Shining (NOR)

International Blackjazz Society


CD-Review

Reviewdatum: 12.10.2015
Jahr: 2015
Stil: Blackjazz

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Redakteur(e):

Marc Langels


Shining (NOR)
International Blackjazz Society, Svart Records, 2015
Jørgen MunkebyGesang & Saxophon
Håkon SagenGitarre
Tobias Ørnes AndersenSchlagzeug
Eirik Tovsrud KnutsenOrgel & Keyboards
Ole VistnesBass
Produziert von: Jørgen Munkeby Länge: 38 Min 06 Sek Medium: CD
01. Admittance06. House Of Warship
02. The Last Stand07. House Of Control
03. Burn It All08. Church Of Endurance
04. Last Day09. Need
05. Thousand Eyes

Vor dem Album “One One One“ von 2013 kannte ich unter dem Namen SHINING nur die schwedische Band. Dass es eben auch eine Gruppe aus Norwegen gab, die unter dem Namen muszierte war mir nicht bekannt. Aber diese musikalische Mischung aus extremem Metal mit Jazz-Einflüssen hat etwas extrem interessantes, dem man sich nicht so leicht entziehen kann. Und so fand “One One One“ eben immer dann den Weg in meinen CD-Player, wenn ich etwas Extremes und Interessantes mit Melodie hören wollte.

Nun habe ich einen Nachfolger gefunden, der für etwas Abwechslung sorgen kann, denn SHINING haben ihre neue CD fertiggestellt, die auf den Titel “International Blackjazz Society“ hört – und genau in die gleiche Kerbe schlägt wie der Vorgänger. Denn wiederum darf sich der Hörer an einer sehr eigenen Mischung aus sehr stark vom Industrial beeinflussten Metal und den wilden Saxophon-Ausflügen von Sänger und Songwriter Jørgen Munkeby erfreuen.

Wobei ich den Eindruck habe, dass es auf dem Vorgänger sogar noch etwas wilder und abgefahrener zuging als jetzt auf “International Blackjazz Society“. Nicht, dass der Sound der Band jemals ins Gewöhnliche abdriften würde, aber SHINING klingen auf diesem Album noch stärker nach NINE INCH NAILS und MARILYN MANSON klingen als in der Vergangenheit. Das mag auch damit zu tun haben, dass das Saxophon als instrumentales Alleinstellungsmerkmal nach meinem Dafürhalten etwas reduzierter eingesetzt wird als in der Vergangenheit. Dadurch verliert die Musik ein klein wenig an ihrer Einzigartigkeit.

Allerdings ist es der Band gelungen, erneut einige Sahne-Stücke zu komponieren. The Last Stand hat eine angepisste Attitüde, wie sie Trent Reznor am ehesten zu Beginn seiner Karriere noch hinbekommen hat. Burn It All erinnert mit seiner Kombination aus ruhiger Strophe und explosivem Refrain an Marilyn Manson zu The Beautiful People-Zeiten. Thousand Eyes und House Of Warship sind dafür die prototypischen SHINING-Songs par excellence: ein wenig überdreht und mit viel Leidenschaft gespielt – aber gerade dadurch so mitreißend. House Of Control ist sehr elektronisch und fast schon etwas progressiv ausgefallen mit vielen verschiedenen Teilen. Und mit Need haben die Norweger einen genial-groovenden Track als Rausschmeißer gewählt, der Lust auf mehr macht.

SHINING liefern mit “International Blackjazz Society“ einen würdigen Nachfolger für “One One One“. Dabei gehen sie nicht mehr ganz so extrem wie noch früher zu Werke, aber nicht weniger leidenschaftlich oder überzeugend. Wie auch bisher gilt natürlich, dass man eine gewisse Offenheit braucht, um mit dieser Art Musik warm zu werden und sie auch entsprechend genießen zu können. Wer diese mitbringt, der wird auch an dieser Scheibe eine Menge Freude haben. SHINING sind eine der wohl spannendsten Bands derzeit, bei der man nie so genau weiß, was sie als nächstes tun werden – und genau so soll es sein.

Marc Langels, 10.10.2015

 

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