Soen

Lotus


CD-Review

Reviewdatum: 14.01.2019
Jahr: 2019
Stil: Progressive Metal
Spiellänge: 54:08
Produzent: David Castillo & Inaki Marconi

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Plattenfirma: Silver Lining Music

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Pink Floyd

David Gilmour

Titel
01. Opponent
02. Lascivious
03. Martyrs
04. Lotus
05. Covenant
 
06. Penance
07. River
08. Rival
09. Lunacy
Musiker Instrument
Joel Ekelöf Gesang
Martin Lopez Schlagzeug
Stefan Stenberg Bass
Lars Åhlund Gitarre & Keyboards
Cody Ford Gitarre

Ich muss ja zugeben, dass ich recht spät erst auf SOEN aufmerksam geworden bin. Erst mit Album Nummer 3, “Lykaia“, war mir dieses Aha-Erlebnis vergönnt, was ganz einfach daran lag, dass die ersten beiden Scheiben in der Flut an Veröffentlichungen an mir vorbeigegangen sind. Was natürlich keine Rechtfertigung, sondern eher eine Entschuldigung ist, zumal der Schaden ja auch ganz alleine mich traf. Mittlerweile aber gehört das Quintett zu meinen Geheimfavoriten im Bereich progressive Rock-Musik, schafft es die Band doch geradezu spielerisch-leicht metallisch-vertrackte Parts mit melodiös-verspielten und träumerischen Elementen zu verbinden und daraus eine wahrlich unwiderstehliche Melange entstehen zu lassen.

Genau das zeichnet auch das neue Werk, “Lotus“, erneut aus. Dabei scheint es mir so, als ob Ekelöf, Lopez, Stenberg, Åhlund und Neuzugang Ford hier noch mehr Wert und Augenmerk auf höchst hypnotische Melodien, insbesondere beim Gesang gelegt hätten. Aber auch der neue Lead-Gitarrist, Ford, bringt sich hier mit ein paar exzellenten Nachweisen seiner Kunstfertigkeit ein. So erinnert das Solo im Titel-Song (aber nicht nur dort) vom Stil her doch stark an David Gilmour (Ex-PINK FLOYD), was ja nun wirklich etwas bedeuten will.

Soen

Natürlich haben SOEN aber auch wieder einige Passagen dabei, die bei Fans von TOOL auf einige Gegenliebe stoßen werden. Das sind dann eher die düsteren, rhythmisch-vertrackten und komplexen Momente der Scheibe, wie man sie beispielsweise im Opener Opponent finden kann. Dabei ist der Sound dieser Kompositionen auch eine Reflexion dessen, was hinter SOEN liegt. Denn sie haben die letzten sechs Monate damit verbracht, tief in den Abgründen ihrer Emotionen zu graben. Aber sie haben auch einen schonungslosen Blick auf den Zustand unserer Welt und der Gesellschaft geworfen und diese schonungslos seziert.

Herausgekommen sind dabei eben neun Songs, die berauschende, fast schon süchtig machende Hörtherapien sind. Denn der jeweiligen Dunkelheit in den Stücken werden gleichzeitig auch bezaubernde Momente großer Hoffnung – und voller faszinierender Melodien – entgegengestellt. Denn, so stellt Sänger Ekelöf klar, geht es bei “Lotus“ darum, aus der Dunkelheit oder aus dunklen Orten herauszukommen. Die Inspiration beruht auf einer tiefen Motivation, sich nicht nur mit der Situation zufrieden zu geben, in der man sich möglicherweise befinden. Es geht darum, das Leben zu verändern - sowohl das eigene Umfeld, als auch die Umgebung, für die wir alle Verantwortung übernehmen müssen - und sie besser zu machen." Oder, wie es in dem kongenialen Martyrs heißt: „Spirit of the water, let the sky fall down on me, suffocate the fires lit to harm, hear the prayers calling and embrace our fallen sons, heal the open wound that bleeds the earth.“

 

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