Shortino

Chasing My Dream

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 14.06.2009
Jahr: 2009
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Shortino
Chasing My Dream, Metal Heaven, 2009
Paul ShortinoVocals
Michael VossGuitars
Roland BergmannBass
Michael MüllerBass
Johnny DouglasLead Guitar ("Plan Of Attack")
Ralf HeyneGuitars ("Great Dreamer")
Produziert von: Michael Voss Länge: 46 Min 26 Sek Medium: CD
01. Remember You07. Alone They Ride
02. To The Cross08. Chasing Your Dream
03. Prelude Missing09. Great Dreamer
04. Missing10. Take My Heart And Run
05. Nocturnal11. Promises
06. Side FX12. Plan Of Attack (Bonus Track)

Hard Rock mit einer deutlichen AOR-Schlagseite hat es in deutschen Landen seit Jahren schwer. Es ist stets bewundernswert, wenn ein rühriges Label wie Metal Heaven den steten Kampf gegen die Windmühlen des schnelllebigen Musikmarkt aufnimmt und sich bemüht, den kleinen Markt der potentiellen Käuferschar qualitativ hochwertig zu bedienen.

"Chasing My Dream" von SHORTINO bildet in dieser Hinsicht leider eine Ausnahme. Hinter dem Projektname steht, Insider werden es längst erraten haben, niemand anderes als der US-amerikanische Vocalist Paul Shortino, dessen Karriere bereits in den Achtzigern startete. Mit seiner ersten erfolgreichen Band ROUGH CUTT veröffentlichte er Mitte der 1980er die Alben "Rough Cutt" (1984) und "Wants You" (1986) und bestritt mit ihr Teile von DIOs "Sacred Heart"-Tour in dessen Vorprogramm. Ronnie Dios Managerin und Ehefrau Wendy Dio knüpfte kurz darauf die Verbindung zu QUIET RIOT, bei denen Shortino anschließend den seinerzeit verwaisten Sängerposten einnahm.
Zu diesem Zeitpunkt hatten QUIET RIOT, die mit ihrem Multi-Million-Seller "Metal Health" 1983 lange die US-Album-Charts dominierten, längst ihren kommerziellen Zenit überschritten. Der Original Shouter Kevin DuBrow, dessen Vocals stark an das Organ von Noddy Holder (SLADE) erinnerten, hatte eine Lücke hinterlassen, welche Paul Shortino nur schwerlich füllen konnte. Das er unschwer der bessere Sänger war, bewies der selbstbetitelte 88er Longplayer. Eine schwermütige Perle wie Stay With Me Tonight zu interpretieren wäre sein Vorgänger wohl kaum in der Lage gewesen. Das Album konnte die hochgesteckten Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Sein Bandkollege Sean McNabb wechselte anschließend mit seinem Bass zu GREAT WHITE und Shortino versuchte sich nach seinem Ausstieg in verschiedenen Projekten.
Mit seiner eigenen Band SHORTINO tourte der charismatische Sänger in der 90er Jahren intensiv in Europa und veröffentlichte die beiden Hard Rock-Alben "It's About Time" (1997) und "Booked, Toured... Released! (Live)" (1999), welche abermals über eine übersichtliche Anzahl von Interessenten hinaus nur in Insiderkreisen für Aufmerksamkeit sorgen konnten.

Der aktuelle Longplayer "Chasing My Dream" wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an dieser Situation kaum etwas zum Positiven bewegen. Obwohl Paul Shortino zweifellos zu den klassischen Rockröhren gehört, welche einfach eine Menge Herzblut in ihr Organ legen und selbst schwächeres Songmaterial noch zu kleinen Perlen aufmotzen können, bleibt das vorhandene Songmaterial unter'm Strich größtenteils wenig mehr als 08/15-AOR-Mucke. Liebhaber der Genres werden sich kaum beklagen, allerdings dürfte auch ihnen nicht verborgen bleiben, dass Schmachtfetzen wie Promises mit seinen Streichereinlagen eher von einem Michael Bolton erwartet werden.
Was nützt eine Gästeliste mit B-Prominenten (u.a. Michael Voss - CASANOVA, SILVER -; Ralf Heyne - DOC HEYNE, BISS -; Michael Müller - JADED HEART -; Roland Bergmann - MAD MAX -) der deutschen Szenerie, wenn man die heißumkämpfte Käuferschar mit seichtem Pop Rock (Take My Heart And Run) vergrätzt?
Ein Track wie Alone They Ride, der zu den Höhepunkten der Scheibe gerechnet werden darf, würde bei einem Act wie JOURNEY vermutlich im Archiv verstauben. Das hymnische Chasing Your Dream, klassisch arrangiert, kann neben der bluesigen Ballade Prelude Missing noch für ein paar Pluspunkte sorgen.

Freunde des traditionellen Hard Rock werden noch am ehesten mit dem Opener Remember You, welcher nach einem akustischen Intro an Tempo zulegt, und dem leicht vertrackten Rocker Nocturnal etwas anzufangen wissen.
Ob der Bonus Track Plan Of Attack über dem Niveau des Dargebotenen liegt vermag ich nicht zu sagen, denn er fehlt auf dem vorliegenden Promo.
Fazit: Ausgefeiltes und abwechslungsreiches Songwriting hört sich anders an. Schade um Paul Shortinos prägnante Vocals. Die gute, transparente Produktion sollte zum Schluss noch erwähnt sein, auch wenn sie allein es natürlich nicht schafft, das Album zu einer Empfehlung werden zu lassen.

(Die angegebene Spielzeit bezieht sich auf das vorliegende Promo ohne Track 12)

Jürgen Ruland, 13.06.09

 

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