Sodom

M-16 [20th Anniversary Edition]

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.11.2021
Jahr: 2021
Stil: Thrash Metal
Spiellänge: 109:17
Produzent: Harris Johns & Toni Merkel (Remastering)

Links:

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Plattenfirma: Sony Music

Promotion: Netinfect


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Anthrax

Exodus

Megadeth

Metallica

Slayer

Testament

Titel
01. Among The Weirdcong
02. I Am The War
03. Napalm In The Morning
04. Minejumper
05. Genocide
06. Little Boy
07. M-16
08. Lead Injection
09. Cannon Fodder
10. Marines
11. Surfin` Bird
Live-Bonus-Tracks:
12. Remember The Fallen
13. Blasphemer
 
14. Agent Orange
15. Code Red
16. Der Wachturm
17. M-16
18. Among The Weirdcong
19. The Vice Of Killing
20. Eat Me
21. The Saw Is The Law
22. Outbreak Of Evil
23. Bombenhagel
24. I Am The War
25. Masquerade In Blood
26. Sodomized
Musiker Instrument
Tom Angelripper Gesang & Bass
Bernemann Gitarre
Bobby Schottkowski Schlagzeug

Redet man über Klassiker des Thrash Metal landet man fast unweigerlich in den 1980er Jahren und bei Bands wie METLLICA, SLAYER, ANTHRAX, MEGADETH sowie TESTAMENT oder EXODUS. Aber auch in anderen Ländern als den USA wurden sehr wegweisende Alben produziert. Eines davon feiert just nun sein 20-jähriges Jubiläum. Damals veröffentlichten die Ruhrpott-Legenden SODOM, die schon vorher unter anderem mit “Agent Orange“ einen anderen Klassiker vorgelegt hatten, ihr Werk “M-16“. Und das zu einer Zeit, als Thrash nicht gerade zu den angesagten Musikrichtungen im Rock-Bereich gehörte. Aber davon ließen sich Tom Angelripper (Gesang & Bass), Bernemann (Gitarre) und Bobby Schottkowski (Schlagzeug) nicht schrecken und legten dazu auch noch ein waschechtes Konzeptwerk vor, etwas was man sonst vor allen Dingen aus dem Bereich Progressive Metal kennt.

Aber mit “M-16“ legten SODOM damals den Finger in eine unverändert offene Wunde der Menschheitsgeschichte, denn das Thema ist der Vietnamkrieg, der in den 1960ern zwischen Nord- und Südvietnam tobte und in dem sich zeitweise 500.000 US-Soldaten erbitterte Kämpfe mit Verbänden der Nordvietnamesen lieferten. In Songs wie Among The Weirdcong, Napalm In The Morning, Minejumper oder Cannon Fodder zeichnen Angelripper, Bernemann und Schottkowski auf eindrucksvolle und packende Weise musikalische und textliche Bilder von Krieg, Verrohung und Verwüstung, von Missständen und Auswüchsen westlicher Zivilisation. Auch in der Retrospektive von zwei Jahrzehnten bleibt es für Bandleader Tom Angelripper ein ganz besonderes Album: „Die Scheibe gehört zweifellos zu den SODOM-Klassikern, allein schon wegen des durchgehenden thematischen Konzepts. Außerdem war es unsere letzte Zusammenarbeit mit Produzent Harris Johns und beendete somit eine wichtige Ära der Band. Ich bin sehr glücklich, dass “M-16“ jetzt als “20th Anniversary Edition“ in neuen Versionen und mit viel Liebe zum Detail ausgestattet wieder auf den Markt kommt.“

Denn die Neu-Auflage gibt es in drei unterschiedlichen Formaten: als aufwändiges Boxset (siehe oben) mit dem remasterten Originalalbum inklusive Bonus-Livetracks, zwei zusätzlichen Bootleg-LPs mit weiteren bislang unveröffentlichten Live-Versionen, einem USB-Stick im Look einer Gewehrpatrone mit sämtlichen Albumsongs, einer militärischen Sodom-Erkennungsmarke, einem Poster mit dem Cover-Artwork plus einem 44-seitigen Booklet mit raren Fotos sowie Linernotes von Tom Angelripper. Im Booklet erzählt der früherer Metal Hammer-Mitarbeiter Manni Eisenblätter, aus dessen Archiv zahlreiche unveröffentlichte Sodom-Fotos stammen, die Geschichte rund um die Entstehung und Promotion des Albums, für welches die Band wenige Wochen vor Release extra nach Thailand und Südvietnam gereist war, um sich vor Ort ein Bild vom durch den verheerenden Krieg immer noch gezeichneten Vietnam zu machen. Das CD-Mediabook umfasst neben den remasterten Originalsongs zwei unveröffentlichte Live-Tracks aus dem Jahr 2001 und zeigt weitere unveröffentlichte SODOM-Fotos, die ebenso auf der orangenen Doppel-LP mit 180 Gramm-Vinyl zu finden sind.

Das Album war für die Band nach den Werken in den 1990er Jahren dann auch ein wenig eine Rückkehr zu den kompromisslosen Thrash Metal-Wurzeln. Das machen Angelripper & Co. schon beim Opener Among The Weirdcong und dem folgenden I Am The War gnaden- und kompromisslos klar. Aber auch etwa Cannon Fodder ist eine wahre Thrash Metal-Walze, die der Hörer so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommen wird. Mit Napalm In The Morning (inklusive des berühmten „Apocalypse Now“-Zitats am Anfang) sowie Marines (mit einem kleinen Auszug aus „Full Metal Jacket“) haben SODOM aber auch zwei Midtempo-Kracher der Klassiker-Güte im Angebot. Ausfälle gibt es kaum zu verzeichnen, einzig Little Boy vermag mich trotz des SLAYER-artigen Endes nicht so richtig zu packen. Insgesamt muss man aber festhaltend loben, mit welcher hohen Intensität SODOM ihre Songs hier präsentieren. Das packt den Hörer und zieht in richtiggehend hinein in dieses Album, das sicherlich zu den besten in der doch schon recht langen Geschichte der Band gehört und das dank des Remasterings in noch mal neuem Glanz erscheint.

Fotos zur Verfügung gestellt von Netinfect Promotion

Für die Fans, die die Scheibe bereits im Schrank stehen haben, ist natürlich das Bonus-Material von entscheidender Bedeutung. Und hier haben SODOM insbesondere für die Deluxe Edition noch einmal tief in den Archiven gewühlt. Sage und schreibe 15 Bonus-Songs haben sie hier aufgetrieben, die von verschiedenen Konzerten aus Deutschland, Thailand und Japan stammen. Die nennen wir es mal Setlist umfasst natürlich unverzichtbare SODOM-Klassiker wie Remember The Fallen, Agent Orange, Code Red, The Saw Is The Law, Outbreak Of Evil, Bombenhagel oder Sodomized sowie die beiden “M-16“-Tracks Among The Weirdcong und I Am The War. Der Sound ist schon sehr wechselhaft, die ersten sechs Songs klingen sehr gut und druckvoll und scheinen mir beim Wacken open Air aufgenommen worden zu sein (wobei das nur bei den ersten beiden ausdrücklich erwähnt wird). Hingegen wird es klanglich für Among The Weirdcong, The Vice Of Killing und Eat Me schon etwas dumpfer, was für einen kleineren Club spricht, ehe die übrigen Lieder wieder klarer aber auch deutlich roher klingen. Das würde ich dann gute Bootleg-Qualität nennen. Hier bekommen die Fans also wirklich noch einmal eine Menge „value“ für ihr „money“ geboten.

SODOM nutzen die Gelegenheit weidlich und feiern “M-16“ mit dieser “20th Anniversary Edition“ gebührend. Denn das Album war damals nicht nur eine Art Wiederauferstehung des klassischen Band-Sounds und einfach eine sehr starke Scheibe sondern ist zudem auch sehr gut gealtert. Das Werk klingt heute noch genau so aktuell und beeindruckend wie damals. Damit zementierten SODOM ihren Status als eine der führenden Bands in der deutschen Thrash-Szene. Eine Stellung, die sie auch heute noch inne haben.

 

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