Simo

Let Love Show The Way


CD-Review

Reviewdatum: 10.01.2016
Jahr: 2016
Stil: Blues Rock

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Simo Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Simo
Let Love Show The Way, Mascot Label Group, 2016
JD SimoGesang & Gitarre
Elad ShapiroBass
Adam AbrashoffSchlagzeug
Produziert von: Nick Worley Länge: 67 Min 32 Sek Medium: CD
01. Stranger Blues08. I’d Rather Die In Vain
02. Two Timin’ Woman09. Today I Am Here
03. Can’t Say Her Name10. Today I'm Here
04. I Lied11. Let Love Show The Way
05. Please12. Ain’t Doin’ Nothin’
06. Long May You Sail13. Please Be With Me (Bonus Track)
07. I’ll Always Be Around

Nashville, Tennessee war und ist die Hauptstadt der amerikanischen Country-Szene. Seit einigen Jahren tummeln sich aber auch zahlreiche Musiker in der Stadt, die zu ihrer Garderobe keinen Stetson und keine Cowboy-Stiefel zählen. Die Szene hat sich so weit diversifiziert, dass man mit Fug und Recht von der Music City sprechen kann. Von dort kommen nun auch SIMO, ein Blues-Power-Trio um Sänger und Gitarrist JD Simo, das sich aufmacht, um die Musikwelt im Sturm zu erobern.

Das Debüt, "Let Love Show The Way", entstand im Big House in Macon, Georgia - ein Ort, der wohl insbesondere für Fans der ALLMAN BROTHERS BAND ein Mekka ist. Schließlich steht dort ein Museum über die Band, die dort in den späten 60er und frühen 70er Jahren lebte. Nun gibt es dort ein Museum, aber eben auch ein Studio, in dem sich Simo und seine exzellente Backing-Band, bestehend aus Elad Shapiro am Bass und Schlagzeuger Adam Abrashoff, austoben konnten.

Dabei entstanden 13 Stücke, die nur so vor Leidenschaft brodeln und vor Musikalität erzittern, denn Simo & Co. spielten die Stücke überwiegend live ein und arbeiteten mit so wenig Overdubs wie nur möglich. Nachzuhören auf Songs wie dem zehnminütigen I'd Rather Die In Vain und Ain’t Doin‘ Nothin‘, die in den Solo-Parts von Simo regelrecht explodieren. Das erinnert dann stellenweise an alte DEEP PURPLE, denn ähnlich wie Blackmore, Glover, Lord und Paice bei Child In Time nutzen auch Simo, Shapiro und Abrashoff das Lied nur als Ausgangspunkt für ihre wilden Improvisationen.

Kein Geringerer als der derzeitige Poster Boy des modernen Blues, Joe Bonamassa, hat Simo denn auch schon als eines der größten Talente der heutigen Blues-Szene und als denjenigen Gitarristen bezeichnet, mit dem er gerne einmal jammen möchte. Ein hohes Lob, unter dem andere sicherlich zerbrechen würden oder zumindest schwer an der Bürde zu tragen hätten, aber Simo lässt sich davon zumindest vorläufig nichts anmerken. Er mischt deutlich merkbare Jazz-Einflüsse in seine Soli, die aber nicht technisch-verspielt sondern emotional-zupackend ausfallen.

SIMO rocken auf "Let Love Show The Way" den Blues so ungezügelt und roh, dass man sich das Album in genau dieser Form auch live auf der Bühne vorstellen kann. Dabei bahnen sich hier aber auch jazzige Musikalität und Expression ungekünstelt und unverstellt ihren Weg und saugen den Hörer tief in den Strudel der Kreativität von SIMO. Der Sound ist dazu passend sehr natürlich belassen und zeigt gerade auch die Ecken und Kanten im Spiel der Band - ein Live-Album aus dem Studio mit viel Liebe zur Musik, aber nicht auf "schön" getrimmt. Blues und Jazz und Rock in perfekter Harmonie – und aus Nashville.

Marc Langels, 08.01.2016

 

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