Sherman Robertson

Guitar Man

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 31.08.2006
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Sherman Robertson
Guitar Man - live, Movinmusic/CrossCut Records, 2005
Sherman Robertson Guitar & Vocals
Julian Grudgings Keyboards & Vocals
John Moloney Bass & Vocals
Mike Hellier Drums
Produziert von: Sherman Robertson & BluesMove Länge: 56 Min 56 Sek Medium: CD
1. Out Of Sight Out Of Mind5. Home Of The Blues
2. Long Way From Home6. Linda Lu
3. Guitar Man7. Make It Rain
4. Dust My Broom (Voodoo Dust)8. Tin Pan Alley

In diversen Kreisen feiert man Sherman Robertson ja schon als Nachfolger von Stars wie Albert Collins, Buddy Guy und Robert Cray und irgendwie liegen diejenigen auch gar nicht so falsch damit, denn so in der Mitte zwischen den drei (geht das?) bewegt sich sein Stil.
Dabei ist Sherman ja auch schon eine ganze Weile in der Szene zugange und hat u.a. die Aufmerksamkeit von Paul Simon erregt, als der noch einen Gitarristen für sein Erfolgsalbum "Graceland" brauchte.
Mit "Guitar Man - live" legt Sherman nun sein - von den Fans lange gewünschtes - Live-Album vor. Aufgenommen wurde es auf dem 'Kwadendamme Blues Festival' 2005, also im guten alten Europa, wo man mithin sowieso mehr Sinn für den Blues hat als über dem Teich. Die englischen BluesMove sind denn auch seine Begleiter hier.
Mit acht Songs und einer Spielzeit von unter einer Stunde ist die Scheibe nicht übermäßig lang, aber präsentiert doch alle Qualitäten von Sherman Robertson.

Mit Out Of Sight Out Of Mind geht's gleich locker-funky los und sofort fällt der stark soulgeprägte Gesang des Frontmannes auf. Mir persönlich gefällt das ja nicht so sehr, womit sich auch mein gespanntes Verhältnis zu Robert Cray erklärt, aber Qualität hat das schon. Ich mag halt eher die raueren Stimmen, auch wenn Sherman zur Not ganz schön rotzen kann. Ansonsten klingt das halt immer etwas "weich".
Einen perfekten Groovy-Rhythmus zaubern Bass und Schlagzeug und der wieselflinke Organist Julian Grudgings bekommt öfter Gelegenheit zu solistischen Ausflügen, die er sehr ansprechend zu nutzen weis.
Bei Long Way From Home ist man urplötzlich in einem oberflotten Texas-Boogie und all die bekannten Guitarslinger aus dem Lone Star State schwirren einem durch den Kopf. Na, das geht aber schon gut ab, und wenn Sherman Shake, Rattle & Roll einfügt, klingt das völlig natürlich.
Vom Publikum ist da leider wenig zu hören, wie auf der ganzen Scheibe, aber vielleicht waren die auch nur zu fasziniert.

Man muss wenig Worte darüber verlieren, dass Sherman Robertson seine Saiten ordentlich zu malträtieren weiß. Entsprechend heult und singt seine Strat denn auch bei seinen eingestreuten Licks. Wenn man so zuhört, scheint sich der Mann schon ordentlich ins Zeug zu legen. Wie gesagt, ich mag diesen vibrierend-jammernden Soulgesang nicht so sehr. Vielen geht es bestimmt anders und live würde ich mich wahrscheinlich gar nicht dran stören.
Jedenfalls groovt auch Guitar Man wieder leicht funkig und dürfte ordentlich Tanzbeine produziert haben.
Dass Dust My Broom, als Midtempo-Blueschema, hauptsächlich als Unterlage für solistische Gitarrenarbeit sorgt, überrascht nicht wirklich. Hier gefällt mir vor allem das wundervoll klimpernde Piano.
Beim Home Of The Blues folgt man wieder diesem locker-groovigen Stil, der ja auch bei erwähntem Cray immer gut funktioniert. Wenn die Gitarre aufheult, kommen einem dann mehr Collins, Buddy Guy und die ganzen Kings in den Sinn. Ein paar jazzige Sprenkel gehören auch immer mal dazwischen.
Typisch auch der hüpfende Beat bei Linda Lu, der zum mitmachen animiert. Und ein Slow Blues, hier Make It Rain, darf natürlich auch nicht fehlen, in dem mal wieder deutlich gemacht wird, was für ein undankbares Volk die Frauen sind und wie schlecht sie ihrem Anbeter mitspielen.
Klar, Tin Pan Alley hat diesen Muddy Waters-Rhythmus und streckt sich ordentlich in die Länge um alle Spielarten, von sanft und leise bis laut und brüllend, auszureizen.

Bei mir will der Funke nicht komplett überspringen, Gitarrenfetischisten und Blues-Soul-Anhänger dürfen hier aber ruhig mal beide Ohren riskieren. Wer auf den 'Ice-Picker' Buddy Guy steht, kommt auch mit Sherman klar.

Epi Schmidt, 31.08.2006

 

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