Someday Jacob

It Might Take A While

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 16.08.2015
Jahr: 2015
Stil: Indie-Pop, Singer-Songwriter

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Redakteur(e):

Holger Müller


Someday Jacob
It Might Take A While, Haldern Pop Recordings, 2015
Jörn Schlütervocals, guitar
Martin Denzindrums, vocals
Uli Kringlerguitar, vocals
Manuel Steinhoffbass, vocals
Israel Nash Gripkaharmony vocals
Johnny Parrystring arrangements
Produziert von: Vance Powell, Richard Dodd Länge: 49 Min 37 Sek Medium: CD
01. Daily Bread07. Room With A View
02. Trade It All In08. Home Run
03. Between Me And You09. Rain
04. Useless Light10. Long Distance Call
05. The Sun The Moon And The Stars11. All You Weary Hearts
06. Glory Boys

Im Grunde teilt sich die Welt der Indie-Musiker immer noch in zwei Lager auf: Hier die harten Kerle mit ihren schroffen Riffs, die ab und an eine Tränenballade riskieren und dabei immer dreinschauen, als wären sie beim Klauen erwischt worden. Und dort die sanften und melancholischen Buben, die ebenso verlegen gucken, wenn sie das Wah-Wah-Pedal mal ganz durchtreten.

Nur wenige Künstler schaffen die Verbindung dieser beiden Welten ebenso selbstverständlich wie beständig – Neil Young zählt zu den ganz Großen unter ihnen. Der Bremer Songwriter Jörn Schlüter ist kein deutscher Neil Young, aber seine Verehrung für den berühmten Kanadier ist auf dem zweiten Album der Band SOMEDAY JACOB, "It Might Take A While“ von Beginn an zu spüren.

So klingt im Opener Daily Bread erst die Melodieseligkeit des Laurel Canyons an, bevor ein Gitarrensolo Marke CRAZY HORSE die Idylle am Ende jäh zerstört. Das danach folgende Trade It All In wiederum führt direkt auf das Feld von „Harvest Moon“. Und auch bei einigen weiteren Songs versuchen Schlüter und seine Begleiter durchaus hörenswert, die Stille des Augenblicks mit dem Aufbegehren einer ganzen Generation zu verschmelzen.

Doch nicht alle gewählten Vorbilder tun der Band wirklich gut. Die Single Between Me And You wird zurecht in die Nähe von FLEETWOOD MAC gerückt – leider aber klingt sie wie aus der lauen Phase der Band Mitte der achtziger Jahre. An anderer Stelle scheint Schlüter der Mut auf den letzten Metern verlassen zu haben – statt Ecken und Kanten setzt er auf – zu viel – Wohlklang. The Sun The Moon And The Stars könnte die Bremer Antwort auf Chris Isaaks Blue Hotel sein, doch es fehlt der rasiermesserscharfe Klang des Kaliforniers.

Und so bleibt "It Might Take A While“ irgendwie ein unvollendetes Album. Aber auch eines, das sich einen gelungenen Spaß daraus macht, immer neue Facetten der Indie-Welt auszuleuchten. Eklektisch werden die einen das nennen, unentschlossen die anderen. Jörn Schlüter dürfte das egal sein. Und deshalb kommt zum Schluss mit den Titeln Long Distance Call und All You Weary Hearts auch noch der Schwenk zu MUMFORD & SONS, zu pluckerndem Banjo, stampfenden Drums und einem wehmütigen Akkordeon. Und auf dem Haldern Pop Festival, auf dem SOMEDAY JACOB in diesem Jahr auch gespielt haben, umarmen sich bei solchen Tönen glückliche Menschen und küssen sich.

Holger Müller, (Artikelliste),14.08.2015

 

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