Southern Cross

Down Below


CD-Review

Reviewdatum: 07.02.2010
Jahr: 2009
Stil: Progressive Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Southern Cross
Down Below, Thundering Records, 2009
David LizotteGesang & Gitarre
Olivier Perrier MaurelGitarre & Gesang
Jean-Francois BoudreaultBass & Gesang
Jean Benoit LemireKeyboards
Frédéric St-OngeSchlagzeug
Produziert von: Southern Cross Länge: 50 Min 43 Sek Medium: CD
01. Weak And Sober06. Something Vile
02. Open Scars07. Whistle For The Dead
03. Thirteen08. The Pawn
04. As Goodwill Falls09. Left For Dead
05. Undisclosed

Sie kommen nicht aus dem Süden, sondern eher aus dem kalten Norden (Kanada, genau genommen aus der Provinz Quebec) und sie spielen druckvollen, technisch anspruchsvollen Metal, der zwischen Power und Progressive changiert: SOUTHERN CROSS sind – um es vorweg zu nehmen – ein echter Geheimtipp.

Schon der Opener des aktuellen Albums Weak And Sober ist ein Kleinod progressiver Rockmusik. Anspruchsvoll und jederzeit melodiös, hart aber ohne es zu übertreiben verleitet das fast durchgängig von einer Double-Bass und abgehackten Riffs getriebene Stück nicht nur zum bangen, sondern zieht mit seinen leicht mysteriösen Melodien sofort in seinen Bann und geizt zudem nicht mit überraschenden Breaks und Wendungen. Ein echter Ohrwurm im Bereich des Progressive Metal.

Soundtechnisch muss man sich SOUTHERN CROSS als Melange aus den düsteren und harten SYMPHONY X und POVERTY’S NO CRIME vorstellen. Vor allem letztere übertreffen die Kanadier auf “Down Below“ jedoch locker. Denn neben den offensichtlichen Progressive Metal-Einflüssen (wie eben SYMPHONY X) lassen SOUTHERN CROSS auch genrefremde Elemente in ihre Musik einfließen und erobern sich dadurch eine eigene Identität. So blitzen im Opener schon kurze Jazz-Einflüsse auf und in Open Scars kommen durchaus Anleihen aus den Bereichen Thrash- und Death-Metal zum tragen. Bestes Beispiel sind die zum Teil gegrowlten Vocals von David Lizotte und das fast typische Thrash-Metal Drumming Frédéric St-Onge (der mittlerweile durch Antoine Guertin ersetzt wurde).

In der Melodieführung der einzelnen Stücke zeigt sich dann aber, dass SOUTHERN CROSS sich doch auch dem typischen Heavy Metal zuordnen lassen. Da sind die Einflüsse aus den Anfangstagen zu spüren, als SOUTHERN CROSS noch eine Metal-Tribute-Band waren. Diese waren auf ihrem Vorgängeralbum “Rise Above“ sogar noch deutlicher spürbar, das nur ein wenig an der Oberfläche ihrer progressiven Seite kratzte. Generell bleibt festzuhalten, dass die Band einen enormen Sprung seit dem Debüt gemacht hat, sowohl bei ihren instrumentellen Fähigkeiten aber auch was das Songwriting betrifft.

Wie können SOUTHERN CROSS dieses Album noch toppen? Nun, wenn man eine leichte Schwäche ausmachen will, dann ist es vielleicht der Gesang. Dort sind Gruppen wie SYMPHONY X (Russell Allen), FATES WARNING (Ray Alder) und DREAM THEATER (James LaBrie) einfach noch stärker besetzt. Das soll nicht unbedingt heißen, dass die Stimme von David Lizotte schlecht ist, aber sie ist doch etwas limitiert in ihrem Umfang und in ihrer Ausdruckskraft.

Aber ansonsten legen SOUTHERN CROSS mit “Down Below“ ein phantastisches Album vor, das vor allem durch exzellentes Songwriting besticht. Positiv fällt auch auf, dass die Band auf ausufernde Solo-Eskapaden verzichtet und die Soli eher kurz und knackig präsentiert werden. Für Fans von SYMPHONY X und auch der düsteren DREAM THEATER (à la “Train Of Thought“) sind SOUTHERN CROSS auf jeden Fall eine dringende Empfehlung.

Marc Langels, 07.02.2010

 

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