ihr Gitarrist und Produzent Will Kimbrough auf den Leib schreibt – zu überzeugen weiß. Ein Händchen für die Wahl ihrer Mitspieler hat sie zudem.

So übernimmt Jason Isbell gleich in der Eröffnungsnummer Clotilda's On Fire die grellen Lead-Guitar-Töne, während Shemekias volle Stimme den locker swingenden Blues-Song den nötigen Schub verleiht. Da muss sich Isbell schon ins Zeug legen, um mit der Power der Sängerin mithalten zu können. Ein Einstieg der gleich Laune macht.

 

Walk Until I Ride hört sich mit dem ersten Akkord an wie Midnight Special, biegt aber gleich Richtung souligen R&B mit Country-Einfluss ab. Da klingt auch ein Schuss New Orleans-Gospel im Stile von Marcia Ball mit rein und ich frag mich, was mich jetzt am meisten begeistert? Die herrliche Lap Steel, oder der Background-Chor, oder die Hammond-Orgel? Oder der Rockabilly-Gospel-Endspurt? Dana Fuchs, hör dir das mal an, das wäre auch eine Nummer für dich!

Hätt's den Mandolinen-Virtuosen Sam Bush gebraucht, um die großartige Gospel-Soul-Ballade Uncivil War zu veredeln? Kaum, aber ein bisschen trägt er doch bei, während Shemekia eine weitere berührende Performance abliefert. Wie auch bei Money Makes You Ugly, das ziemlich rockt, mit rauem Sound und der Unterstützung des Blues-Gitarristen Christone 'Kingfish' Ingram.

 

Während man es bei Dirty Saint leicht funky und soulig-jazzig angehen lässt, unterzieht man Under My Thumb dann einer bluesigen, spartanisch instrumentierten Behandlung, die überwiegend von Copelands Gesang lebt. Ist jetzt nicht die Partyversion, aber mit ihrem Swamp-Feeling trotzdem sehr ansprechend. Und viele Musiker braucht es im Zweifelsfall wirklich nicht. Nur Gitarre, Bass und Schlagzeug begleiten sie bei Apple Pie And A.45, die allerdings mit ziemlich Schmackes. Dreckige Gitarre von Kimbrough und der bestimmende Rhythmus von Price und Abbott. Kommt gut.

Gott ist kein Republikaner und auch kein Demokrat“ (könnte irgendwie gut zur aktuellen Wahl in den Staaten passen...) singt Shemekia in Give God The Blues. Im Original von Shawn Mullins und Phil Madeira hat es sich Letzterer nicht nehmen lassen, auch hier zur Gitarre zu greifen. Wird bei Shemekia noch etwas bluesiger und mehr auf ihre raumgreifende Stimme zugeschnitten, bleibt hier wie da ein herrlicher Song.

Es twangt so wundervoll in der Rockabilly-Nummer She Don't Wear Pink, dass es nicht verwundert, dass hier Rock'n'Roll-Legende Duane Eddy ebenso in die Saiten greift, wie der famose Webb Wilder. Mit diesen Typen ist beste Laune garantiert. Ich persönlich hätte diesen Song gerne mal von der einzigartigen Candye Kane gehört. Gott hab sie selig.

 

Und kurz vor Schluss ist noch eine weitere Legende an der Gitarre zu hören: Steve Cropper. Der hatte schon auf Shemekias 2005er Album “The Soul Truth“ mitgewirkt und einmal mehr weiß er mit seinem unverkennbaren Stil und Sound in diesem Slow-Blues zu begeistern. Wie immer mit wenigen Tönen, aber die von allerhöchster Güte.

Ganz so mühselig beladen will uns Shemekia aber nicht aus dem Album entlassen und schenkt uns die locker schunkelnde Country-Blues-Ballade Love Song (hieß beim Daddy (You've Got Me Singing) A Love Song)) zum Abschied. Nichts was einen nochmal zu großen Emotionen hinreißt, aber genau die Art Song, die man nicht mehr aus dem Ohr kriegt und die einen den gesamten Heimweg begleitet. Wie lang der auch sein mag.

 

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