Slipknot

.5: The Gray Chapter


CD-Review

Reviewdatum: 21.10.2014
Jahr: 2014
Stil: Alternative Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Slipknot
.5: The Gray Chapter, Roadrunner Records, 2014
Corey TaylorGesang
Shawn CrahanPercussion
Jim RootGitarre
Mick ThomsonGitarre
Sid WilsonDJ
Chris FehnPercussion
Craig JonesSampling
Alessandro VenturellaBass
Produziert von: Slipknot & Greg Fidelman Länge: 63 Min 51 Sek Medium: CD
01. XIX08. Goodbye
02. Sarcastrophe09. Nomadic
03. AOV10. The One That Kills The Least
04. The Devil In I11. Custer
05. Killpop12. Be Prepared For Hell
06. Skeptic13. The Negative One
07. Lech14. If Rain Is what You Want

Die letzten vier Jahre in der Karriere von SLIPKONT waren einen ziemliche Tortur für die Band: nach dem scheinbar unaufhaltsamen und schier grenzenlosen Aufstieg des maskierten Neuners aus Iowa kam am 24. Mai 2010 der abrupte Ende des Traums. Bassist Paul Gray wurde tot in einem Hotel-Zimmer gefunden. Sänger Corey Taylor sagte später über Gray: „Er war alles, was an dieser Band und an dieser Gruppe Menschen wundervoll war“. Ein schwerer Schlag also und einer, den keine Band so einfach wegsteckt und einfach weitermacht. Als sich die Band Ende 2013 wieder zusammentat, um das nun vorliegende Album vorzubereiten, da traf die Fans der nächste Schock, SLIPKNOT trennten sich nach 19 gemeinsamen Jahren von Schlagzeuger Joey Jordison.

Eigentlich schlechte Voraussetzung, um den Nachfolger für “All Hope Is Gone“ von 2008 einzuspielen, zumal es noch Knatsch zwischen Taylor und Gitarrist Jim Root um deren (ehemals gemeinsame) Zweit-Band STONE SOUR gab, aus der Root recht unsanft – und wieder überraschend – entfernt wurde. Aber bei SLIPKNOT scheinen sie sich zusammengerauft zu haben und präsentieren ein Album, das vor allen Dingen eines auszeichnet: Abwechslungsreichtum. “.5: The Gray Chapter“ ist kein Versuch, die wilde Raserei des Debüts oder von “Iowa“ zurückzuholen, sondern schließt eher an den Vorgänger “All Hope Is Gone“ an, der bereits ebenfalls die zahlreichen musikalischen Vorlieben der einzelnen Band-Mitglieder zusammenbrachte.

Auch “.5: The Gray Chapter“ hat natürlich mehr als genügend Ausbrüche extremer Aggression, als da wären Sarcastrophe, AOV, Skeptic, The One That Kills The Least, Custer oder The Negative One. Aber eben auch Momente, die von den Melodien her eher an STONE SOUR erinnern. Zu nennen wären in diesem Fall ohne Zweifel Killpop, das balladeske Goodbye (das natürlich im Gedenken an Paul Gray ist) oder das abschließende If Rain Is What You Want genannt werden. Außerdem haben SLIPKNOT auch noch ein paar Stücke dabei, die genau in die Schnittmenge fallen, wie etwa The Devil In I oder Nomadic, die eher Groove-orientiert sind. Dabei ist es fast schon ein wenig von der Stimmung abhängig, welcher Track einem bei jedem Durchlauf gerade am besten gefällt.

“.5: The Gray Chapter“ hält wieder etwas für jeden Fan von SLIPKNOT bereit. Damit macht es die Band aber natürlich nicht jeder Fan-Gruppierung Recht, aber das ist den Musikern vermutlich auch egal. Denn den einfachen Weg haben SLIPKNOT in ihrer Karriere ohnehin nie gewählt. Und genauso kompromisslos wie bislang ziehen die Musiker auch dieses Mal „IHR Ding“ (denn das ist die Band nun einmal) durch. Das werden – ganz im Gegensatz zum Rezensent - sicherlich viele wieder nicht mögen – und genau so wollen es SLIPKNOT wahrscheinlich im Endeffekt auch wieder haben.

Marc Langels, 19.10.2014

 

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