Son Volt

Union

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.04.2019
Jahr: 2019
Stil: Americana
Spiellänge: 39:12
Produzent: Jacob Detering

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Plattenfirma: Thirty Tigers

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Holger Müller


s. weitere Künstler zum Review:

Jeff Tweedy

Titel
01. While Rome Burns
02. The 99
03. Devil May Care
04. Broadsides
05. Reality Winner
06. Union
07. The Reason
 
08. Lady Liberty
09. Holding Your Own
10. Truth To Power Blues
11. Rebel Girl
12. Slow Burn
13. The Symbol
Musiker Instrument
Jay Farrar Vocals, Guitars
Mark Spencer Piano, Organ, Lap Steel, Vocals
Chris Frame Guitars
Andrew DuPlantis Bass, Vocals
Mark Patterson Drums

UNCLE TUPELO sind seit langem Geschichte, aber Jay Farrar hält unbeirrt an der Musik fest, der seiner Ex-Band einst die Meriten als wichtigste Vertreter der No Depression-Szene einbrachte. Damals schon klang Farrar wie ein Woody Guthrie der Neuzeit, während Jeff Tweedy eher für den am Punk angelehnten Touch des Trios sorgte. Und während der eine mit WILCO immer weiter in eklektische Soundexperimente abdriftete, und selbst vor Krautrock-Experimenten nicht zurückschreckte, ging der andere den Weg mit SON VOLT konsequent weiter: Folk, Alternative Country, Blues und Fuzz-Gitarren – Jay Farrar ist bis heute der Lordsiegelbewahrer des puren Americana.

Das ändert sich auch mit „Union“, dem inzwischen neunten Album von SON VOLT nicht. Nur, dass Farrar noch nie so radikal politisch war in seinen Songs. Die Lebensschwere des kleinen Mannes hat er oft genug besungen, aber mit diesem Präsidenten vor Augen wird die „Union“ plötzlich bleischwer. “Lady Liberty are you still here, can you see us now? …  May you wash away the president“, singt er in Lady Liberty. “99 percent, it’s a trickle down world… stuck in cement,” im ebenso ernüchternden The 99. Und Reality Winner ist keine Anspielung auf irgendeine Lebensweisheit, sondern die traurige Ballade über eine Computerspezialistin dieses Namens, die zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil sie als NSA-Angestellte russische Hackerangriffe auf die US-Wahl publik machte. Dass Farrar direkt nach diesem Song ebenso langsam und klagend singt: „National Service will keep the Union together“ klingt dann fast wie der blanke Sarkasmus.

Aber es ist nicht alles Politik auf diesem famosen Album, auf dem SON VOLT alles zeigen, was sie drauf haben. Es gibt diese weit ausholenden Mid-Tempo Rocker wie The Reason, die aus der staubigen Wüste direkt an die Küste Kaliforniens führen. Es hat die Americana-Hymnen des Mittleren Westens wie Holding Your Own, die mit einem Fuzz-Riff und einer akustischen Gitarre anfangen und sich langsam zur vollen Band-Größe aufbauen. Es gibt den kurzen „foot-stomping“ akustischen Truth To Power Blues. Und Slow Burn darf sogar mit einem Siebziger-Jahre Pop-Piano-Riff eröffnen.

Aufgenommen hat Farrar das Album an zwei historischen Stätten mit einem mobilen Studio: im Mother Jones Museum in Mount Olive, Illinois und im Woody Guthrie Center in Tulsa, Oklahoma. Die Spuren der beiden Bürgerrechtler haben auf SON VOLT offensichtlich mächtig Eindruck gemacht: Die Band spielt wie aus einem Guss und Farrars leicht brüchige Stimme schwebt über der Musik wie ein trockener Ostwind. Knapp 40 Minuten lang ist „Union“ das beste SON VOLT-Album seit „Wide Swing Tremolo“. Und Farrar beendet es passend und eindrucksvoll in The Symbol mit der Geschichte des Mexikaners Juan, der New Orleans nach Katrina wieder mit aufgebaut hat – und jetzt in der aufgeheizten politischen Stimmung Amerikas um sein Dasein fürchten muss. „They say, I’m a criminal – what do they know…?“ 

 

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