Skinny Molly

Haywire Riot

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 28.10.2012
Jahr: 2012
Stil: Southern Rock

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Skinny Molly Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Skinny Molly
Haywire Riot, Ruf Records, 2012
Mike EstesLead Vocals, Lead and Slide Guitars, Mandolin, Baritone
Jay JohnsonLead Guitar, Background Vocals
Kurt PietroDrums
Luke BradshawBass, Background Vocals
Aditional Musicians:
Derek ParnellCo-Lead Guitar on After You
Josh FosterB3-Organ on Devil In The Bottle
Produziert von: Mike Estes and Skinny Molly Länge: 37 Min 29 Sek Medium: CD
01. If You Don't Care07. Lie To Me
02. Devil In The Bottle08. Shut Up And Rock
03. Two Good Wheels09. After You
04. Too Bad To Be True10. None Of Me No More
05. Judge Parker11. Dodgin' Bullets
06. Bitin' The Dog

"Foot stompin' brothers, that's what we are", sang der selige Danny Joe Brown einst und wenn die ersten Takte von If You Don't Care erschallen, kommt einem genau dieses Bild vor Augen. Bierbäuchige Biker-Typen, die im Takt mit den Absätzen stampfen und das Kinn wohlwollend auf und ab wippen lassen. Der Name SKINNY MOLLY setzt sich nicht zufällig aus den Bandnamen von LYNYRD SKYNYRD und MOLLY HATCHET zusammen, wobei man sich vom Härtegrad meist eher den Jungs aus Jacksonville zugetan zeigt. Schade, dass der wuchtige Opener nach dreieinhalb Minuten etwas zu früh endet. Den Soli hätte ich nur zu gern noch etwas Raum gegeben. Dürfte sich im Konzert wohl anders abspielen.
Lead-Sänger Mike Estes war ja dereinst - von 1993 bis 1996 - in Diensten von LYNYRD SKYNYRD, wo der Randall Hall ersetzte (bis heute ist nicht ganz klar, warum dieser die Band verlies/verlassen musste) und neben Gary Rossington die zweite Geige, sorry: Gitarre, spielte. Das hat er auf dem Akustik-Album "Endangered Species" ebenso prächtig gemacht wie auf dem Live-Album "Southern Knight". Von nicht Wenigen als das beste Live-Album der Band nach der Reunion genannt.
Stimmlich erinnert Estes in der Tat an Johnny Van Zant zu dessen besseren Zeiten, was bedeutet, dass hier eine amtliche Southern-Röhre zu hören ist. Der beste Song auf "Endangered Species" war Devil In The Bottle und genau den bekommt man hier in der elektrischen Variante präsentiert. Wurde ja auch mal Zeit! Auch hier macht die dynamische Nummer mir mächtig Spaß. Klasse, wie der Lead-Gitarren-Break über den Hörer "hereinbricht"!

Heutzutage - und spätestens seit Kid Rock - kommt man wohl als Southern-Rocker nicht mehr um einen Ausflug in die Country-Gefilde herum. Zum Glück passiert das hier mit Two Good Wheels schmalzfrei und ohne übertriebene Redneck-Romantik aus. "Three good chords and two good wheels" sind halt alles, was man braucht. Ein klein wenig klingeln hier in meinem Hinterkopf CASH MONIES AND THE JETSETTER durch, aber der Rockfaktor ist bei der "dünnen Molly" natürlich höher.
Richtig rockig wird’s wieder mit Too Bad To Be True. Das geht schnurgeradeaus und auf die Überholspur ohne große Schnörkel. Das powert geil mit einer treibenden Rhythmusabteilung und schneidenden Leadgitarren.
Der Richter Judge Parker kommt schweren Fußes herein, von einer akustischen Gitarre geleitet und von heavy Riffs aus der E-Abteilung geschoben. Eigentlich die perfekte Basis für Südstaaten-Materialschlacht. Die klingt auch öfter an und blitzt hier und da auf, doch leider wird das Spiel abgepfiffen, bevor es in die erhoffte Verlängerung geht. Klasse Stimme, geile Gitarren, toller Sound - mehr davon!!!
Manchmal überquert man die Schnittstelle zum harten Rock und nur ein paar Southern-Wurzeln halten die Band noch im Zaum. Bitin' The Dog klingt gesanglich fast etwas nach Stone Cold Crazy und hat tief-derbe Riffs sowie einen kernigen Drive.

Auch Lie To Me hat einen akustischen Beginn und würde problemlos auf das oben genannte SKYNYRD-Akustikalbum passen. Einen gewissen düsteren Charakter kann man der Nummer nicht absprechen und Estes' Stimme kommt da besonders gut durch. Im Verlauf des Songs wird die Intensität immer mehr erhöht und man freut sich auf das - von der Slide prächtig vorbereitete - Finale. Welches dann wohl doch der Melancholie zum Opfer fiel. Trotzdem ein toller Song, der mit unter vier Minuten hier doch die längste Spielzeit beansprucht.
Das stampfende Shut Up And Rock mit seinem herrlichen "Hey Rock Star, shut up and rock" Refrain kommt dann wieder gut und druckvoll und eignet sich bestimmt zum "call-and-response"-Spielchen im Konzert.
Immer wieder bin ich von der Stimme Mike Estes' begeistert. Also, da haben manche Bands versäumt, sich den als Sänger zu angeln. Hört nur mal in den düsteren Country-Rock-Blues von After You rein. Erinnert entfernt an SKYNYRDs Things Goin' On, nur mit mehr "balls".
Insgesamt sind SKINNY MOLLY eher einem dunklerem, mehr rockigen Sound zugetan, wie man es bei den Southern Rock Bands jüngeren Datums - sagen wir BLACKBERRY SMOKE oder ALLIGATOR STEW - zu hören bekommt, bleiben aber gleichzeitig genug im Rahmen des traditionellen Stils, um Fans beider namensgebender Bands ansprechen zu dürfen. Die ja ohnehin ein und dieselben Personen sein dürften.
Dass so eine Scheibe mittlerweile beim deutschen Ruf Records Label erscheint, hat auf jeden Fall den Vorteil, dass man nicht Jahre warten muss, bis man so eine Band live serviert bekommt.
Also die Stiefel angezogen und heraus mit der Rebel-Flag, denn diese Typen dürften auf und vor der Bühne ordentlich Staub aufwirbeln. Und das sicher auch länger als die zum Teil knapp gehaltenen Songs auf "Haywire Riot". Hell-Yeah!

Epi Schmidt, 25.10.2012

 

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