Sweden Rock Festival

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Sölvesborg, Sweden, , 06.06.2007

( English translation by Google Translation by Google )

Festivalbericht

Reviewdatum: 06.06.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Andreas Herb


Sölvesborg, Sweden, 06.- 09.06.2007

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CRAZY LIXX - VOMITORY - WOLF - MOUNTAIN OF POWER - NOCTURNAL RITES - ANDROMEDA - CRASH DIET - ANNIHILATOR - THE AUSTRALIAN PINK FLOYD SHOW - TOKYO DRAGONS - BLUESTONE CO - THUNDER - AXEL RUDI PELL - QUIET RIOT - MEATLOAF - DIMMU BORGIR - THIN LIZZY - HEAVEN AND HELL - PRETTY MAIDS - THE ANSWER - WHITE LION - GOV'T MULE - UDO - HARDCORE SUPERSTAR - SKID ROW - AEROSMITH - HELLFUELED - FOCUS - TROUBLE - BLACK OAK ARKANSAS - BLIND GUARDIAN - SUZI QUATRO - REO SPEEDWAGON - QUIREBOYS - MOTÖRHEAD - SCORPIONS

Soo, da bin ich wieder... auf der Straße. Es ist Mittwoch, der 06. Juni 2007 gegen 5:15. Ich fahre erst mal zur Arbeit, weil ich da das Ladekabel für meine Kamera liegengelassen habe (keine Kommentare erbeten). Ohne dem könnte ich als Photograph Probleme kriegen, obwohl ich zwei volle Akkus dabei habe. Aber man weiß ja nie. Es sollte sich als äußerst wichtig herausstellen. Diese Verzögerung kostet mich allerdings auf Grund der frühen Zeit nur 30 Minuten, und ich bin um 6:15 auf der A1 in Richtung Norden. Dort bleibe ich jetzt bis Puttgarden, wo ich dann die Fähre nach Rödby (Dänemark) nehme. Von dort aus dann nach Kopenhagen und über die Öresundbrücke nach Malmö (Schweden). Malmö - Sölvesborg (Veranstaltungsort) sind dann noch mal ca. 150 Km, was sich zusammen dann auf 884 Kilometer zählt. Mein Navi sagt, dass ich gegen 14:57 ankommen soll. Das jedoch halte ich für ein Gerücht. Sind Stau und Fährfahrt schon mit eingerechnet? Wohl eher nicht, aber wir werden sehen.
Um Punkt 11 stehe ich in Warteline 6 für die Fährfahrt nach Rödby, die rund 45 Minuten dauert. Allerdings ist das die letzte freie, die ich von 19 Wartelinen sehe. Wie erwartet, schaffe ich nicht die erste Fähre, muss also noch mal eine halbe Stunde warten. Das allerdings klappt dann, ich setze über und bin um 12:45 auf dänischem Boden. Mein Navi ist jetzt also schon bei 16:50, was aber immer noch wesentlich früher ist, als ich mir als Ankunftszeit als Limit gesetzt habe.

91 Kilometer vor dem Ziel teste ich dann noch einmal meine Scheibenwischer auf Stufe "HeavyRain". Das hilft nicht wirklich, denn es schüttet aus Eimern und ich sehe nix mehr. Ich steuere direkt aufs Ziel zu, wo ich aber erkenne, dass es heller wird. Das sollte auch so sein, denn wenn das hier über dem Festivalgelände losgeht, dann gute Nacht. Ich habe Glück. Als ich um 16:00 dann auf meinem Park-/Zeltplatz ankomme, scheint die Sonne und ich drehe ein erstes Ründchen. Als erstes mal Bändchen und Photoweste holen und ein bisschen über die Merchandiseartikel schauen.

Tag 1, Mittwoch, 06.06.2007:

Crazy Lixx

Die erste Band auf der kleinen Radio-Bühne (SR Stage, Cap. 2.000) sind CRAZY LIXX. Klassisches oldschool Poser-Outfit und -Spiel. In den ersten sechs Jahren der Band geschickt eingespielte Riffs und interessante Kombinationen. Guter Gesang, ein gelungenes Set als eine der ersten Bands an einem langen Wochenende.
Nun bleibt mir keine andere Wahl, als mich um Fünf in die Schlange vor der Bank einzureihen. Ohne eine einzige schwedische Krone kann ich wohl hier jetzt nicht mehr viel ausrichten. Und es ist höllisch warm und schwül, ich brauch was zu trinken. Und wer jemals beim Schwedenrock Festival war, weiß, was es heißt, sich in die Schlange an der Bank einzureihen. Unendliche Meter in Reih und Glied, in mehrfachen Windungen sich über den Vorplatz schlängelnd...Ich höre besser auf.

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Vomitory

Ich bekomme die letzten zwei Stücke von VOMITORY noch mit und mache meine ersten Bildchen von der "Zeppelin Stage" (Kapazität 5.000). Ich persönlich bin jetzt nicht so der Death Fan, um das beurteilen zu können, aber wenn sie sich selber "Erbrochenes" nennen... Der Name der Band scheint in musikalischem Sinne Programm zu sein. Gefühlte 348 BPM und ein Gegrunze, dass ich noch nicht mal verstehe, in welcher Sprache sie sich verständlich machen wollen. Ich breche dann auch, und zwar ab, und fliehe in eine etwas ruhigere Ecke. Was am Mittwoch noch nicht all zu schwierig ist, da die beiden Hauptühnen, "Festival Stage" (25.000) und "Rock Stage" (20.000) noch nicht bespielt werden.
Auf dem Weg allerdings komme ich noch an der "Gibson Tent Stage" (2.000) vorbei. Da nehmen gerade die Dänen SWITCHBLADE das Publikum unter die Rockhörner. Brettharter, dreckiger, gerader Rock and Roll der ersten Dekade. Einzelne Bandmitglieder, die seit den frühen 70ern im Genre unterwegs sind, bieten eine überzeugende Performance. Und sich nach dem Stück Cocksuckin' Suzi besoffen auf die kleinste Bühne zu stellen und "Scream for me Sweden" zu brüllen, hat einen hohen Unterhaltungswert. Ich hab viel gelacht.

Da ich hier dann fast alle Bühnen erwähnt habe, noch mal ein kleiner Überblick:

Festival Stage, 25.000 Zuschauerplätze
Rock Stage, 20.000
Sweden Stage, 10.000
Zeppelin Stage, 5.000
Gibson Tent Stage, 2.000
Radio SR Stage, 2.000

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Es wurde Zeit für WOLF auf der "Zeppelin Stage". Es ist 18:40 und Zeit für die erste Band, die klassischen Heavy Metal zeigt und spielt. Ich bin das erste mal im Photopit und muss aufpassen, dass ich zum Opener Evil Star nicht die Kamera verliere. Da ich allerdings nicht so WOLF-fest bin um alle Stücke zu nennen, begnüge ich mich mit der ausgezeichneten Show, die Mike Godding (b) und Johannes Losbeck (g) liefern. Rechts, links, vorne, hinten, Gitarren über Kreuz, kniend auf der Bühne. Ins Publikum brüllend... Leider ist der Gesang mal wieder nicht der letzte Schrei. Niklas Stalvind hat eine geile Stimme, muss aber noch lernen, sie im richtigen Moment zu justieren. Alles in allem aber ein guter Gig, einer Band, die ich gerne sehe.

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Dann eine Band namens MOUNTAIN OF POWER auf der "SR Stage". Die hatten zwar nur eine halbe Stunde, überzeugten aber in dieser Zeit mit hartem Bluesrock. Besonders interessant war, wie viele Musiker man in dieser kurzen Zeit wechseln kann. Ein neuer Sänger, dann noch ein neuer mit befreundetem Bassisten, dann wieder einen anderen Sänger... Bei meiner Recherche im Netz stieß ich dann auf ein Novum. Unter 'Musicians' steht Janne Stark als 'Mastermind', dann kommen 9 (!) Sänger, 10 (!) Gitarristen, 3 Bassisten und zwei Drummer...??? Unter 'Origins' kann man dann ein paar Exemplare der Arbeit von Janne Stark begutachten, was hier zu weit gehen würde. Auf jeden Fall stehen hier ein paar Vollblutmusiker auf der Bühne, die allesamt ein enormes Potential in die Waagschale werfen. Die 30 Minuten kamen mir vor wie 10. Sehr gut.

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Noch immer wundere ich mich über die Spielchen der letzten Band, spreche mir ein paar Notizen ins digitale Heft, da spielen schon die nächsten auf. NOCTURNAL RITES. Ich kann mich daran erinnern, dass ich den Namen schon mal gelesen habe. Aber nichts davon gehört. Ein Fehler, wie sich nun herausstellt. Mit 75 Minuten feinsten Powermetal aus Schweden dringt weiterhin ausgezeichnete Musik an meine Ohren, und ich kann kaum glauben, was ich heute schon so alles gesehen und gehört habe. Als in der Zugabe dann noch ein Fiedler und ein anderer Sänger auf die Bühne schleichen, toben die gut 3.500 Banger zu einem wohl traditionellen Nationalfeiertagslied. Danach kommt noch Fools never die und eine weitere Zugabe, bevor die Leute zufrieden von dannen schleichen. Leider verstehe ich kein Wort von den schwedischen Zwischenansagen, der Mob tobt aber. Von den nächtlichen Riten scheint es laut vereinzelten englischen Ansagen auch schon 'ein paar' Alben zu geben, die ich nun auch erst einmal verfolgen muss. Geile Mucke, von der ich wohl bisher zu viel verpasst habe. Aber man kann ja nicht alles haben, zumindest nicht gleichzeitig.

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Ich sehe und höre ANDROMEDA. Ich komme leider nicht drauf, an welchen hervorragenden Sänger mich David Fromberg erinnert. Aber mit seiner Stimmgewalt, unterstützt von progressivem schwedischen Powermetal, räumen Andromeda auf der 'SR Stage' mächtig auf. Ich werde mir den Namen auf jeden Fall mal merken. Noch ein guter Gig am ersten Tag. Und bis jetzt alles Schwedenrocker.

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Es wird Zeit und ich schiebe mir erst mal einen Döner rein und nehme ein Bier, damit ich den nächsten Schritt planen kann. CRASHDIET (Gibson Tent) wurde mir empfohlen und ANNIHILATOR (Zeppelin) spielen zur gleichen Zeit. Ich entscheide mich für CRASHDIET und mache ein paar Pics. Aber die Oldschool Poserfraktion geht mir nach so viel wirklich gutem Power und Rock gehörig auf die Eier (was nichts über die Qualitäten der Band aussagt) und ich fliehe zu...

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Das erste Lied das ich mitbekomme ist Welcome to your death. Gut gut. Da dies das letzte Konzert einer zweimonatigen Tour durch Europa ist, und dazu das erste mal überhaupt in Schweden, hängen sich die Herren auch noch richtig rein. Bei der ersten Zugabe denke ich, 'das hast du doch schon mal gehört?' Nach sechs Takten Hells Bells kommt die Ansage von Jeff: 'Das können wir leider nicht, spielen wir halt was anderes'. Mit Alice in hell kommt dann auch ein Stück, das die meisten wohl kennen, und alles tobt, was zusammen wohl so 10.000 Beine hat. Auch die Speed/Thrash Fraktion ist in Schweden angekommen. Willkommen.
Eine vollständige Setlist ohne Gewähr: Operation Annihilation, Clown Parade, Blackest Day, King Of The Kill, Maximum Satan, Like Father Like Gun, Set The World On Fire, The Fun Palace, Never Neverland, Welcome To Your Death, Refresh The Demon, Stonewall, Alice In Hell.

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Bleibt noch der Headliner des ersten Haupttages (Dienstag haben wohl auch schon vier Bands gespielt). THE AUSTRALIAN PINK FLOYD SHOW nimmt ihren Platz mit zehn Musikern auf der 'Swedenstage' ein. Die Show ist gut, das Licht passt, die Videoanimationen stimmen auch, musikalisch brauchts keinen Kommentar. Das Zusammenspiel aller Elemente eines wirklich guten Konzertes ist den Aussies wirklich gelungen. Und die gut 10.000 Fans kommen der Aufforderung des Frontmannes Damian Darlington (ist das ein Künstlername???) nach, nach so viel hartem Rock und Heavymetal, die zwei Stunden zu nutzen, ein wenig herunter zu kommen und abzuschalten. Das Set ist allerdings (in meinen Augen) ein wenig zu insiderlastig. Für einen nicht eingefleischten FLOYD Fan ist das ganze zu... intim? Nach dem achten Stück mache ich mich auf den Weg zum drei Minuten entfernt geparkten Auto, das mir auch als Schlafgelegenheit dient. Der Weg dahin wird dann noch von The Wall untermauert und ich schlafe nach fast 20 Stunden selig ein. Bis Morgen.

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Tag 2, Donnerstag, 07.06.2007:

Es ist 8:30 und ich wache schweißgebadet (und nehmt das bitte wörtlich) auf. Mein Auto steht so ungünstig, dass ich von den ersten Sonnenstrahlen auch wirklich das volle Programm mitbekomme. Und die kommen hier sehr früh. Ich suche mir ein Plätzchen, an dem bis 10:30 Schatten ist, und parke um... aber schlafen geht nicht mehr. Na super... Ich schaue mir den Tagesplan an und lege eine grobe Richtung fest.
THUNDER, Axel Rudi Pell, QUIET RIOT, SYMPHONY X oder POINT BLANK, MEAT LOAF, THIN LIZZY, HEAVEN AND HELL
Gegen 10:30 tapere ich dann zu Gate 17. Das Tor befindet sich etwa 200m neben meinem Schlafplatz und führt mich direkt neben die Festival Stage, die an diesem Morgen gegen 13:30 von THUNDER das erste mal bespielt wird. Da dieser Platz gestern noch abgesperrt war, sind die Dixies hier direkt neben dem Eingang etwas, was ich für ein Festival sehr ungewöhnlich finde: Sauber und unbenutzt. Und wenn mich die brutale Sonne nicht backen würde, dass mir das Wasser aber auch wirklich überall entlang läuft... Also raus und Schatten suchen.

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Um 11:30 dann eröffnen TOKYO DRAGONS auf der 'Zeppelin Stage' Tag Zwei. Eine Band aus England, die vor 2.000 Zuschauern schönen, sehr harten Rock und Heavy Metal spielt. Der Sänger nimmt auch die sitzenden und liegenden Banger in die Pflicht, die wohl eigentlich etwas ruhiger in den Tag starten wollten. Keiner in der Nähe der Bühne kann sich dem Spiel mit dem Publikum entziehen, was den Auftritt als eine sehr gelungene Sache dastehen lässt. The wolf and the dog und Shake your Head kenne ich sogar und ich bin zufrieden mit meinem ersten Event.

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Gegen Ende des Gigs treffe ich dann Thomas. Ein guter Freund von mir ist inzwischen angekommen. Ein freundliches Hallo. Da er mit Axel Rudi Pell im Bus unterwegs ist, kann er nur den Donnerstag bleiben, aber den muss er ausgiebig nehmen. Und in Schweden gibt es ne Menge zu sehen. Ihm wurde eindringlich angeraten, BLUESTONE CO. mitzunehmen. Die spielen aber schon vor ca. 3.500 Leuten. Also schnell noch ein Bier (es ist immerhin schon 12:10) und los zur 'Sweden Stage'. Hinter dem Namen verbirgt sich eine japanische Blues Rock Band, deren Name laut Internet SAVOY TRUFFLE war, die seinerzeit von einem gewissen Chris Duarte engagiert wurden, um für den texanischen Gitarrenhelden die Backline für Japan zu spielen. Daraus ist wohl dann eine Freundschaft geworden, die zuletzt nun in einer gemeinsamen CD geendet hat. Was die Jungs hier zeigen ist Wahnsinn. Mir dermaßen den dreckigsten, bluesigsten Rock ins Gesicht zu blasen, den ich seit langer langer Zeit gehört habe... Chris Duarte spielt eine selten gefühlvolle, aber sehr harte Gitarre. Und dann noch ein Japaner mit Bottleneck... Danke für diese Empfehlung.
[Bleibt die Frage, wo der gute Andreas im Internet recherchiert hat. Kann ja wohl nur auf unseren heiligen Seiten gewesen sein]
Die Zugaben klemmen wir uns dann allerdings und wir sehen uns ein bisschen auf dem Festivalgelände um und freuen uns über das schwedische Wetter und dessen Auswirkungen auf die weibliche Schar der Festivalbesucher. Jo, so stelle ich mir Schweden vor.

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Bis dann 13:30 als erste Band 2007 THUNDER auf die Hauptbühne geht. Und wenn sich eine Band erlauben kann, das Intro zu Thunderstruck als eigenes Intro laufen zu lassen... Knappe 8.000 alte wie junge Rocker recken die Faust in die Höhe. THUNDER, nanananananana... THUNDER... Dann kommen erst die Jungs, spielen feist ins Intro, und dann Danny Bowes. Ich bin mir zwar nicht schlüssig, ob sein Hüftschwung unbedingt zum klaren und harten Sound der Band passt, sieht aber geil aus und man merkt ihm an, dass diese Bühne ihm einen ungeheuren Spaß macht. Als er irgendwann dann alle abwürgt und Ruhe braucht um a capella einen Refrain zu schmettern, denke ich mir: 'Was der alte Knabe doch so alles noch kann'. Das Programm verfolge ich leider nur die ersten fünf Stücke, dann muss ich los zur 'Rock Stage'. Wofür aber gibt's aber das Netz... (Quelle unten)
Setlist ohne Gewähr:Loser, River Of Pain, Higher Ground, Low Life In High Places, Robert Johnson's Tombstone, You Can't Keep A Good Man Down, The Devil Made Me Do It, Back Street Symphony, Love Walked In, I Love You more Than Rock And Roll, Dirty Love.

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Dort hat Thomas dann mit dem Bühnenmanager geklärt, dass ich nun der Photograf von Axel Rudi Pell bin, was mich in die überaus glückliche Lage versetzt, von der Bühne aus Bilderkes zu schießen. Danke dafür an Thomas. Aber es ist noch Zeit bis zum Auftritt. Da ich keine Zugangsberechtigung für diesen Backstagebereich hatte und die in Schweden nicht ansatzweise Lust haben, sich irgenwelchen Regeln zu wiedersetzten, bleibe ich nun lieber hinter der Bühne, als dass ich nicht wieder rein komme. Für die Bands allerdings ist diese an den Tag gelegte Strenge der Security Leute ein wahres Plus für Swedenrock und man fühlt sich dann auch wirklich 'Backstage' und in Ruhe gelassen. Hab ich mir sagen lassen. Also mit Thomas ab in den Bus, ein paar Takte mit Ferdy gewechselt, den ich von ein paar Uli Roth Engagements im Pott her kenne. Noch ein paar Bandphotos vor dem Bus, bis es dann um 15:00 endlich auf die Bühne ging.


Der Opener Fly to the moon von der neuen "Mystica" ist ein guter Einsteiger vor gut 7.000 Melodycas. Strong as a Rock als Marktschreier und Masquerade ball folgen vor dem Solo von "Animal" Mike Terrana. Ihm beim Solo aus zwei Metern von hinten zuzusehen, entspricht einem deutlichen Schlag mitten in die Fresse. Zumindest als Schlagwerker. Ich werde mein Schlagzeug wohl nie wieder anrühren. Mir schießen fast die Tränen in die Augen. Die nächsten Stücke sind Tear down the Walls, Mystica, Rock the Nation, Temple of the King, Fool Fool und Call her Princess. Nun ja, schon vom Rock Hard Festival vorgewarnt, hat mich Shouter Johnny Gioeli aber trotzdem wieder umgehauen. Und Temple... hat er mal wieder rüber gebracht... Mann Mann Mann. Der darf das. Alles in allem wieder ein überzeugender Gig und die Melodic Schwedenfraktion ist ordentlich bedient worden.
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Die QUIET RIOT Fans hatten dann auch mal wieder ihren Spaß, und zwar auf der 'Main Stage'. Dass hieß allerdings, dass knappe 7.000 Zuschauer sich so verteilten, dass es nicht wirklich sehr voll aussah. Ich habe meine drei Lieder geknipst und bin dann Richtung Auto verschwunden, wo ich dann noch die Coverstücke Mama, we're all crazy now und Whole lotta love hörte. Wärmstens ans Herz gelegt wurde mir die Performance des Frankie Banali. Ein 22 Jahre altes Schlagzeug spielt er mit mindestens sechs Meter langen Stiefeln und noch mal doppelt so langen Sticks. Das hätte ich gerne gesehen...

Ich musste ein wenig Festes zu mir nehmen und mein Notebook holen. Es gab keine andere Möglichkeit, die Bilder von Axel an die Band weiter zu leiten. Also wieder ab in den Bus - was wieder ein Problem mit der Security gab, das es zu lösen galt - noch mal ein wenig Strom nachlegen an der Kamera und wieder ein wenig Platz schaffen für neue Bilder. Da ich alleine in Schweden war, muß leider die eine oder andere Band unter diesem Umstand leiden. Weder POINT BLANK noch SYMPHONY X kriegen einen Bericht, den sie sicherlich verdient hätten.

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Jetzt aber kommt MEAT LOAF. Da muss ich hin. Spartanischer, aber schöner Bühnenbau, dann die Musiker, dann die Backing Schnecke. Die waren ja schon immer jedesmal jünger, schöner und draller als zuvor. So auch hier. Uiuiui, da muss ich auf meine Kamera aufpassen. Aber pflichtbewusst setze ich auch die anderen Musiker in Szene. Dann kommt Meat Loaf himself. Das erste Stück If it ain't broke beak it verpasse ich vor Aufregung komplett. Dann aber Paradise. Dies wird natürlich auch von weiblicher Stimme betont. Und wieder ein Hammer, was da für ein Püppi die Bühne betritt. Da Meat Loaf sein Geld ja nun hauptsächlich mit der Schauspielerei verdient, spielen die beiden hier gleich mal ganz großes Theater. Mimik, Gestik, Texte sind so zusammengeschnürt, hier kann man ruhigen Gewissens von einem großen Rocktheater sprechen, und es ist jeden Cent wert, was die da oben liefern. Die gesamte Show ist auf dieses Theater ausgelegt, jedes einzelne Stück wird auf der Bühne gelebt. Es laufen Songs wie: You took the words..., Into the fire, Life's a lemon, Land of the pigs, I would do anything for love und Bat out of hell, in dem die anfänglichen Keyboardparts sehr interessant von der Gitarre übernommen werden. Dann ist erst mal Schluss und eine Zugabenreihe beginnt, die für die Fans eine Zumutung ist: Black Betty und zwei Rock and Roll Covernummern, die schlecht interpretiert waren... Sehr schade. Der Vollständigkeit halber muss wohl noch erwähnt werden, dass Meat Loaf selbst kaum noch einen Ton trifft und seine Luft nur noch für eine halbe Strophenzeile reicht, die er dann auch nur noch singt. Da kann man geteilter Meinung drüber sein, aber ich persönlich habe lieber einen solchen Meat Loaf auf der Bühne, als einen der alle Töne par excellenze trifft, aber halt nicht Meat Loaf ist. Entscheidet selbst.

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Ich mache eine kleine Pause, die davon begünstigt ist, dass Meat Loaf eine Viertelstunde vorher aufhört. Also noch einen kleinen Happen eingeschoben, Wasser nachgetankt und wieder los. Ich muss mich zwischen DIMMU BORGIR (nicht meine Musik) und THIN LIZZY (vor zwei Wochen gesehen) entscheiden. Da letztere in GE mit mehr als einer halben Stunde Verspätung angefangen haben, spiele ich ein wenig. Ich knipse und höre drei Lieder DIMMU BORGIR, dann schnell rüber zu THIN LIZZY. Vielleicht habe ich Glück, und die fangen gerade erst an.

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Leider verloren. Als ich zur 'Sweden Stage' kam, lief das vierte Stück des LIZZY Sets: Are you ready. Die Setlist Jailbreak, Waiting for an alibi, Don't believe a word, Cold sweat, Chinatown, Dancing in the moonlight, Massacre, Still in love with you, Bad reputation, Emerald, Suicide, Cowboy Song, The boys are back in town und die Zugaben Rosalie und Black Rose reichen, um einen Einblick zu bekommen, mit welcher Spielfreude die da ran gegangen sind. Zwischen Bad reputation und Emerald hat Thommy dann mal wieder alles gezeigt, was er mit bloßen Händen am Schlagzeug kann und schießt erst mal ein komplettes Becken samt Ständer aus dem Set. Bei The Boys... springt Marco Mendoza im Spreizschritt über die Bühne, wirft seinem Tec das Gerät fast an den Kopf, der mit Mühe das gute Stück kurz vor dem Zerschellen am Boden rettet.
Über die Interpretation der Stücke kann man geteilter Meinung sein. Ich fands ungewöhnlich, aber technisch einfach sauber rüber gebracht. Und alle vier haben die Qualitäten, ein geiles Konzert zu spielen, was sie hier deutlich besser hinbekommen haben, als in Gelsenkirchen. Punkt. Weitere 10.000 Rocker waren (glaube ich) der gleichen Meinung.

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Auf zum Headliner des zweiten Abends. Zwischen 18 und 20.000 wollen HEAVEN AND HELL sehen. Vorher schon ausreichend diskutiert wurde die Setlist. Es war klar, dass sie natürlich nur Stücke aus der DIO/SABBATH Ära bringen werden. Reicht das für ein geiles Konzert? Hier erst mal die einzelnen Stücke ohne Gewähr.
E5150, The Mob Rules, Children Of The Sea, I, The Sign Of The Southern Cross, Voodoo, Computer God, Falling Of The Edge Of The World, Shadow Of The Wind, Die Young, Heaven & Hell, Neon Knights. Zwischen Shadow. und Die Young kam noch ein schön anzuhörendes Gitarrensolo. Und ein paar Stücke vorher das Schlagwerkersolo.
Eine riesige Bühne (für meinen kleinen DIO), die im Aufbau dem "Heaven And Hell" Album nachempfunden ist (exzellent), eine gute Videoanimation, das Licht perfekt in Szene gesetzt. Und die Mainstage hatte ein wirklich großes Licht.
Die drei Alben hatten ein paar richtige Knaller, aber insgesamt gesehen waren es doch nur durchschnittliche Silberlinge. [Silberlinge? Ich habe die auf Vinyl! Red., Abt. Artenschutz] Die Liste der guten Titel (Children..., The Sign..., Heaven & Hell, Neon Knights) ist aber trotz dieser Musiker nicht ausreichend, um ein Konzert volle zwei Stunden zu füllen. Ein würdiger Headliner, aufgrund der spielerischen Klasse aller Instrumentalisten und einem (wie immer) hervorragend singenden Dio, aber mir persönlich...

Tag Zwei ist also vorbei und ich wanke nüchtern, aber geschafft, gegen zwei Uhr zum Auto. Was habe ich mitgenommen? Die volle Breitseite eines anstrengenden Tages merke ich in meinen Knien. Ich bin trotz hervorragender Konzerte ein wenig froh über die Ruhe, die einkehrt. Dachte ich. Die Partys auf den Festivalzeltplätzen sind enorm laut und ich werde mit einem Mischmasch aus verschiedensten Musikstilen in den Schlaf gewogen. Was mir aufgefallen ist, dass es in Schweden nicht auch nur den Ansatz von Stagedivern oder Crowdsurfern gibt. Die Security ist den ganzen Tag damit beschäftigt, den härtesten unter der sprichwörtlichen Sonne das Wasser zu reichen. Ich bin am ganzen Körper verbrannt und freue mich noch auf zwei weitere Tage im Vorhof der Hölle, hier in Schweden.

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Tag 3, Freitag, 08.06.2007:

Es ist 9:30. Als ich nach ein paar Minuten auf den Beinen immer noch keine Besserung verspüre, suche ich nach neuen Beinen, die mir vielleicht Linderung verschaffen. Leider finde ich grad keine und geheult wird zuhause. Also eine grobe Richtung für den Tag: PRETTY MAIDS, WHITE LION, U.D.O., HARDCORE SUPERSTAR, SKID ROW, AEROSMITH.
Beim Opener des Tages schaue ich mal rein. TYR eröffnen um 11:30 die 'Zeppelin Stage'. Da Folkmetal was zum mitsingen ist, merkt man den knapp 2.500 Leuten dann auch an, dass sie sich wie 5.000 fühlen. Super Stimmung vor der Bühne. Ich lasse mich aus der Entfernung berieseln und lasse den Tag in Ruhe und Frieden mit melodischen und rhythmischen Takten beginnen. Mehr nicht.

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Auf der 'Rock Stage' beginnt dann mit den PRETTY MAIDS der dritte Tag. Stücke aus vergangenen Tagen und von neuen Alben werden geschickt platziert. Back To Back, Rock The House, I Am The End, Wake Up To The Real World, Such A Rush, Yellow Rain, Another Shot Of Your Love, Virtual Brutality, Please Don't Leave Me, Love Games, als Zugaben dann sehr ausgedehnte Versionen von Future World und Red Hot And Heavy. Zwei neue Leute gabs auch noch, die sich am Keyboard und den Drums hervorragend in das Set spielten. Das Spiel mit dem Publikum hat Ronnie schon immer zu einem meiner Faves gemacht. Er fand genau die richtige Mischung aus Mitsing- und Klatschsteilen, die Spaß machten und nicht überzogen und albern wirkten. Nach dem Set waren gute 6 bis 7.000 Leute wirklich angenehm bedient.

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Ich will dann mal wieder zur 'Festival Stage'. Dort spielen THE ANSWER. Ich muss zugeben, dass ich von der Band genau so wenig wusste wie von ... weiß ich jetzt auch nicht. Aber was die machen weiß ich. Und zwar richtigen schönen alten harten und sehr angenehmen bluesigen Rock and Roll mit sehr viel Groove. Erschrocken von der eingesungenen Eröffnung a la KISS mussten die knapp 6.000 Zuschauer vor der 'Festival Stage' allerdings dann schnell den musikalischen Hochkarätern Respekt zollen. Die Band aus Newcastle (Nordirland) selbst gibt an, von LED ZEPPELIN, THE BLACK CROWES und THE WHO beeinflusst worden zu sein. Ein absolutes Juwel in der Musik und in sehr naher Zukunft auch in meinem CD Regal. 100% oder wie sagt man doch? 10 von 10.

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Sooo, jetzt ist WHITE LION dran. Vor knapp 8.000 Zuschauern startet die Truppe um Mike Tramp und Jamie Law mit Dance little fire und Livin on the edge. Jaja, waren Coverversionen, aber gute und sehr unerwartet. Broken heart, All the fool in me und Lady of the valley nehme ich noch mit, dann muss ich mich der Hitze beugen. Ich muss in den Schatten, was essen und trinken.

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Die Vier von der 'Mainstage', die nun dran waren nannten sich GOV'T MULE.
Blind Man In The Dark, Bad Little Doggie, Mr. High & Mighty, Brand New Angel, About To Rage, Bad Man Walking, Streamline Woman, Larger Than Life, Rocking Horse, Banks Of The Deep End, Slackjaw Jezebel, Soulshine und Mule schreibt sich die Setlist oben genannter. Leider (für die Band und den Bericht) war ich noch dabei mich ein wenig zu entspannen. Mehr als ein paar Bilder kommt nicht bei rum. Der Funke sprang allerdings auch nicht auf die anderen knapp 2.000 Gäste vor der Hauptbühne über. Zur Erinnerung: Festival Stage, Kapazität 25.000!!! Und wenn ich mittwochabends nach dem tödlichen Unfall meines Arbeitskollegen und frisch verlassen von meiner Frau in einer Jam-Kneipe in Dortmund Scharnhorst sitze, mein Bier trinke und ein Kippchen rauche, genau dann ist dieser schwere, lange Blues total gefragt. This is the time I WANT to feel blue. Sorry, aber für mich war das nichts für 16:30 auf der 'Festival Stage.

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Aber U.D.O. wirds schon richten. Es ist 18:15, und vor der 'Rock Stage' tummeln sich gute 10.000 altbackene Udo Dirkschneider/ACCEPT Heavy-Fans. Ich glaube, es ist nicht egal, ob UDO oder ACCEPT spielt. Bei ersterer Besetzung hören wir immer mal wieder auch ACCEPT Klassiker. Und Hand aufs Herz: Wenn der kleine da schon steht, dann will ich das auch hören... Umgekehrt geht das leider nicht.
Dann mein Horrorszenario. Der erste Akku ist alle, den zweiten rein und... auch alle. Ich bin mir sicher, dass ich ihn aufgeladen habe. Ich habe noch weit über 10 Bands und anderthalb Tage und keinen Akku mehr. Das war die lebensrettende halbe Stunde, die ich vor Antritt der Fahrt noch durch Hamm gegurkt bin, weil ich Schussel mein Ladekabel dort vergessen hatte. Also nur den Klängen lauschend schnell zum Auto und ab ins erstbeste Zelt, nach Strom fragen. Ist auf Festivals eigentlich nie so das Problem, so auch hier. So lerne ich also Jürgen von www.metalmailorder.com und seine Crew kennen. Sehr sympathische deutsche Nordlichter, mit denen man gerne mal ein Stündchen verbringt. Man tauscht sich aus, während die Kamera unter dem Ladentisch nach Ladung dürstet. Da mir das nicht anders ergeht, freue ich mich über ein kühles deutsches Bier. Nur hab ich davon abgesehen, mich unter den Ladentisch zu legen.

Im Gespräch verfolge ich interessiert die Setlist. Mastercutor, 24/7, Independence Day, The Wrong Side of Midnight habe ich mitbekommen, bevor ich los musste. Restless And Wild und Son of A Bitch höre ich während meines Sturmlaufes zum Auto und wieder zurück. Princess Of The Dawn, Thunderball, We Do - For You, Man And Machine, Animal House, Holy und Balls To The Wall erkenne ich während ich auf meine geladene Kamera warte.
Leider kann ich zur Performance nur wenig aussagen. Udo wie immer in Camouflage, Totenkopfshirt darunter und bitterböse in die Menge guckend. Igor Gianola (g), Lorenzo Milani (d), Stefan Kaufmann (g) und Fitty Wienhold (b) natürlich auch wie immer voller Spielfreude und sichtlich mit Spaß an der Sache. Und Schweden bedankt sich auf die übliche Weise. Mit feiernden und mitsingenden Bangern, die das ganze, laut Aussage von Udo, zu einem für die Band unglaublichen Event werden lässt.

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HARDCORE SUPERSTAR hatte ich schon vor zwei Wochen in Gelsenkirchen gesehen. Meine Kamera hatte wieder ausreichend Strom für die ersten drei Lieder, bis sie dann noch einmal für eine Stunde unter dem besagten Tisch verschwand. Auf dem RH Fest waren die gestylten Schwedenrockposer eine richtige Bank, obwohl ich viele gesprochen habe, die die Band vorher noch nicht so richtig kannten.
Die Jungs gibt es zwar schon über zehn Jahre und auch in Japan haben sie schon große Clubs ausverkauft, sie sind an mir aber vorbei gezogen. Bis jetzt. Überzeugt haben sie beim RHF fast 4.000 Leute, die sie gesehen haben. Aber vor 14 bis 15.000 im Heimatland... Die sind hier so angesagt, dass man schon ein bisschen das Gefühl hat, den Headliner zu sehen. Bang On Your Head müsste eigentlich eine Hymne sein, in Schweden wird dieses Stück jedenfalls auch so gefeiert und ich hab's mir schon besorgt (das Stück). Last Forever, She's Offbeat, Wild Boys und We Don't Celebrate Sundays glaube ich auch wiedererkannt zu haben. Mit einer wahnsinnigen Power jagt der Frontmann über die große Festival Stage. Rechts, links, vorne, hinten, einmal ganz ums Set. Auch sie genießen diese Unmengen an Zuschauern, die ich so nie erwartet hätte. Vom Stil her passen sie auch zu den beiden letzten Bands auf dem großen Platz. Danach kommen noch SKID ROW und AEROSMITH. Ich glaube, das können die auch nicht mehr toppen.

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Ein kleines Päuschen brauche ich noch, bevor ich zu SKID ROW gehe. Noch einen Döner (ich hab mich nicht getraut, Elch aus dem Wok zu essen) [Feigling! Red.] [und vor allem: was war wohl in dem Döner?] und ein Bier zur Stärkung. Und los.
Peace of me ist ein guter und immer wieder gern genommener Opener. Das Publikum rockt sich in der ersten von zwölf Runden schon richtig warm. Denn die gefühlten 98 Grad ("C", nicht "F") an diesem Tag schlugen (zumindest bei meinem Sonnenbrand) am Abend ins Gegenteil um und es wurde bitterkalt. Aber nicht bei diesem Set... Sweet Little Sister, 18 And Life, Monkey Business, Psycho Therapy (Love?), dann I Remember You von dem relativ neuen Stück Disease gefolgt. Mit Slave The Grind gingen SKID ROW dann zum ersten mal von der Bühne. Kamen dann mit zwei Stücken zurück, um nochmals vermeintlich das Publikum entscheiden zu lassen. Die ließen sich auch nicht bitten und skandierten aus über 10.000 Hälsen "One more time, one more time". Dann kam eine Heavy/Speed Metal Version von I Remember You, bei der ich mir gar nicht sicher war, wie ich sie fand. Dann noch Youth Gone Wild und (fast) alle waren zufrieden und sind frohen Mutes zur Main Stage rüber. Da wartet dann noch der Headliner des dritten Tages auf uns.

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Ich stehe also da am Photopit rum und warte darauf, dass endlich Einlass ist, ich frier mir den Arsch ab. Ich bemerke, wie viele der anderen Photografen einen Sticker auf die Photoweste gepappt bekommen, viele auch wieder weg geschickt werden. Da hake ich mal nach und erfahre, dass ich als akkreditierter, arbeitender Journalist eine Erklärung hätte unterschreiben müssen. In diesem Blättchen steht, dass jedes einzelne Bild, das ich schieße, Eigentum von AEROSMITH ist. Vor einer Veröffentlichung - egal wo - muss ich eine schriftliche Genehmigung einholen. Jetzt mal ernsthaft Jungs. Warum soll ich euch photografieren, wenn ich die Bilder nicht in meinem Artikel verwenden darf, ohne Unsummen dafür zu bezahlen. Wie doof seid ihr denn???
Nach längerem Überlegen kam ich zu drei möglichen Szenarien, die aber alle nicht wirklich taugen, meine Meinung darüber zu ändern. 1) Die Leute der Band sind arme, kleine Lichter und lassen sich solche Sachen vom Management vorschreiben. Eher unwahrscheinlich (für mich). 2) Die Band (oder Management) verkauft an einen oder wenige Bildermacher Exklusivrechte der Tournee. Was das kosten muss, auch eher unwahrscheinlich. 3) Einer Band mit einem wahnsinnigen Verdienst stößt es sauer auf, dass ein paar Photographen da ein paar tausend Euro abkassieren und verbietet deshalb der Heerschar rechtschaffener Arbeiter an gutes Material für einen guten Bericht zu kommen. Auch das würde die Bandmitglieder als arme kleine Würstchen dastehen lassen. Ich hab an dieser Stelle aufgehört, mir Gedanken darüber zu machen.
Zum Gig: Die musikalische Klasse der teilnehmenden Akteure kann ich hier nicht ausreichend beurteilen, sie war sicherlich gut. Die Songauswahl schon. Die war schon mal besser. Bis auf den Opener Love in an elevator ziemlich voll gepackt mit langatmigen Samenziehern, die nur wenige des großen Publikums (25.000) wirklich mitzog. Die Herren vermochten es nicht, richtig auf das Volk einzugehen, was mich nach Dude, Falling in love und Don't wanna miss a thing dann nach Hause trieb [soweit isses schon, er sieht jetzt sein Auto als zuhause an! Red.]. Total gelangweilt habe ich dort noch Dream on, und Sweet emotions mitbekommen. Und bin darüber denn auch eingeschlafen. Gute Nacht, bis Morgen.

PS: Der geschätzte Leser könnte angesichts meines Artikels den Eindruck bekommen, dass die Aktion mit dem Photopit sich nicht wirklich positiv auf die Berichterstattung ausgewirkt hat. Stimmt. Allerdings ist der Bericht, so wie er steht, nicht in einer Silbe falsch. Also, die Herren Tyler und Perry: Das war nix!

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Tag 4, Samstag, 09.06.2007:

Es ist 9:30 und ich muss jetzt mal raus. Danach ist schlafen wohl nicht mehr und ich gehe meinen morgendlichen Ritualen nach. Augen auf, waschen, Morgentoilette... aufstehen. Ich mache den Kofferdeckel auf und mir wird klar, dass das kein guter Tag wird. Ein wunderschöner, ja, aber kein guter. Mein linkes Knie steht inzwischen auf Halbmast, gerade laufen ist nicht mehr drin. Dann der erste Schritt in die Sonne und mein Sonnenbrand von gestern meldet sich mit Nachdruck (und das meine ich auch wirklich so). Ich schmiere mein Sonnenöl überall da hin wo ich dran komme und hoffe, dass es nicht schlimmer wird. Immerhin habe ich Lichtschutzfaktor 2. Wenn das nicht hilft... Der Blick zum Himmel, nicht eine einzige Wolke. Nicht einmal kleine Schäfchenwolken, die einem Schatten spenden können. Mal so für 30 Sekunden. Nix. Blau. Alles. Außer mir.
Letzteres will ich auch heute gar nicht mehr werden. Die Überlegung ist da, nach dem Headliner direkt noch mal ein paar hundert Kilometer zu fahren. Hier in Schweden ist aber mit 0,0 ein recht niedriger Wert der max. Pegel. In Sachen Alkohol am Steuer sind schwedische Grünkuttenträger (oder welche Farbe die auch immer haben) nicht sehr gesprächsbereit. Also, trocken bleiben und die letzten 400 Kronen verfressen. Wasser kommt ja immer aus dem Photograben, wo die Security nichts anderes zu tun hat, als Wasser in die ersten Reihen zu verteilen. Ich entscheide später.
Es ist 10:30, ich habe alles erledigt und muss um 12:00 an der 'Sweden Stage' sein. Bei fünf Minuten Weg ist das machbar. Ich habe ein bisschen Zeit mich umzuschauen, hier und da noch ein paar Bilderchen für den Gesamteindruck, den man vom Event bekommen soll. Und der ist durchweg positiv.
An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an alle Hands beim Festival. Ob die nun pausenlos mit ihrem Quad und Hänger den Müll einsammeln oder zwischen den Auftritten in Handarbeit die Plätze vor den Bühnen reinigen. Es sind immer alle Buden bestückt, keine ist ausverkauft und alle sind sauber, wohin das Auge auch sieht. Oder auch Verantwortliche der Organisation, die das Festival hier in dieser Größenordnung glatt über die Bühnen bekommen. Hut ab und allerhöchste Wertschätzung

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Nun aber zur Musik. Ich kann mich um 12:00 nicht entscheiden. HELLFUELD oder FOCUS. Auf erstere habe ich schon irgendwie mehr Bock, bei letzteren weiß ich nicht, ob und wann ich die noch mal zu sehen bekomme. Ich bin hin und her gerissen, entscheide mich dann aber für HELLFUELED. Das war eine gute Entscheidung, da es zwar relativ schwierig ist, mittags um 12 die Menge zu begeistern, die Jungs aber sehr professionell und mit sehr viel Spielfreude einen guten Opener für diesen Tag geben. Mit Stücken wie Rewinding time, Master of night und Let me out starten sie in ein hervorragendes Set. Jocke Lundgren (g) ist noch mehr als allen anderen der Spaß, den er hat, anzumerken. Er haut in jedes Stück ein paar Riffs, die man so auf keiner CD je hören wird. Ein Solo im Stück zu verstecken ist mittags um 12 eine gute Idee. Ich werds mir merken. Henke Lonn (b) gibt sich auch redlich Mühe, den Photographen ein metallisches Motiv zu geben. Gelingt ihm gut.
Die anfänglich 2.000 Banger haben sich auf gute 3.500 gesteigert und feiern die Band bei Rewinding Time, Can't Get Enough, Master of Night, Jam, Let Me Out, Again, Eternal, Right Now, Break Free, Born To Rock, Midnight Lady, Rock N Roll. Zwei oder drei Stücke habe ich nicht mitbekommen, tut der Sache, dass das ein geiler Gig war, aber keinen Abbruch. Gut gemacht Jungs.

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Als nächstes ist TROUBLE geplant. Auf dem Weg dorthin bekomme ich die letzte Zugabe von FOCUS noch mit. Die heißt natürlich Hokus Pokus und ist ein Knaller. Die Hälfte der gut 4.000 Schwedenrocker jodelte kräftig mit, die anderen 40% guckten recht verduzt. Die kannten das wohl nicht. Ich persönlich hatte vorher auch noch nie jemanden gesehen, der Orgel und Querflöte gleichzeitig spielen kann und dabei noch jodelt. Ich wusste nur, dass so etwas kommt. Das ganze Stück ist dann nach 13 Minuten zu Ende, die Band verabschiedet sich und wird mit lauten, begeisterten Rufen in den Bus entlassen. Außerdem fand ich es äußerst interessant, einen Gig mit einem langen Schlagzeugsolo zu beenden. Auch etwas, was ich noch nie gesehen habe. Ach so, die 400 die da so teilnahmslos in der Gegend rum lagen, mühten sich dann auch zur Festival Stage, um den dortigen Opener zu sehen.

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Ich brauche auch mal ein wenig TROUBLE und tappere gemütlich zur Bühne (war DAS ein Wortspiel? Mann, Mann, Mann). Was die amerikanischen Metaller um den kettenrauchenden Sänger Eric Wagner da ablieferten, war feiner Stoff und ein wenig härter und rockiger, als ich das eigentlich erwartet habe. Ich habe mir den größten Teil des Konzertes sitzend über die Leinwand angesehen und ein bisschen mein Knie geschont. Da ich hier leider nicht sehr songerprobt bin, kann ich von den Stücken auch nichts wiedergeben. Ansagen der einzelnen Stücke waren nicht möglich, da Eric zwischen den Liedern immer damit beschäftigt war, die alte Kippe wegzuwerfen und sich eine neue anzustecken. Während die Band längere Instrumentalteile zum Besten brachte, hat sich der Herr Wagner dann immer mal wieder auf den Weg gemacht, um die Bühne und deren nach jeder Seite ausladenden 20 Meter langen Steg gründlich zu inspizieren. Als er dann auch noch sah, dass er auf der Leinwand zu sehen war, hielt nichts mehr das Kind in ihm und er machte Faxen mit dem Kameramann. Natürlich beobachtete er sich dabei selbst auf der Leinwand. Es würde mich nicht wundern, wenn die Band den einen oder anderen Teil der Soli verlängert hat, weil Eric noch nicht wieder am Mikro war. Alles in allem ein entspannter Auftritt und mit zufriedenstellendem Spaßfaktor.

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Jetzt kommt eine Band, die ich überhaupt gar nicht kannte, aber unbedingt sehen musste. Warum weiß ich nicht, das war einfach ein Gefühl, was mich aber auch nicht täuschen sollte. BLACK OAK ARKANSAS. Mal hinten angefangen. Ich habe Johnny Bolin (d), den Lead- (Jim Dandy) und den Bassmann hinterher getroffen und mich ein wenig unterhalten. Nachdem geklärt war, dass ich das südstaatliche Kauderwelsch nicht verstehe und sie doch ein bisschen langsamer sprechen sollen, musste ich doch mal nachfragen. "Stimmt das, dass ihr noch nie in Europa gespielt habt?" "Völliger Quatsch", gab er mir zu verstehen. "Wir sind nur das erste Mal in Schweden. In Europa waren wir doch vor 25 (!) Jahren erst." ??? Was daran nun stimmt habe ich bewusst nicht überprüft, da ich diese Aussage einfach so stehen lassen will. Punkt.
Zum Gig. Der reichlich sonderbare Sänger der Band, Jim Dandy, quatschte in einer Tour drauf los und hat versucht dem Publikum zu erklären, was er nun singen werde. Dies aber auch in o.a. amerikanischen Slang und in einer Geschwindigkeit... Das hätte ich auf Deutsch, glaube ich, auch nicht verstanden. Egal. Eine gelungene Mischung aus Country, Blues, Rock und Hardrock brachte schnell alle zum kochen. Eine so gute und vor allem so lockere Stimmung der geschätzten 2.000 bis 3.000 Rocker habe ich genossen und jeden Song aufgesogen. Allen Mitgliedern der Band sah man auch an, dass ihre erste Scheibe vor 40 Jahren in den Läden stand, was dem instrumentalen Teil aber auch deutlich zu Gute kam. Ein absolut guter Gig mit sehr viel Spaß mit nur einem einzigen Song, bei dem ich den Namen verstanden habe: Uncle Lijiah von 1969.

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BLIND GUARDIAN habe ich nur bebildert und habe mir eine Auszeit genommen. Einziger Kommentar: Eine Gruppe junger, gutaussehender Vorzeigeschwiegersöhne machen in grellem Sonnenschein bei 38 Grad böse Musik. Born In A Mourning Hall und Nightfall sind zwei Ansagen, die ich behalten habe. Und die außergewöhnliche Stimme bei dem a capella eingesungenen Stück Bard's Song war sehr überraschend.

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Nach einer kleinen Pause ist dann die 'Sweden Stage' wieder angesagt. Suzi Quatro gibt ihr bestes. Als erstes stürmen die Musiker die Bühne und spielen auf. Nach ein paar Takten kommt ein kleines junges Püppchen mit Bass aus dem Dunkel der Bühne. Watt?? Als ich bereit war diese Musik zu hören, war die gute schon alt. So viel weiß ich. Aber wer steht dann da jetzt auf der Bühne? Wenn man genau guckt, könnte man sie als verlebte Mitt-dreißigerin durchgehen lassen. Aber Suzi Quatro muss irgendwas Mitte, Ende Fünfzig sein [sie wurde am 3. Juni 57. Red.]. Die ersten Takte reißen mich dann noch so mit, dass ich vor lauter photographieren vergesse, welches Stück sie spielt. 15 Minutes of fame kommt als zweites. Dann eine kleine Geschichte über ihre kürzlich verstorben Mutter, der das Stück Sometime's love is lettin go vom aktuellen Album gewidmet ist. Suzi selbst am Keyboard haut eine derart bewegende Geschichte raus, dass einem ganz anders wird.


Mitten im Stück dann wieder am Bass, wischt sie sich die Tränen aus dem Gesicht, zieht das Tempo ein bisschen an und lässt mal richtig einen raus. Das Publikum dankt es ihr mit langem Applaus. Danach kommen Wild one, Let me be a part of it, She's in love with you. Dann kommen wieder mal Liedansagen, die man gar nicht glauben will, wenn man sie so sieht. Ein paar Stücke aus den Siebzigern (!), Stumblin in, 48 Crash, Mama's boy rocken durch. Es kommen alte wie neue Stücke in der Reihenfolge: I never loose, If you can't give me love, Glycerin queen und Can the can.

Zwischendurch kommt ein beherztes Basssolo. Am Ende steigt sie auf die Drumbühne und spielt mit Andy Dowding im Duett an einem Kitt. Wenn ich nicht sehen würde, dass sie selbst singt, würde ich glauben, dass das vom Band kommt. Und wie die kleine mit den (häufig noch jungen) Rockern spielt, unglaublich. Die (wir) machen alles mit, wenn sie nur mit den Fingern schnippt. Geiles Entertainment. Dann ist aber erst mal Schluss und sie lässt sich lange bitten. Mit Make me smile, Devil gate drive und Sweet little Rock and Roller beendet sie einen Auftritt, der sich gewaschen hat. Da kommt eine fast 60jährige (!) und zeigt den Leuten mal, was eine gute Show ist. Und sieht super dabei aus. Tolles Set.

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Noch mal ein kurzer Stopp am Auto, etwas essen und das Bein hochlegen, und es steht REO SPEEDWAGON auf meinem Programm. Jörg geht mal so richtig nach vorne. Im doppelten Sinne. Er ist ein absoluter REO Fan, dem ich auch die Setlist zu verdanken habe, er kennt also alle Stücke mit Namen. Danke dafür. Eine gelungene Mischung aus alten und neuen Stücken bringt alle der gut 13.000 Zuschauer in Bewegung.


Da ich jetzt hier draußen noch meine Photoweste anhabe, kommen alle fünf Minuten Leute und quatschen mich an, ob ich denn den größten REO Fan der Welt mal photografieren möchte. Auf meine Antwort, dass ich da nun schon fünf oder sechs von habe, reagieren sie aber gelassen und ziehen wieder ab. Es laufen die Stücke Music man, Keep pushin, Dangerous combination, Can't fight this feeling, Smilin in the end und Time for me to fly über den Bildschirm. Die Band ist sehr beweglich und nutzt jeden Meter der Main Stage richtig aus. Wichtig dabei ist, dass sie die gut 12.000 Fans auf ihre Reise mitnehmen. Und jeder einzelne hat das Ticket gerne gelöst und lässt sich überraschen, was kommt.

Dann kommt mit Back on the road again der Bassmann ans Micro und überzeugt. Keep on loving you und Roll with the changes spielen sie noch vor der Pause, Riding the storm out danach. Nach der einen Zugabe ist allerdings dann Schluss. Jörg, eine Freundin und ich haben aber einen weiteren super Gig in Schweden gesehen und wir haben viel Spaß gehabt. Weiter so und noch zwei Bands.
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Auf der 'Gibson Tent Stage' fangen die QUIREBOYS gerade an. Ich mache die berühmten drei Lieder Photos und versuche mich an den offenen Rand des prall gefüllten Zeltes (2.000) zu halten. Mitten ins Getümmel schaffe ich leider gesundheitlich nicht mehr und direkt neben besagter offener Wand spielen MOTÖRHEAD. Da diese sehr alt [Hey!!! Auch nicht älter als die Suzi! Red.Abt.: Alterskontrolle] [Doch! Lemmy wird bald 62, Red.] und auch nicht mehr so laut wie noch vor ein paar Jahren sind, kann ich zumindest hören, dass die QUIREBOYS spielen.
Was, ist im Moment auch egal, die Setlist hab ich ja fotografiert. Don't bite the hand, Misled, Finer stuff, Tramps and thieves, Roses and rings, This is Rock and Roll, Hey you, There she goes again, Lorraine Lorraine, I don't love you anymore, Sweet Mary Ann, 7 o'clock und Sexparty stehen auf dem Zettel und ich lege mich schon mal vor die Hauptbühne und lausche den Klängen von MOTÖRHEAD.

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Setlist MOTÖRHEAD (aus dem Internet kopiert und auch ohne Gewähr): Snaggletooth, Stay Clean, Be My Baby, Killers, Metropolis, Over The Top, One Night Stand, I Got Mine, In The Name Of Tragedy, Sword Of Glory, The Chase Is Better Than The Catch, Sacrifice, Jus' Cos You Got The Power, Going To Brazil, Killed By Death, Whorehouse Blues, Bomber*, Ace of Spades*, Overkill*.
* with "Fast" Eddie Clarke

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Bleiben noch die Jungs von den SCORPIONS. Die haben sich heute mal wieder eine Verstärkung mitgebracht. Groß angekündigt und hier das zweite mal nach Wacken 2006 wieder mit Uli Jon Roth. Ich persönlich hatte gehofft, dass Mathias Jabs an diesem Wochenende gerade keine Zeit hat, oder auf jeden Fall irgendwie verhindert ist oder so. Na ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Gut, also Uli kommt später... auf die Bühne. Was ihn nicht daran hinderte, bei einem AEROSMITH-Stück im Vorfeld gleich mal mitzuspielen. Musik aus der Anlage und darüber eine Gitarre aus dem Hintergrund. Aha.
Nach dem Intro kommt dann ein mir entfallenes Stück - wie mir das im Pit so oft passiert, dass ich vergesse, welches das erste Stück war, Bad boys running wild, The Zoo und Love 'em or leave 'em. Danach wird es Zeit, meine Photoweste abzugeben. Da ich morgen in aller Frühe los will, müssen jetzt ein paar Lieder dran glauben. Aber Hauptsache ist, ich bin zurück, wenn Herr Roth kommt. Auf meiner "Reise" zum Pressezelt laufen Deep and dark, Holiday, Humanity und zwei weitere Stücke, die ich nicht mehr auf dem Zettel habe.


Dann kommt der Supergau dieses Festivals. Wenn er nur pfeifen würde... aber dazu auch noch singen. [Issas nicht grässlich? Red.] Das muss doch nun wirklich nicht sein. Ich komme gerade wieder auf den Platz und überlege, gleich durchzulaufen. Und ganz ehrlich, Uli zusammen mit den SCORPS war mein Aufhänger; ich bleibe. Mein Glück, direkt im Anschluss an den Flötenstadl wurde ein Riesenfass vom Publikum aufgemacht und Uli Jon Roth begrüßt. Wenn ich das richtig gesehen habe, hat sich zumindest Klausi Baby sehr gefreut, die alten Stücke wieder mit dem alten Mann zu spielen.
Mit Pictured Life und He's a woman she's a man fing ein für mich sehr emotionales, sechs Stücke umfassendes Set an. Die Gitarre ist für Uli nun mal die große Liebe seines Lebens - von der ersten bis zur letzten Sekunde spürt man diese Verbundenheit. Selbst in den Passagen in denen er Pause hat und nur breit grinsend auf der Bühne steht.

Es folgen auf jeden Fall When the smoke is going down, In trance und Fly to the rainbow, das er auch komplett singt. Hat er das auch damals eingespielt? Weiß ich gar nicht genau. Darauf folgt die Verabschiedung auf dem vorderen Steg der Bühne, von Klaus und Rudolf in die Mitte genommen. Viele der Swedenrocker sind nun auch ausreichend bedient und wandern langsam aber stetig ab. Mathias Jabs und Rudolf Schenker spielen eine supergeile Gitarre und sie reißen sich den Arsch auf. Sie rennen von links nach rechts und von vorne nach hinten. Der Rest der Band zieht mit, hilft den beiden nach allen Regeln der Kunst. Stücke wie Tease me please me, 3-2-1, Blackout und Big city nights werden nacheinander ins Publikum gehämmert. Was nichts daran ändert, dass ich bei Dynamite und Still loving you zwar recht weit außen, aber dennoch in der vierten oder fünften Reihe stehe. Schade. Letzterer Song war für mich dann auch der Schlusspunkt des optischen Genusses und ich hüpfe zum Auto. Laufen ging leider nicht mehr. Ein Lied, das mir wieder mal entfallen ist und Rock you like a hurricane runden aber den Gig noch ab und Swedenrock 2007 ist Geschichte. Wenn ich darf, dann bis nächstes Jahr.
[Von uns aus gerne! Hassu schön geschrieben und dolle Bilder gemacht. Danke aus München]
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Joo, das waren die angekündigten vier Tage in Sölvesborg, Schweden. Ich habe 36 Bands gesehen und davon mal mehr, mal weniger berichtet. Bei der Masse an Lesestoff will ich mich dann auch kurz fassen. Ein paar Details müssen aber noch Erwähnung finden, auch wenn's weh tut.
Die Organisation von bis zu sechs Bühnen, hunderten von Fress-, Sauf- und Merchandisebuden, Reinigung, Security etc. ist nur mit Superlativen zu beschreiben. Sucht euch welche aus. So lange sie positiv besetzt sind passen sie alle hintereinander.
Meine Quelle von vier oder fünf Setlists habe ich im Internet gefunden. Einfach mal setlist.com eingeben und zack... Danke an alle Poster auf dieser Seite.
Ich habe für meinen Teil gemerkt, dass vier Tage a 16 Stunden zu viel für einen alleine sind. Sollte ich da jemals noch mal alleine unterwegs sein, werde ich das anders angehen müssen. Ich bin platt wie Schmitz Katze. Oder man fährt direkt mit fünf Leuten da hin. Das erhöht dann noch den von mir so oft zitierten Spaßfaktor. Ich bin jedenfalls dann um 16:00 Sonntagmittag zu Hause, lasse mich abends vom Notarzt (der mir eine schwere Außenbanddehnung im linken Knie diagnostizierte) schmerzfrei spitzen und schlafe erst mal ein bisschen. Gute Nacht und bis die Tage.
Bleibt mir als letztes noch ein wenig Werbung für meine eigene Homepage. Die vollständigen Bilderreihen aller Tage findet Ihr auf Pisah.de. Rubrik: "Konzerte - open air - Schwedenrock 2007". Dort viel Spass und...
... keep on rockin'!

Andreas Herb, 20.06.2007

 

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