Smoke Blow Dark Angel, Nois-O-lution, 2005 |
Jack Letten | Vocals | |||
Greif Hellhammer | Bass | |||
Kentucky | Guitar | |||
MC Strassenköter | Vocals | |||
Gerrard the J.R. | Guitar | |||
Fabrizio | Drums | |||
Tom Schwoll | Guitar | |||
Bela B. Felsenheimer | Vocals (Iron In My Soul) | |||
Volker Bertelmann | Electronics (Beyond The Wall Of Sleep & Void) | |||
Torsten Mauss | Electronics (Beyond The Wall Of Sleep & Void) | |||
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1. Beyond The Wall Of Sleep | 8. Unbroken | |||
2. Diabolical | 9. Black Church Of America | |||
3. Iron In My Soul | 10. No Cure For The Undead | |||
4. Dark Angel | 11. Domano | |||
5. The Door | 12. Demonslayer | 6. It's In My Blood | 13. Killer In Love | |
7. Diabolical Reaction | 14. Void | |||
Da sind sie endlich wieder, die Kieler Schweinepriester des Hohen. äh, ich meine natürlich die Kieler Hohepriester des Schweinerock. Aber darauf kann man die Jungs um Jack Letten spätestens mit der neuen Scheibe "Dark Angel" gar nicht mehr reduzieren, haben sie doch alles getan, um auch hier wieder sowohl die Punker, als auch die Metalheads, die Kick-Ass-Fans und die Sleazer und Stoner hinter sich zu bringen. Und schlagen dazu sogar noch teilweise überraschend eingängige, fast schon in Richtung Pop reichende Töne an.
Überraschend schon das Intro mit Beyond The Wall Of Sleep - ein sanftes, atmosphärisches Stück Elektronik, dargeboten von Volker Bertelmann und Torsten Mauss alias TONETRÄGER. Aber um gleich zu zeigen wo immer noch der Hammer hängt, gibt es mit Diabolical breitbeinigen Testosteron-Rock. Der voluminöse Indierocker Iron In My Soul, mit ärztlichem Beistand bei den Vocals, kommt schon schwer eingängig und mit ziemlich Schmackes daher.
Anschließend gibt es eine clubhitverdächtige Breitseite mit dem Titelstück, das auch in das Repertoire von GENEPOOL passen würde (bei denen ja Letten, leider nur im Studio, auch am Mikro tätig war).
Das anschließende The Door besitzt sogar einen richtiggehenden Mitschnippfaktor und überrascht mit elektronischem Zierwerk, bis dann doch die Post richtig abgeht.
Dem Direkt-In-Die-Fresse-Stück It's In My Blood folgt mit Diabolical Reaction ein furioser Punk 'n' Roll, der alles wegfegt, was sich ihm in den Weg stellt.
Unbroken dagegen ist ein herrlicher Bastard aus Surfgitarren, Indierock und Punk, während Black Church Of America schön Old-School-mäßig daherkommt.
No Cure For The Undead würde ich als gelungenen schwarzhumorigen Spaghetti-Punk bezeichnen, bevor es mit Domano ein so von den Kielern auch noch nicht gehörtes akustisches Zwischenspiel gibt.
Ein treibender Sleaze-Punk-Rocker steht dann mit Demonslayer bereit und Killer In Love heizt noch mal eingängig und dennoch mit gehörig Druck und Speed ein, bevor die Scheibe mit Void elektronisch ausklingt (TONETRÄGER schließen hier gewissermaßen den Kreis).
Dieses überraschend vielseitige, mal furios zähnebleckende, dann wieder wohlig in Watte packende Werk markiert für SMOKE BLOW einen Höhepunkt des bisherigen Tonkonservenschaffens und katapultiert die live ohnehin über jeden Zweifel erhabenen Kieler endgültig in die erste Liga. Und dort wird man nicht um den Klassenerhalt kämpfen, sondern um die Champions-League-Plätze.