Sideburn (Swe)

The Demon Dance


CD-Review

Reviewdatum: 05.11.2010
Jahr: 2010
Stil: Stoner Rock, Classic Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Sideburn (Swe)
The Demon Dance, Transubstans, 2010
Morgan ZocekGitarre & Gesang
Jani KatajaGesang, Gitarre & Bass
Martin KarlssonBass, Keyboards & Gesang
Gastmusiker
Fredrik BroqvistSchlagzeug
Produziert von: Sideburn & Ulf Wahlberg Länge: 51 Min 14 Sek Medium: CD
01. Doomherren (Intro)06. Shining
02. Wings Of Sorrow07. The Demon Dance
03. Song For Hope08. Rainy Days
04. Fallen Sun09. Hold Me In Your Light
05. Dyin' Day10. Shapes

Aus den staubtrockenen Wüsten Schwedens kommen SIDEBURN zu uns und beweisen, dass man nicht aus dem Death Valley stammen muss, um den Stoner Rock mit der nötigen Trockenheit vortragen zu können. Die Band transportiert auf ihrem dritten Album die Heaviness von BLACK SABBATH in die Stoner Rock-Coolness von KYUSS. Sie koppeln das dann mit dezenten Hammond-Sounds aus dem Classic Rock-Bereich à la DEEP PURPLKE oder URIAH HEEP sowie teilweise leichten LED ZEPPELIN-Anleihen und das kreiert einen extrem lässigen und überraschend eigenständigen Sound.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal neben den etwas breiter gefächerten Einflüssen ist das extrem abwechslungsreiche Songwriting. Die Band kennt mehr als nur Voll-Gas und extreme Lautstärke. SIDEBURN haben verstanden, dass die Musik vor allem von der Dynamik, von den Tempo-Wechseln und von den überraschenden Momenten lebt und so scheuen die drei Musiker nicht vor eben diesen Zutaten zurück, sondern machen ausgiebig davon Gebrauch.

Eine weitere Stärke von SIDEBURN ist der varianten- und facettenreiche Gesang von Jani Kataja, der sowohl das typische Stoner-Rock-Brüllen beherrscht, aber auch einschmeichelnd singen kann sowie phasenweise von der Stimmfärbung ein wenig an Glenn Danzig oder aber Ian Astbury (THE CULT) etwa bei dem exzellenten Fallen erinnert. Kataja ist perfekt in der Lage, seine Stimme den jeweiligen Songs anzupassen und diese damit wunderbar abzurunden.

Wenn man einen der Songs besonders hervorheben möchte, so wäre dies aus meiner Sicht Song For Hope, der auf der einen Seite schön groovig daherkommt, mit seinen Streicher-Sounds und überraschenden Akustik-Gitarren-Parts aber immer wieder sehr gut aufgelockert wird und so zu einem – wenn auch unwahrscheinlichen – Kandidaten für Radio-Airplay.

In mancher Hinsicht erinnern mich SIDEBURN an ein anderes Trio, das in Europa leider eher wenig Aufmerksamkeit erregt hat: THE TEA PARTY aus Kanada. Auch dieser Band gelang es, bekannte Elemente zu einer eigenständigen und intensiven Melange zusammenzusetzen und ihre Zuhörer in eine ganz eigene Welt zu entführen. Und eben das gelingt nun auch SIDEBURN auf “The Demon Dance“ in geradezu beängstigender Weise. Hier verschmelzen die Heaviness von 10.000 Tonnen Stahl, mit leichten, ruhigen Momenten zu interessanten, weil abwechslungsreichen Songs, die niemals angestrengt klingen. Das Album ist ein Muss für Stoner-Rock-Freunde und generell für Anhänger des früheren, düsteren BLACK SABBATH-Sounds aber auch für Fans von SOUNDGARDEN aus deren “Badmotorfinger“-Phase. SIDEBURN bieten uns eine sehr intensive musikalische Reise. Möge sie noch lange weitergehen.

Marc Langels, 29.10.2010

 

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