Simone Felice

Simone Felice


CD-Review

Reviewdatum: 29.03.2012
Jahr: 2012
Stil: Singer-Songwriter, Pop

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Simone Felice
Simone Felice, V2, 2012
Produziert von: Simone Felice Länge: 41 Min 32 Sek Medium: CD
01. Hey Bobby Ray06. Charade
02. You & I Belong07. Dawn Brady's Son
03. New York Times08. Gimme All You Got
04. Courtney Love09. Ballad Of Sharon Tate
05. StormyEyed Sarah10. Splendor In The Grass

Auch wenn Simone Felice, den wir natürlich von den FELICE BROTHERS sowie THE DUKE & THE KING kennen, sich bei der Titelgebung seines Erstlings "Simon Felice - The Debut Album" auf das Naheliegende verlässt, reicht sein musikalischer Horizont glücklicherweise viel weiter und verspricht dem Hörer, der es gewohnt ist, angenehme, melancholische und emotional aufgeladene Melodiebögen von ihm zu hören, einen prima Einstieg in seine Solokarriere.

Simple, einfach strukturierte, wenig aufwändige Folk, Singer-Songwriter-Pop Kompositionen sind dem Amerikaner gelungen. Melancholie als tragendes Element, gepaart mit vorsichtig und sacht intonierter Stimme nebst Akustikgitarrenarrangements machen den Großteil dieser 10 Songs aus. Hie und da ein wenig Harmony Vocals (auch ein Kinderchor jubiliert schon mal), Glockenspiel, Hammond Orgel, Bass und Schlagzeug gesellen sich gelegentlich hinzu.Vielmehr Aufhebens betreibt der gute Simone nicht. Wenn es denn schon mal etwas opulenter wird, wirkt dies fast schon störend und ein wenig überkandidelt. Das hätte es gar nicht unbedingt gebraucht.
Ein einziges Mal (You & I belong), wenn ihn seine Kumpels von den britischen Folk-Pop Darlings MUMFORD & SONS unterstützen, wird's sehr launig und das Herz beginnt tatsächlich zu hüpfen, wenn alle gemeinsam flöten und pfeifen und so eine Art modifiziertes Gospelgefühl herauf beschören. Wirklich sehr nett.

Ansonsten wird Felices "Debut Album" von einer wankelmütigen Balance zwischen Last und Leichtigkeit bestimmt, was prinzipiell nicht schlimm ist, aber manchmal schon ein wenig auf die Stimmung drückt (z.B. New York Times; Ballad of Sharon Tate). Wer's mag...
Manchmal erinnert Felice gar an die skandinavischen Künstler unseres deutschen Glitterhouse Labels. An anderer Stelle (Dawn Brady's Son) meint man sogar eine leichte Verneigung gen Siebziger Jahre Cat Stevens Material zu vernehmen. Neil Young'sche Ideen schweben auch mal durch den Raum. Damit fühlt sich der Rezensent dann schon wohler.

"The Debut Album" gerät also zu einer relativ stimmungsabhängigen Platte, die den Hörer bisweilen umgarnt und entzückt, ihn gelegentlich aber auch mit krauser Stirn ins Leere blicken lässt. Simone Felice schüttet sein Herz aus, das ist löblich und für einen Singer-Songwriter mehr als ehrenwert. Doch Simones Ansatz bei THE DUKE & THE KING hat mir persönlich besser gefallen. Nichtsdestotrotz wird dieses Album seine Hörer finden.

Frank Ipach, 27.03.2012

 

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