Sora

Desire And Truth


CD-Review

Reviewdatum: 18.05.2010
Jahr: 2010
Stil: Classic Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Sora
Desire And Truth, Avenue Of Allies, 2010
Erol SoraGesang & Gitarre
Jason SolyomSchlagzeug
Brendan MooneyBass
Gregory MacDonaldKeyboards
Produziert von: Erol Sora Länge: 43 Min 53 Sek Medium: CD
01. Tast Of Rock & Roll06. Diamonds In The Wind
02. The Storm Has Just Begun07. Invitation
03. What's It Gotta Do With You And Me08. Stop Messin' Around
04. Winter09. Rock & Roll Dog
05. When You're Gone10. When You Gonna Love Me

Diese Story fängt an wie so viele in den 1970er Jahren: ein Junge sieht im Fernsehen einen Auftritt der Band KISS und ist begeistert. Die Musik, das Make-up, die Show-Elemente – von diesem Tag an ist klar: genau das will ich auch machen. Also bekommt er seine erste Gitarre und sitzt die langen kalten Tage in, sagen wir mal Montreal/Kanada, in seinem Zimmer und übt, stundenlang, tagelang. Dabei imitiert er die Größen der klassischen Rock-Gitarre: Richie Blackmore, Michael Schenker oder John Sykes.

Erol Sora hat sie genau studiert und er ist mittlerweile ein sehr guter Gitarrist geworden, der sich schon bei der Band von John Lawton (Ex-URIAH HEEP, Ex-LUCIFER’S FRIEND) seine Brötchen verdient hat. Zwischendurch and Erol Sora sogar noch Zeit, unter dem Namen SORA ein erstes Solo-Album aufzunehmen. “Demented Honour“ erschien 2006 und nun steht also Einzel-Streich Nummer Zwei unter dem Titel “Desire And Truth“ parat.

Musikalisch darf man keine Überraschungen erwarten. Sora ist ein Kinde des klassischen Hard Rock der Marken MSG, WHITESNAKE, UFO und Gary Moore. Und hinter den großartigen Gitarristen der damaligen Zeit muss er sich auch nicht verstecken, technisch gesehen ist er vielleicht teilweise sogar besser als seine Vorbilder. Allerdings ist er meiner Meinung nach ein wenig schludrig bei seinen Riffs und nicht so präzide, wie das beim klassischen Hard Rock eigentlich der Fall war und ist.. Das gibt dem Ganzen dann einen leichten Grunge-Anstrich.

Allerdings fangen beim Songwriting schon so leichte Zweifel an. Die Tracks sind selten besonders originell, sondern klingen irgendwie bekannt. Das ist bei den wirklich überzeugenden Songs wie Taste Of Rock & Roll, The Storm Has Just Begun oder What’s It Gotta Do With You And Me nicht weiter tragisch, störender ist es hingegen bei den Songs, die eher durchschnittlich sind. Und davon gibt es leider ein paar mehr.

Die wirkliche Schwäche liegt bei “Desire And Truth“ aber in der Kehle von Erol Sora. Er klingt leider wie Peter „Biff“ Byford (SAXON) an einem schlechten Tag. Dabei hätte die Musik einen David Coverdale (Ex-DEEP PURPLE, WHITESNAKE) an einem starken Tag verdient (bei den guten Songs) und nötig (bei den weniger starken). Zudem sind die Gesangsmelodien und die Texte auch eher durchschnittlich.

Richtig gelungen sind hingegen die Soli des Meisters. An den sechs Saiten hat Sora es einfach drauf. Da wünscht man sich manches Mal, dass der Solo-Part früher kommen möge, langer wäre und eigentlich der Song dann doch besser ein Instrumental wäre. Und auch die abschließende Ballade When You Gonna Love Me gehört zu den unbestrittenen Highlights des Albums und zeigt, dass es bei Sora auch anders geht.

Am Ende bleibt ein ordentliches Rock-Album, das in den Erinnerungen an die große Zeit des Hard Rock schwelgt und diese ein Stück weit in die Gegenwart transportieren kann, aber eben auch seine unbestreitbaren Schwächen vorzuweisen hat. Zugegebenerweise ist das mit der Stimme ja immer ein Stück weit auch Geschmackssache, so dass man dem Album eine Chance geben sollte. Aber eine uneingeschränkte Kaufempfehlung kann ich leider nicht aussprechen.

Marc Langels, 18.05.2010

 

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