Shining (NOR)

One One One


CD-Review

Reviewdatum: 07.06.2013
Jahr: 2013
Stil: Blackjazz

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Redakteur(e):

Marc Langels


Shining (NOR)
One One One, Indie Recordings, 2013
MunkebyGesang, Gitarre, Saxophon & Synthesizer
LofthusSchlagzeug
KrekenBass
SagenGitarre
Produziert von: Jorgen Munkeby & Sean Beavan Länge: 35 Min 46 Sek Medium: CD
01. I Won't Forget06. How Your Story Ends
02. The One Inside07. The Hurting Game
03. My Dying Drive08. Walk Away
04. Off The Hook09. Paint The Sky Black
05. Blackjazz Rebels

Blackjazz - so bezeichnen die Norweger von SHINING ihre Musik. Darin lassen sie so unterschiedliche Strömungen wie Black Metal, Industrial und eben auch recht freien Jazz einfließen. Manch einer hätte da vielleicht auch die Bezeichnung Progressive Rock angeführt, aber diese ist eben schon zu deutlich vorgeprägt und weckt Erwartungen wie lange Solo-Passagen oder epische Song-Aufbauten. Deswegen also Blackjazz, denn diese Bezeichnung hat man zumindest momentan ganz alleine für sich.

Dabei bildet das aktuelle Werk "One One One" den Abschluss der Blackjazz-Trilogie, die 2010 mit dem Album "Blackjazz" begann, in dem 2011er Werk "Live Blackjazz" seine Fortsetzung fand und nun endet. Dabei ist das aktuelle Werk bei aller Schroffheit und Kälte wiederbein Füllhorn an musikalischen Ideen, die teilweise so absurd erscheinen mögen, dass sie schon wieder brillant sind. In dieser Hinsicht erinnern SHINING an die Prog-Rock-Götter KING CRIMSON, deren 21st Century Schizoid Man die Norweger auf "Live Blackjazz" auf äußerst spektakuläre Art und Weise durch den musikalischen Fleischwolf gedreht haben.

Soundtechnisch erinnert das Ganze dann an die extremsten Momente von NINE INCH NAILS oder MARILYN MANSON. Sänger Munkeby schreit sich nicht nur die Seele und seine Emotionen aus dem Leib, sondern er begeistert zudem mit einigen expressiv-exzessiven Saxophon-Soli, die dem Sound der Band eine besondere Note geben (beispielsweise in The Hurting Game).

Aber auch der Rest der Band begeistert bei dieser musikalischen Tour de Force, sei es Gitarrist Sagen, der einige brettharte Riffs aus dem Arm schüttelt, die zum Headbangen zwingen. Dazu dann das hyperaktive Duracell-Häschen Lofthus am Schlagzeug, der sich durch die knapp 36 Minuten des Albums prügelt, als ginge es um das Leben seiner Familie. Von daher kann man dieses Album und die darauf enthaltene Musik nur als absolut beeindruckend bezeichnen.

Bei solch divergierenden musikalischen Elementen wie den vorhin genannten muss man als Hörer natürlich auch eine gewisse Offenheit mitbringen, denn akustisch anstrengend ist das hier Gebotene schon. Aber gerade darin liegt ja der besondere Reiz von "One One One". SHINING bieten hier in dieser oder ähnlicher Form bisher ungehörte Eindrücke. Und klar ist auch, dass Blackjazz nicht die neueste Mode-Musikrichtung wird. Aber bei Musikfans mit offenen Ohren dürfen sich die Norweger schon Hoffnungen auf den ein oder anderen Neufan machen.

Marc Langels, 04.06.2013

 

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